2,4-Diaminotoluol

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Strukturformel
Struktur von 2,4-Diaminotoluol
Allgemeines
Name 2,4-Diaminotoluol
Andere Namen
  • 4-Methyl-m-phenylendiamin
  • 2,4-Toluylendiamin
Summenformel C7H10N2
Kurzbeschreibung

beige Schuppen mit ammoniakartigem Geruch[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 95-80-7
EG-Nummer 202-453-1
ECHA-InfoCard 100.002.231
PubChem 7261
Wikidata Q209195
Eigenschaften
Molare Masse 122,17 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

96–99 °C[1]

Siedepunkt

284–286 °C[1]

Dampfdruck

1,7·10−4 mmHg (25 °C)[2]

Löslichkeit

löslich in Wasser (35 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[1]
06 – Giftig oder sehr giftig 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301​‐​312​‐​317​‐​341​‐​350​‐​361f​‐​373​‐​411
P: 201​‐​273​‐​301+310​‐​308+313 [1]
Zulassungs­verfahren unter REACH

besonders besorgnis­erregend: krebs­erzeugend (CMR)[4]

MAK

Schweiz: 0,02 ml·m−3 bzw. 0,1 mg·m−3[5]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

2,4-Diaminotoluol ist eine giftige chemische Verbindung, die in reiner Form aus bräunlichen, schwach nach Ammoniak riechenden Schuppen besteht. Es ist ein Zwischenprodukt bei der Herstellung von Polyurethan und entsteht bei der katalytischen Hydrierung von 2,4-Dinitrotoluol.[6] 2,4-Diaminotoluol ist krebserregend.[7]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die weitaus größte Menge von 2,4-Diaminotoluol entsteht als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Urethanen, die Grundlage für Polyurethan-Kunststoffe sind. Kleinere Mengen werden bei der Synthese von Industrie-Farbstoffen gebildet.

Sicherheitshinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2,4-Diaminotoluol gilt als krebserzeugend, ist möglicherweise fruchtschädigend und möglicherweise erbgutverändernd.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu 2,4-Diaminotoluol in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 1. Februar 2016 (JavaScript erforderlich).
  2. Eintrag zu 2,4-Diaminotoluol in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM), abgerufen am 6. Juni 2017.
  3. Eintrag zu 4-methyl-m-phenylenediamine im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  4. Eintrag zu CAS-Nr. 95-80-7 in der SVHC-Liste der Europäischen Chemikalienagentur, abgerufen am 17. Juli 2014.
  5. Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA): Grenzwerte am Arbeitsplatz 2015 – MAK-Werte, BAT-Werte, Grenzwerte für physikalische Einwirkungen, abgerufen am 2. November 2015.
  6. U.S. Patent 3246035
  7. National Institute of Environmental Health Sciences, 13th Report on Carcinogens (RoC): 2,4-Diaminotoluene (Memento vom 29. November 2014 im Internet Archive), abgerufen am 18. November 2014.