A1 mobil

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
A1 mobil GmbH & Co. KG
Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Sitz Sittensen,
DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung A1 mobil Verwaltungs-GmbH (persönlich haftender Gesellschafter)
Branche Infrastruktur
Website www.a1-mobil.de
Stand: Dezember 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014

Die A1 mobil GmbH & Co. KG ist die Betreibergesellschaft des im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft überholten Abschnittes Buchholzer Dreieck–Bremen der Bundesautobahn 1.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaft wurde 2008 gegründet. Kommanditisten sind zu je 42,5 % die A1 mobil Beteiligungs-GmbH (vormals: Bilfinger Berger A1 mobil GmbH) und die John Laing Infrastructure (A1 mobil Holdings) Ltd. sowie mit 15 % die Bunte PPP Investment GmbH. Letztere ist seit November 2014 auch Alleingesellschafterin der Komplementär-GmbH A1 mobil Verwaltungs-GmbH.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschaft hat mit der Bundesrepublik Deutschland einen Konzessionsvertrag abgeschlossen, der die A1 mobil zum Neubau des 72,5 km langen Abschnittes der A 1 sowie zum 30-jährigen Betrieb verpflichtet. Dafür fließen der A1 mobil für 30 Jahre die Einnahmen aus der LKW-Maut für diesen Streckenabschnitt zu. Der Ausbau wurde im November 2008 begonnen und am 11. Oktober 2012 abgeschlossen.[2]

Die Einnahmen fielen im Ergebnis der Finanzkrise 2008 deutlich geringer aus als geplant. Statt des erhofften Wachstums der Mauteinnahmen um 20 Prozent kam es zu einem Rückgang von 20 Prozent. Die A 1 ist besonders eng mit dem Containerverkehr aus Übersee und dem internationalen Warenverkehr verwoben.[3] Die A1 mobil geriet deshalb in eine wirtschaftliche Schieflage. Durch ein im Dezember 2015 geschlossenes Stillhalteabkommen mit den finanzierenden Banken wurden sonst fällige Zins- und Tilgungsleistungen teilweise gestundet. Die Geschäftsführung ging davon aus, bis Oktober 2016 durch eine Änderung des Konzessionsvertrages höhere Einnahmen erzielen zu können. Dazu kam es jedoch bisher nicht.

A1 mobil verklagte deshalb den Bund Ende August 2017 auf Zahlung von 640 Millionen Euro. Nach anderen Berichten sollen die Forderungen 787 Mio. € betragen. Falls eine solche Zahlung nicht zustande kommt, soll der Gesellschaft Ende 2017 die Zahlungsunfähigkeit drohen. Der Betrieb des Abschnittes der A 1 würde dann an den Bund zurückfallen, erklärte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums. Der Bund lehnt eine Erhöhung der Zahlungen bisher ab. Im Zusammenhang mit der Krise der A1 mobil geriet Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in die Kritik, da er noch im Juni 2017 ein Gesetzesvorhaben zur Erleichterung von Teilprivatisierungen des Autobahnnetzes durchsetzte, obwohl ihm die Probleme der A1 mobil seit längerem bekannt waren.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.bundesanzeiger.de, abgerufen am 31. August 2017.
  2. Freie Fahrt zwischen Bremen und Hamburg. (Memento vom 13. Oktober 2012 im Internet Archive)
  3. Berliner Zeitung: Die Gier des Finanz-Zombies, 28. August 2017, online auf www.berliner-zeitung.de, abgerufen am 31. August 2017.
  4. Manager Magazin: www.manager-magazin.de Private Autobahnpleite könnte teuer für den Staat werden, 27. August 2017, online auf www.manager-magazin.de, abgerufen am 31. August 2017.