Abdominaltrauma

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Klassifikation nach ICD-10
S30.- Oberflächliche Verletzung des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
S31.- Offene Wunde des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
S35.- Verletzung von Blutgefäßen in Höhe des Abdomens, der Lumbosakralgegend und des Beckens
S36.- Verletzung von intraabdominalen Organen
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Ein Abdominaltrauma, auch Bauchtrauma genannt, ist eine Verletzung des Bauches (Abdomen). Man unterscheidet das häufigere stumpfe vom meist selteneren perforierenden Bauchtrauma.

Stumpfes Abdominaltrauma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Verkehrsunfällen entsteht durch den Aufprall auf die Lenksäule o. Ä. meist ein stumpfes Bauchtrauma. Auch das Überrollt-Werden von einem Fahrzeug (Überrolltrauma) führt häufig zum stumpfen Bauchtrauma.

Perforierendes Abdominaltrauma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stichverletzungen im Bauchraum sind eine häufige Ursache für perforierende Abdominaltraumata. Bei Unfällen mit Oldtimern sind aufgrund der geringeren Sicherheitsstandards perforierende Verletzungen häufiger als bei neueren Fahrzeugen.

Organverletzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bauchtrauma kann vor allem durch hohen inneren Blutverlust, bei einem Riss der Milz (Milzruptur) oder seltener der Leber (Leberruptur) beziehungsweise der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), sehr schnell zur Lebensgefahr durch Schock führen. Bei Verletzungen der Hohlorgane, beispielsweise des Darmes, kann im Verlauf eine Entzündung der Bauchhöhle (Peritonitis) entstehen, die ebenfalls lebensbedrohlich werden kann, wenn sie zur Sepsis führt.

Bauchtrauma in der Schwangerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die häufigste Todesursache bei Frauen im reproduktiven Alter ist ein traumatisches Ereignis. Während der Schwangerschaft machen Traumata 20 % der nicht geburtshilflichen Todesursachen aus. Darunter fallen vor allem Verkehrsunfälle, Stürze und tätliche Angriffe. Durch die anatomischen Veränderungen werden vor allem Gebärmutter und Harnblase häufiger verletzt, während Darmverletzungen seltener vorkommen. Der Fetus wird nur selten direkt verletzt, da dieser durch Gebärmutter und Fruchtwasser gut geschützt ist. Trotzdem kann es vor allem durch eine vorzeitige Plazentalösung zum intrauterinen Fruchttod kommen.[1]

Mögliche Verletzungen:

  • vorzeitige Plazentalösung
  • Verletzungen der Harnwege
  • Gebärmutterruptur und direkte fetale Verletzung vor allem bei Beckenfrakturen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Henning Schneider, Peter-Wolf Husslein, Karl-Theo M. Schneider (Hrsg.): Die Geburtshilfe. 4. Auflage. Springer Verlag, Berlin/ Heidelberg 2011, ISBN 978-3-642-12973-5.
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