Accentro Real Estate

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Accentro Real Estate AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0KFKB3
Sitz Berlin, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Lars Schriewer (Alleinvorstand)
Mitarbeiterzahl 36 (2019)[1]
Umsatz 143,2 Mio. Euro (2019)[1]
Branche Immobilienwirtschaft
Website www.accentro.ag
Stand: 31. Dezember 2019

Die Accentro Real Estate AG, von 2006 bis 2015 Estavis AG,[2] ist ein börsennotiertes Immobilienunternehmen mit dem Schwerpunkt auf Wohnimmobilien in Deutschland. Ihr Fokus liegt auf der Wohnungsprivatisierung. Entsprechend bilden der Kauf von Wohnungsbeständen und ihre anschließende Privatisierung Accentros Kerngeschäft.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 wurde die Immcon Immobilien-Consulting-Jakob GmbH und 2005 die SIAG Schorr Immobilien GmbH & Co. Grundbesitz KG gegründet. Aus ihnen entstand 2006 die Estavis AG, die im April 2007 an die Börse ging.

Im Oktober 2007 übernahm sie die B & V Bauträger- und Vertriebsgesellschaft für Immobilien zu 100 Prozent. Im November 2007 wurde die Tochtergesellschaft Estavis Property Management GmbH gegründet. Das Unternehmen intensivierte 2008 neben dem institutionellen Portfoliohandel und dem Verkauf von Eigentumswohnungen an Privatanleger ihre Aktivitäten im Bereich Projektentwicklung.

2011 übernahm sie den Bereich Wohnungsprivatisierung der Colonia Real Estate AG mit den beiden Unternehmen Accentro und Colonia Residential Sales. 2012 wurde die Unternehmensstrategie neu ausgerichtet; Schwerpunkte bildeten seither die Geschäftsfelder Aufbau und Bewirtschaftung eines ertragsstarken Bestandes sowie Wohnungsprivatisierung. Die Aktivitäten im Bereich Projektentwicklung wurden aufgegeben.[4][5]

Im Juni 2014 übernahm das Frankfurter Immobilienunternehmen Adler Real Estate AG mit Sitz in Hamburg die Estavis AG.[6]

Am 5. Januar 2015 erfolgte gemäß einem Beschluss der Hauptversammlung im November 2014 die Umbenennung der Estavis AG in Accentro Real Estate AG.

Im November 2017 übernahm die Holdinggesellschaft Brookline Real Estate S.à.r.l. die Mehrheit an der Accentro Real Estate AG.[7]

Geschäftsmodell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Accentro Real Estate AG erwirbt deutschlandweit Mietwohnungsbestände mit dem Ziel, diese in Eigentumswohnungen umzuwandeln und anschließend an Mieter, Eigennutzer oder Kapitalanleger zu verkaufen. Dabei konzentriert sich die Accentro Real Estate auf Wohnungsbestände in Berlin sowie in weiteren Metropolregionen, zum Beispiel Hamburg, Rhein-Main, Rhein-Ruhr und Leipzig.

Zusätzlich zum Kerngeschäft der Wohnungsprivatisierung betätigt sich die Accentro Real Estate seit 2018 im Wohnungsneubau und kooperiert dafür mit Projektentwicklern. Dabei bringt sie Eigenkapital ein und übernimmt den Vertrieb der Wohnungen.[8]

Die Accentro GmbH ist ein Tochterunternehmen der Accentro Real Estate und sitzt ebenfalls in Berlin. Sie ist als Dienstleister in der Wohnungsprivatisierung tätig.

Seit 2008 gibt die Accentro GmbH beziehungsweise seit 2016 die Accentro Real Estate AG den Accentro Wohneigentums-Report heraus. Der Bericht informiert jährlich über die Wohneigentums-Transaktionen in allen 82 deutschen Großstädten.[9] Seit 2016 veröffentlicht die Accentro Real Estate gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln den jährlichen Accentro-IW-Wohnkostenreport, für den die Wohnkosten von Mietern und selbstnutzenden Wohnungseigentümern in alle 401 Landkreisen und kreisfreien Städten ausgewertet werden.[10]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Geschäftsmodell der Accentro Real Estate AG steht insbesondere in Berlin in der Kritik.[11] Dem Konzern wird u. a. die Spekulation mit Wohnraum[12], hoher Wohnungsleerstand[13][14] und aggressives Verhalten gegenüber den Mietern[15] vorgeworfen. Mieter aus betroffenen Häusern befürchten ihre Verdrängung[16][17] und haben sich zu einem Netzwerk[18] zusammengeschlossen, das sich im August 2020 mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt hat, in dem die Mieter auf diese für sie problematischen Zustände hinweisen.[19]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2019. (PDF) In: accentro.ag. Abgerufen am 4. November 2020.
  2. Pressemeldung Estavis (Memento vom 14. Januar 2015 im Internet Archive), 5. Januar 2015
  3. Über Uns. In: Website der Accentro Real Estate AG. Abgerufen am 16. Mai 2019.
  4. FOCUS Online: Estavis: Besser wohnen. 31. Oktober 2012, abgerufen am 12. März 2020.
  5. Ein Märchenschloss wird wach geküsst. In: Tagesspiegel.de. 4. September 2010, abgerufen am 12. März 2020.
  6. Übernahme von Estavis AG. (Nicht mehr online verfügbar.) Adler Real Estate, archiviert vom Original am 20. Januar 2015; abgerufen am 13. Januar 2015.
  7. Brookline Real Estate kündigt öffentliches Pflichtangebot an die Aktionäre der Accentro Real Estate AG an. In: dgap.de. 30. November 2017, abgerufen am 16. Mai 2019.
  8. Accentro geht in den Wohnungsneubau. In: iz.de / Immobilien Zeitung. 28. Januar 2019, abgerufen am 16. Mai 2019.
  9. Wohneigentumsreport. In: Webseite der Accentro Real Estate AG. Abgerufen am 16. Mai 2019.
  10. Michael Voigtländer, Björn Seipelt: Accentro-IW-Wohnkostenreport 2018. In: Webseite des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). 17. April 2018, abgerufen am 16. Mai 2019.
  11. Reinhart Bünger: „Berlins Politik ist alles andere als sozial“. In: Der Tagesspiegel. 19. Mai 2019, abgerufen am 25. März 2021.
  12. Reinhart Bünger: „Wir ziehen alle an einem Strang“. In: Der Tagesspiegel. 10. August 2020, abgerufen am 25. März 2021.
  13. Nicolas Šustr: Immobilienlobby greift Milieuschutz an. In: Neues Deutschland. 31. August 2020, abgerufen am 25. März 2021.
  14. Dirk Jericho: Hausinitiative Torstraße 225/227 fordert Vorgehen gegen massiven Wohnungsleerstand. In: Berliner Woche. 13. März 2019, abgerufen am 25. März 2021.
  15. Florian Kistler: Berlins schönstes Wohnungsschmuckstück steht halb leer! In: B.Z. 11. Juni 2020, abgerufen am 25. März 2021.
  16. Lukas Waschbüsch: „Wen wollt ihr hier verarschen?“ In: Die Tageszeitung. 20. August 2019, abgerufen am 25. März 2021.
  17. Reinhart Bünger: „Wir ziehen alle an einem Strang“. In: Der Tagesspiegel. 10. August 2020, abgerufen am 25. März 2021.
  18. Joachim Maiworm: Ein hochprofitables Geschäftsmodell. In: Mieterecho 413. Dezember 2020, abgerufen am 25. März 2021.
  19. Offener Brief an die ACCENTRO Real Estate AG. 22. August 2020, abgerufen am 25. März 2021.