Adler Real Estate

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ADLER Real Estate AG

Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005008007
Gründung 1880
Sitz Berlin, Deutschland Deutschland
Leitung
  • Tomas de Vargas Machuca, Co-CEO
  • Sven-Christian Frank, COO
Mitarbeiterzahl 922 (2019)[1]
Umsatz 903 Mio. Euro (2019)[1]
Branche Immobilienwirtschaft
Website www.adler-ag.com
Stand: 31. Dezember 2019

Die ADLER Real Estate AG (ehemals Adlerwerke vorm. H. Kleyer AG) ist ein börsennotiertes Immobilienunternehmen. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen der Ankauf und die Bewirtschaftung von Wohnimmobilien in Deutschland. Das Unternehmen besaß 2019 mehr als 58.000 Wohneinheiten.[2]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2016 hat die Gesellschaft ihren Unternehmenssitz in Berlin. Dort befindet sich die Konzernzentrale mit Vorstand und Mitarbeitern, die in zentralen Konzernfunktionen wie etwa dem Asset Management, Controlling, Recht oder PR/IR/Kommunikation tätig sind. Am Verwaltungssitz in Hamburg sind Rechnungswesen und zentrale Mietbuchhaltung zu Hause. Die Adler Real Estate AG ist in den letzten drei Jahren durch Übernahme von Immobilienportfolios und Anteilen an Immobilienunternehmen rasch gewachsen. Im Juni 2014 hat Adler Real Estate die Mehrheit der Geschäftsanteile an dem Berliner Immobilienunternehmen Estavis übernommen (heute Accentro AG),[3] Mitte 2015 auch die Mehrheit der Aktien an dem börsennotierten Immobilienunternehmen Westgrund, ebenfalls mit Sitz in Berlin.[4] Adler Real Estate hielt nach der Übernahme 94,9 % der Westgrund-Aktien.[5] Ende 2016 kündigte Adler an, die gesamten Anteile an der Westgrund im Rahmen eines Squeeze-Out zu übernehmen.[6]

Selbst hoch verschuldet, erwarb Adler zum Doppelten des Börsenkurses die in Israel notierte Ado Group, die Immobilien in Berlin über die ADO Properties hielt, an der sie zu 33 % beteiligt war.[7] Kurz darauf kündigte die in Luxemburg notierte ADO Properties ein öffentliches Tauschangebot für die Adler Real Estate an, das im April 2020 erfolgreich abgeschlossen wurde.[8] ADO Properties firmierte anschließend in Adler Group um und kündigte einen Beherrschungsvertrag über die Adler Real Estate AG an. Dieser ist bislang (Stand September 2021) noch nicht vollzogen worden.

Aktionärsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: Mai 2020[9]

Aktionär Anteil in Prozent
Streubesitz 5,8
ADO Properties 91,9
Eigene Aktien 2,3

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hervorgegangen ist die Adler Real Estate aus dem 1880 gegründeten Frankfurter Unternehmen Adlerwerke vorm. H. Kleyer AG.

Die Adlerwerke, die zuletzt in der Herstellung von Büromaschinen tätig gewesen sind, waren seit 1984 im Eigentum von Olivetti. 1993 verkaufte Olivetti die weiterhin börsennotierten Adlerwerke mit dem gesamten historischen Werksgelände in Frankfurt an den Immobilieninvestor Roland Ernst und den Baukonzern Philipp Holzmann. Die noch vorhandene Schreibmaschinenproduktion wurde verlegt und 1998 eingestellt. 1999 übernahm die HBAG Real Estate (vormals Kühltransit AG) von der finanziell angeschlagenen Philipp Holzmann 98,3 % der Aktien der Adlerwerke, nachdem die historischen Gebäude vorher separat verkauft wurden. Die Adlerwerke firmierten danach in Adler Real Estate um und agierten zunächst als der Geschäftsbereich Projektentwicklung von Gewerbeimmobilien im HBAG-Konzern.[10] Nach der Insolvenz der AGIV (auf die die HBAG 2002 verschmolzen worden war) wurde 2005 88,8 % durch die Mezzanine IX Investors übernommen. Es folgten Jahre, in denen Adler sich auf die Verwaltung von Immobilienbeständen Dritter und auf die Entwicklung von Immobilien konzentrierte. Seit 2012 sieht sich Adler im Wesentlichen als Bestandshalter von Wohnimmobilien, hat ihr Geschäftsmodell darauf ausgerichtet und ist durch Akquisitionen gewachsen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Geschäftsbericht 2019. (pdf) In: adler-ag.com. Abgerufen am 9. Mai 2020.
  2. Unternehmen auf www.adler-ag.com, abgerufen am 28. Juli 2019.
  3. Übernahme von Estavis AG. (Nicht mehr online verfügbar.) Adler Real Estate, archiviert vom Original am 20. Januar 2015; abgerufen am 29. Juni 2014.
  4. Übernahme von Westgrund AG. (Nicht mehr online verfügbar.) Adler Real Estate, archiviert vom Original am 2. April 2015; abgerufen am 30. März 2015.
  5. ADLER Estate mit erfolgreicher Übernahme von WESTGRUND, auf www.finanzen.net, abgerufen am 26. Juni 2015
  6. Ankündigung des Ausschlusses der Minderheitsaktionäre der WESTGRUND Aktiengesellschaft (Squeeze-Out) durch die ADLER Real Estate Aktiengesellschaft, auf www.westgrund.de, abgerufen am 23. Januar 2017.
  7. Mark Böschen: Immobilienfusion TLG und Aroundtown. Der Megadeal der Betonmilliardäre. manager magazin 20. Februar 2020
  8. Michael Fabricius: Ado Properties: Übernahme-Coup mit Adler Real Estate. In: DIE WELT. 15. Dezember 2019 (welt.de [abgerufen am 27. Mai 2020]).
  9. Aktionärsstruktur auf www.adler-ag.com
  10. Börsenzulassungsprospekt AGIV Real Estate. (pdf) Prospekt anlässlich Fusion AGIV Real Estate mit der HBAG Real Estate. (Nicht mehr online verfügbar.) 1. September 2002, S. 30ff, archiviert vom Original am 24. Dezember 2013; abgerufen am 10. April 2013.