Acriopsis

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Acriopsis
Acriopsis liliifolia (Synonym: Acriopsis javanica), Illustration

Acriopsis liliifolia (Synonym: Acriopsis javanica), Illustration

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Epidendroideae
Tribus: Cymbidieae
Untertribus: Acriopsidinae
Gattung: Acriopsis
Wissenschaftlicher Name der Untertribus
Acriopsidinae
Dressler
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Acriopsis
Reinw. ex Blume

Die Pflanzengattung Acriopsis aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae) besteht aus acht Arten, die in den Tropen Südostasiens verbreitet sind. Sie wachsen epiphytisch. Charakteristisch ist, dass zwei Blütenhüllblätter miteinander verwachsen sind.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Acriopsis liliifolia var. liliifolia

Die Arten der Gattung Acriopsis wachsen sympodial. Die Sprossachsen sind zu rundlichen oder zwiebelförmigen, dicht beieinander stehenden Pseudobulben verdickt, die aus mehreren Internodien bestehen. Die Wurzeln sind dünn und von Velamen umgeben. Sie bilden eine verzweigte Masse von Luftwurzeln, die herabfallende Blätter und Ähnliches auffangen. Im oberen Bereich der Pseudobulben sitzen zwei bis vier Laubblätter. Sie sind zweizeilig angeordnet, steif abstehend und linealisch geformt. Der Blattgrund umfasst die Sprossachse, er ist durch ein Trenngewebe von der Blattspreite abgesetzt.

Der Blütenstand erscheint seitlich aus der Basis der Pseudobulben. Der Blütenstängel ist dünn, aufrecht bis seitlich überhängend, unverzweigt bis wenig verzweigt. Die resupinierten Blüten blühen nacheinander auf und halten jeweils nur wenige Tage. Sie sind bräunlich, braun-rot, weiß oder grün gefärbt. Die beiden seitlichen Sepalen sind komplett miteinander verwachsen und befinden sich, schaut man die Blüte von vorne an, hinter dem Labellum. Alle Blütenblätter außer der Lippe sind etwa gleich geformt und gefärbt. Die Lippe ist in ihrem unteren Teil mit der Säule zu einer Röhre verwachsen, der freie Teil knickt nach unten ab und ist dreilappig oder ungelappt. Die Säule ist durch zwei kleine abstehende Anhängsel im vorderen Bereich gekennzeichnet. Das Staubblatt sitzt am Ende der Säule unter einer Haube. Es enthält zwei Pollinien, die über ein Stielchen mit einer Klebscheibe (Viscidium) verbunden sind. Jedes Pollinium ist tief gefurcht und seitlich stark zusammengedrückt. Die Narbe besteht aus einer ovalen Fläche.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n=40.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Acriopsis ist im tropischen Asien verbreitet. Im Nordwesten des Verbreitungsgebiets wird Indien besiedelt, vom Süden Chinas reicht die Verbreitung über Hinterindien und die indonesische Inselwelt bis nach Neuguinea und erreicht mit einer Art den Nordosten Australiens.

Es sind epiphytisch wachsende Pflanzen, die im unteren Stammbereich wachsen.

Systematik und botanische Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Acriopsis wurde von Carl Ludwig Blume 1825 mit der Art Acriopsis javanica (heute ein Synonym zu Acriopsis liliifolia) beschrieben. Der Name Acriopsis bedeutet „einer Heuschrecke ähnelnd“, was sich nach Genaust auf das Aussehen der bräunlichen Blüten bezieht,[1] nach „Australian orchid genera“ speziell auf das Aussehen der Säule.

Innerhalb der Tribus Cymbidieae stellt Dressler sie in eine eigene Subtribus Acriopsidinae. Eine früher angenommene Verwandtschaft mit Thecostele bestätigt er nicht, ordnet die Gattung dagegen nahe der Subtribus Cyrtopodiinae ein.

Folgende Arten werden unterschieden:[2]

  • Acriopsis carrii Holttum: Sie kommt auf der Malaiischen Halbinsel vor.[2]
  • Acriopsis densiflora Lindl.: Sie kommt in Malaysia, Borneo und Sumatra vor.[2] Mit zwei Varietäten:
    • Acriopsis densiflora var. borneensis (Ridl.) Minderh. & de Vogel: Sie kommt nur auf Borneo vor.[2]
    • Acriopsis densiflora var. densiflora: Malaysia, Borneo und Sumatra.[2]
  • Acriopsis emarginata D.L.Jones & M.A.Clem.: Nördliches Queensland.[2]
  • Acriopsis floribunda Ames: Philippinen.[2]
  • Acriopsis gracilis Minderh. & de Vogel: Borneo.[2]
  • Acriopsis indica C.Wright: Sie kommt von Assam bis Yunnan und Malesien vor.[2]
  • Acriopsis inopinata Phoon & P.O'Byrne: Die 2009 erstbeschriebene Art kommt auf der Malaiischen Halbinsel vor.[2]
  • Acriopsis latifolia Rolfe: Sie kommt auf der Malaiischen Halbinsel vor.[2]
  • Acriopsis liliifolia (J.König) Seidenf.: Mit zwei Varietäten:
    • Acriopsis liliifolia var. auriculata (Minderh. & de Vogel) J.J.Wood: Sie kommt von Indochina bis ins westliche Malesien vor.[2]
    • Acriopsis liliifolia var. liliifolia (Syn.: Acriopsis javanica Reinw. ex Blume): Sie kommt vom Sikkim bis zu den Inseln im nordwestlichen Pazifik vor.[2]
  • Acriopsis ridleyi Hook.f.: Sie kommt in Thailand, Malaysia und Borneo vor.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jim B. Comber: Orchids of Java. Bentham-Moxon Trust, Kew 1990, ISBN 0-947643-21-4, S. 386 f.
  • Robert L. Dressler: Phylogeny and Classification of the Orchid Family. University Press, Cambridge 1993, ISBN 0-521-45058-6, S. 167 f.
  • Xinqi Chen, Jeffrey J. Wood: Acriopsis. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Hong Deyuan (Hrsg.): Flora of China. Band 25. Missouri Botanical Garden Press, St. Louis 2009, S. 280 (efloras.org).
  • D.L. Jones, T. Hopley, S.M. Duffy, K.J. Richards, M.A. Clements, X. Zhang: Australian Orchid Genera. Csiro Publishing, 2006 (gov.au [abgerufen am 26. Mai 2008]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. Nikol Verlagsgesellschaft, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7.
  2. a b c d e f g h i j k l m n Rafaël Govaerts (Hrsg.): Acriopsis - World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 3. Juli 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Acriopsis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien