Adolf Martin Ritter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Adolf Martin Ritter (* 23. November 1933 in Schwarzenborn) ist ein deutscher Theologe und Kirchenhistoriker. Er ist emeritierter Professor der Universität Heidelberg.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ritter absolvierte ein Studium der Evangelischen Theologie in Marburg, Heidelberg, Göttingen und Athen. In der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck wurde er zum Pfarrdienst ordiniert. An der Universität Heidelberg erlangte er 1962 den Doktor der Theologie mit der Schrift Studien zur Geschichte und Theologie des II. Ökumenischen Konzils von Konstantinopel 381. Danach habilitierte er sich 1971 im Fach Kirchengeschichte in Göttingen mit seiner Studie Charisma im Verständnis des Joannes Chrysostomos und seiner Zeit, und war dort als Dozent und schließlich als Professor tätig. Von 1978 bis 1981 bekleidete er eine Professur für Kirchengeschichte in Marburg. Im Anschluss war er bis zu seiner Emeritierung im März 1999 Ordinarius für Historische Theologie (Patristik) in Heidelberg.[1] Seine Forschungsschwerpunkte sind das antike und mittelalterliche Christentum, Ostkirchenkunde und Kirchliche Zeitgeschichte.[2] Ritter ist langjähriges Mitglied des Heidelberger Kolloquiums zu christlichen Texten der Antike, des „Kirchenväterkolloquiums“.

Ritter war Präsident der Association Internationale d’Études Patristiques (1983–1991) und der Patristischen Kommission der Deutschen Akademien der Wissenschaften (ab 1996). Ihm wurde zweimal von rumänischen Universitäten die Ehrendoktorwürde verliehen (2000 Cluj-Napoca, 2002 Oradea).[1]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Konzil von Konstantinopel und sein Symbol. Studien zur Geschichte und Theologie des II. Ökumenischen Konzils. (= Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte. 15). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1965. Zugleich: Dissertation, Universität Heidelberg 1962.
  • Charisma im Verständnis des Joannes Chrysostomos und seiner Zeit. Ein Beitrag zur Erforschung der griechisch-orientalischen Ekklesiologie in der Frühzeit der Reichskirche. (= Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte. 25). Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1972, ISBN 3-525-55129-0. Zugleich teilweise: Habilitationsschrift, Universität Göttingen 1970/71.
  • Charisma und Caritas. Aufsätze zur Geschichte der Alten Kirche. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1993, ISBN 3-525-58160-2. (Festschrift zum 60. Geburtstag von Adolf Martin Ritter. Darin Bibliographie S. 349–358. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)).

Herausgeber und Mitherausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen. Neukirchen-Vluyn (seit 1977).
  • Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte. Göttingen (seit 1990–2003).
  • Theologische Rundschau (seit Jahrgang 49 [1984], bis einschl. 65 [2000]).
  • Theologische Wissenschaft. Sammelwerke für Studium und Beruf. Stuttgart u. a. (seit 1989).
  • Philanthropia kai Eusebeia. Festschrift für Albrecht Dihle zum 70. Geburtstag, hrsg. von Glenn W. Most, Hubert Petersmann, Adolf Martin Ritter, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1993 (Verzeichnis der Schriften A. Dihles S. 482–493). ISBN 3-525-25751-1
  • Quaerite faciem eius semper. Studien zu den geistesgeschichtlichen Beziehungen zwischen Antike und Christentum. Dankesgabe für Albrecht Dihle zum 85. Geburtstag aus dem Heidelberger "Kirchenväterkolloquium", hrsg. von Andrea Jördens, Hans Armin Gärtner, Herwig Görgemanns, Adolf Martin Ritter, Hamburg: Dr. Kovač 2008 (Fortführung des Verzeichnisses der Schriften A. Dihles S. 404–410). ISBN 978-3-8300-2749-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Adolf Martin Ritter (Hrsg.):"Kirche und Staat" im Denken des frühen Christentums. Lang, Bern 2005, ISBN 3-906770-69-9, S. 288.
  2. Heimo Hofmeister, Michael Wladika (Hrsg.): Gedachter Glaube: Festschrift für Heimo Hofmeister zum 65. Geburtstag. Verlag Königshausen & Neumann, 2005, ISBN 3-826030-55-9, S. 313.