Carl Andresen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Carl Andresen (* 28. Juli 1909 in Agerskov; † 21. Juni 1985 in Göttingen) war ein deutscher evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Andresen studierte in Tübingen und Berlin evangelische Theologie. Von 1932 bis 1940 war er als Pfarrer in Sörup tätig, von 1940 bis 1947 im Kriegsdienst und in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. Von 1948 bis 1956 wirkte er als Klinikseelsorger in Kiel. 1951 wurde er mit der Arbeit Justin und der mittlere Platonismus an der Universität Kiel promoviert. 1953 habilitierte er sich in Kiel mit der Arbeit Logos und Nomos. Die Polemik des Kelsos wider das Christentum und wurde Privatdozent. 1956 wurde Andresen ordentlicher Professor für Neues Testament und Alte Kirchengeschichte unter Einschluss der Christlichen Archäologie an der Universität Marburg, 1961 ging er als Professor für Kirchengeschichte an die Universität Göttingen, wo er auch eine Christlich-Archäologische Abteilung begründete. 1977 wurde er emeritiert.

Andresen wurde 1955 Mitglied der Mommsen-Gesellschaft, 1958 der Studiorum Novi Testamenti Societas und 1962 der Göttinger Akademie der Wissenschaften. Zudem gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Patristischen Kommission im Jahr 1960. Er war Mitherausgeber des Lexikon der Alten Welt.

Andresen beschäftigte sich mit der Kirchengeschichte und galt auf diesem Gebiet als einer der profiliertesten Gelehrten Deutschlands. Daneben befasste er sich mit der Christlichen Archäologie. Zu seinen akademischen Schülern gehören Gernot Wießner und sein langjähriger Assistent Adolf Martin Ritter.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Logos und Nomos. Die Polemik des Kelsos wider das Christentum (= Arbeiten zur Kirchengeschichte, Band 30). de Gruyter, Berlin 1955.
  • Zum Augustingespräch der Gegenwart. Mit Bibliographie. Wissenschaftl. Buchgesellschaft, Darmstadt 1962 [auch: Wienand, Köln 1962].
    • Bibliographie auch separat veröffentlicht: Bibliographia Augustiniana. Wissenschaftl. Buchgesellschaft, Darmstadt 1962.
  • Geschichte des Christentums I. Von den Anfängen bis zur Hochscholastik (= Theologische Wissenschaft Bd. 6). Kohlhammer, Stuttgart 1975.
    • [Neuausgabe, hrsg. von Adolf Martin Ritter]: Geschichte des Christentums I. Altertum. 1993; 2. II. Frühmittelalter – Hochmittelalter. 1995.
  • Einführung in die christliche Archäologie. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1971, ISBN 3-525-52302-5 (Die Kirche in ihrer Geschichte, Lieferung B, Teil 1, Band 1).
  • mit Georg Denzler: Wörterbuch der Kirchengeschichte. Kösel, München 1982, ISBN 3-466-20227-2.
    • italienische Ausgabe: Dizionario storico del cristianesimo. Ed. Paoline, Mailand 1992, ISBN 88-215-2450-7.
    • polnische Ausgabe: Leksykon historii Kościoła. Świat Ksia̜żki, Warschau 2005, ISBN 83-7391-546-X.
    • auch als dtv-Wörterbuch der Kirchengeschichte. dtv, München 1993, ISBN 3-423-03245-6.
  • Theologie und Kirche im Horizont der Antike. Gesammelte Aufsätze zur Geschichte der Alten Kirche (= Arbeiten zur Kirchengeschichte Bd. 112). Hrsg. von Peter Gemeinhardt. de Gruyter, Berlin [u. a.] 2009. ISBN 978-3-11-021642-4.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]