Agamemnon

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Kopf des Agamemnon (Ausschnitt aus einem schwarzfigurigen Weinkrug, ca. 520 v. Chr., Louvre von Paris)

Agamemnon (altgriechisch Ἀγαμέμνων, neugriechisch Αγαμέμνονας, „sehr energisch“) ist in der griechischen Mythologie ein Herrscher von Mykene und der Anführer der Griechen im Trojanischen Krieg.

Mythos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Agamemnon war der Sohn des Atreus (und gehörte somit zum Geschlecht der Atriden) und der Aërope. Er stammte damit von Tantalus ab und unterlag daher dem Fluch der Tantaliden. Seine Ehefrau war Klytaimnestra. Nach einer späten Version, die wahrscheinlich erst Euripides erdichtet hat,[1] war Klytaimnestra zuvor mit Tantalos, Sohn des Thyestes oder des Broteas, verheiratet, den Agamemnon tötete. Mit ihr war Agamemnon Vater der Iphigenie, der Elektra, des Orestes und der Chrysothemis. Als Oberbefehlshaber der Griechen führte er die griechischen Fürsten gegen Troja.

Der mythische Anlass des Trojanischen Kriegs war die Entführung der Frau seines Bruders Menelaos, der schönen Helena, nach Troja durch Paris. Nach der Sammlung des Heeres und der Flotte konnten diese noch nicht aufbrechen, da Artemis Gegenwinde sandte, nachdem Agamemnon in Aulis eine ihrer heiligen Hirschkühe erlegt hatte. Um die Winde zu besänftigen, riet ihm der Seher Kalchas, seine Tochter Iphigenie der Göttin zu opfern. Im letzten Moment aber erbarmte sich Artemis, legte stattdessen eine Hirschkuh auf den Altar und entführte Iphigenie nach Tauris.

Als Oberkönig und Heerführer der Achaier führt Agamemnon die Bezeichnung Anax andron, zu deutsch Herr der Männer. Agamemnon, den die Ilias zuweilen als arrogant und egoistisch erscheinen lässt, führte die Achaier mit Stärke, doch schien es ihm dabei an Weitblick zu mangeln. Vor allem sein Streit mit Achilleus bringt die Achaier in schwere Bedrängnis: Agamemnon hat die Chryseis, die Tochter des Apollon-Priesters Chryses, als Ehrgeschenk zugesprochen bekommen. Als der Priester die Tochter von Agamemnon freikaufen wollte, wurde er von Agamemnon bedroht und verjagt, woraufhin Chryses zu Apollon betete, er möge die hochmütigen Achaier strafen. So erregte Apollon mit seinen Pfeilen eine schlimme Seuche im Lager der Griechen, und im Kriegsrat der griechischen Fürsten machte der Seher Kalchas auf Achilleus’ Anweisung Agamemnon für die Seuche verantwortlich, der zähneknirschend seine Beute zurückgeben musste. Da er als Oberkönig aber nicht ohne Ehrgeschenk sein kann, beschafft er sich von einem der Fürsten einen Ersatz. Durch seinen Raub der Kriegstrophäe des – am Verlust schuldigen – Achilleus, der Jungfrau Briseis, stürzte er die Achaier in eine Krise, da sich Achilleus gekränkt vom Kampf zurückzog. Im 11. Gesang hat er seine Aristie: Er wird bei der Einkleidung in seine Rüstung und dann als unwiderstehlicher Kämpfer gezeigt, der viele Trojaner tötet.

Nach zehnjähriger Belagerung fiel Troja. Auf der Heimfahrt wurde Agamemnon durch einen Sturm auf die Insel Kreta verschlagen, wo er drei Städte gründete. Zwei davon benannte er nach Orten in seiner Heimat, der dritten gab er zum Andenken an seinen Sieg den Namen Pergamon.[2] Kurz darauf kehrte er mit der trojanischen Seherin Kassandra nach Mykene zurück. Dort wurde er von seiner Frau Klytaimnestra und ihrem Geliebten Aigisthos im Bad erdolcht – als Strafe dafür, dass Agamemnon Iphigenie geopfert hatte; nach einer Version der Sage wurde auch Kassandra ermordet (nach einer anderen verschonte Klytaimnestra Kassandra, und diese ging nach Kolchis). Wegen des Mordes an seinem Vater tötete Agamemnons Sohn Orestes Jahre später seine Mutter.

Die Spartaner sahen sich als Nachfahren Agamemnons, womit sie auch ihre Führungsrolle in Griechenland begründeten.[3] Aus diesem Grunde wurden die Gebeine Orestes’ nach Sparta überführt.[4] Es wird aber auch in der modernen Forschung die Meinung vertreten, dass Agamemnon ursprünglich als König von Sparta galt und zusammen mit Menelaos ein Doppelkönigtum bekleidete. Erst die Homerischen Epen hätten ihm die Rolle des Königs von Mykene zugewiesen.[5]

Genealogie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genealogie des Agamemnon

Goldmaske des Agamemnon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldmaske des Agamemnon

1876 entdeckte Heinrich Schliemann bei Ausgrabungen in Mykene eine goldene Maske, die er dem mythischen Agamemnon zuordnete. Nach heutigen Erkenntnissen stammt diese Goldmaske des Agamemnon allerdings aus dem 16. Jahrhundert v. Chr., also ungefähr drei Jahrhunderte vor der Zeit, die für den eventuellen historischen Kern der Sagen um Troja angenommen wird.

Benennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Agamemnon ist der Mount Agamemnon in der Antarktis benannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Agamemnon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Agamemnon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Otto Höfer: Klytaimnestra. In: Wilhelm Heinrich Roscher (Hrsg.): Ausführliches Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Band 2,1, Leipzig 1894, Sp. 1233 (Digitalisat).
  2. Velleius Paterculus, Historia Romana 1,1,2.
  3. Herodot: Historien. Deutsche Gesamtausgabe, übersetzt von A. Horneffer, neu herausgegeben und erläutert von H. W. Haussig, mit einer Einleitung von W. F. Otto, Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1971, S. 738 f.
  4. Herodot, 1,67 f.
  5. Wolfgang Kullmann: Festgehaltene Kenntnisse im Schiffskatalog und im Troerkatalog der Ilias. In: Wolfgang Kullmann, Jochen Althoff (Hrsg.): Vermittlung und Tradierung von Wissen in der griechischen Kultur. Günter Narr, Tübingen 1993, S. 140 ff. mit Belegen und weiterer Literatur.
Vorgänger Amt Nachfolger
Thyestes König von Mykene
13. / 12. Jh. v. Chr.
(fiktive Chronologie)
Aigisthos