Broteas (Sohn des Tantalos)

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Broteas (griechisch Βροτέας) ist eine Person der griechischen Mythologie.

Er ist der Sohn des Tantalos und der Euryanassa und Bruder der Niobe und des Pelops[1] und somit einer der fluchbehafteten Tantaliden. Nach Pausanias ist er der Vater eines ebenfalls Tantalos genannten Sohnes,[2] des ersten Gatten der Klytaimnestra, der meist als Sohn des Thyestes genannt wird.[3][4] Bei Pseudo-Apollodor ist er ein Jäger, verachtet aber die Jagdgöttin Artemis und behauptet, dass ihm Feuer nichts anhaben könne, weshalb er sich im Wahn ins Feuer stürzt und dort verbrennt.[5]

Pausanias beschreibt in seinem Werk das Bild einer Muttergöttin, das heute als Felsrelief von Manisa bekannt ist. Er erzählt, die Magnesier haben Broteas als dessen Erbauer angesehen.[6]

In Ovids Ibis, wird ebenfalls ein Broteas genannt, der seinen Tod im Feuer gefunden hat, als Grund dafür wird seine Todessehnsucht (cupidine mortis) angegeben.[7] Scholien zu dieser Stelle deuten die Wendung cupidine mortis dahingehend, dass er ein Sohn des Zeus gewesen sei, der ihn für seine Schlechtigkeit geblendet habe. Der Mythograph Natale Conti (1520-1582) gibt Minerva und Vulcanus als seine Eltern an, der Grund für die Selbstverbrennung sei seine Hässlichkeit gewesen.[8]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Broteas im Greek Myth Index (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Scholion zu Euripides Orestes 5. In: Mantissa Proverbiorum II 94.
  2. Pausanias, 2, 22, 3.
  3. Pausanias, 2, 18, 2.
  4. Pseudo-Apollodor, Epitome 2, 16.
  5. Pseudo-Apollodor, Epitome 2, 2.
  6. Pausanias, 3, 22, 4.
  7. Ovid, Ibis 515 f.
  8. Natale Conti, Mythologiae sive explicationis fabularum libri decem 2, 6.