Agnes Randolph

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Agnes Randolph, 4. Countess of Moray, genannt Black Agnes (* um 1308; † 1369), war die Frau von Patrick Dunbar, 9. Earl of Dunbar, und Countess of Dunbar and March.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Agnes wurde um 1308 als Tochter von Thomas Randolph, 1. Earl of Moray, und Isabel Stewart geboren.[1] Ihrem Vater wurde der Titel Guardian of Scotland verliehen, als er für den zu der Zeit unmündigen König David II. mit weiteren Lords die Regentschaft ausübte. Agnes hatte zwei Brüder, Thomas Randolph, 2. Earl of Moray, gestorben 1346, und John Randolph, 3. Earl of Moray, der seinem Vater ins Amt des Guardian of Scotland nachfolgte, sowie eine Schwester, Isabella. Ihren Beinamen Black Agnes erhielt Agnes wegen ihres dunklen Teints.[2]

Agnes Randolph heiratete im Jahr 1324 Patrick, Earl of Dunbar and March. Dieser wurde im Jahr 1333 von den Engländern gefangen genommen und schwor König Edward III. die Treue. Dafür bekam er die Erlaubnis, seine zuvor zerstörte Burg Dunbar Castle wiederaufzubauen. Bereits im Jahr 1335 wechselte Patrick auf die Seite derer, die für die Schottische Unabhängigkeit kämpften, und machte Dunbar Castle zu einem Zentrum im Kampf gegen die Engländer.[2]

Im Jahr 1338 war Agnes als Burgherrin allein auf Dunbar Castle, als es von William Montagu, 1. Earl of Salisbury, mit einer Armee angegriffen und über fünf Monate belagert wurde.[3][4] Agnes verteidigte die Burg mit der verbliebenen Besatzung und den anwesenden Ladys ihres Gefolges. Salisbury ließ die Burg mit Katapulten beschießen, jedoch ohne Erfolg. Er brachte einen Belagerungsturm in Stellung, den Agnes mit den Felsblöcken, die Salisbury zuvor auf die Burg hatte katapultieren lassen, zerstören ließ. Überliefert ist die Geschichte, dass Agnes oder eine der Ladys aus ihrem Gefolge mit einem Taschentuch die Zinnen gereinigt habe, nachdem sich der Rauch des Angriffs verzogen hatte.[3]

Danach versuchte Salisbury, eine Wache zu bestechen, damit das Tor geöffnet werde. Der Wachmann nahm das Bestechungsgeld von Salisbury entgegen und informierte Agnes, die Salisbury erwartete und versuchte, ihn mit dem Fallgatter auf der Burg festzusetzen. Dies misslang, da sich einer der Männer vor Salisbury schob und ihn so vor der Gefangennahme schützte.[4] Schließlich versuchte man, Agnes zu erpressen: Ihr Bruder, John Randolph, 3. Earl of Moray, war in englische Gefangenschaft geraten, und Agnes wurde mit seinem Tod gedroht. Agnes erwiderte, dass sie das ruhig tun sollten, denn dann wäre sie die Erbin der Grafschaft ihres Bruders. Nach fünf Monaten wurde die Belagerung beendet. Salisbury zog mit seinen Männern ab und schloss sich Edward III. im Hundertjährigen Krieg an. Die Belagerung von Dunbar Castle war eine der letzten großen Militäraktionen der Engländer in den Schottischen Unabhängigkeitskriegen.[2][4]

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Black Agnes in einer Abbildung aus H. E. Marshalls Scotland’s Story (1906)

Agnes Randolph hatte mit Patrick Dunbar eine Tochter Agnes Dunbar, Hofdame bei Königin Johanna und kurz vor dessen Tod Mätresse von König David II. von Schottland, der sie heiraten wollte.

Die Titel gingen an die Söhne von Agnes’ Schwester Isabella Randolph, die mit John de Dunbar of Derchester and Birkynside, dem Cousin von Patrick, verheiratet war: George de Dunbar, 10. Earl of Dunbar, und John Dunbar, 1. Earl of Moray.

Moderne Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Judy Chicago widmete Agnes Randolph eine Inschrift auf den dreieckigen Bodenfliesen des Heritage Floors ihrer Installation The Dinner Party. Die mit dem Namen Agnes of Dunbar beschrifteten Porzellanfliesen sind dem Platz mit dem Gedeck für Christine de Pizan zugeordnet.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pedigree: Agnes RANDOLPH. In: fabpedigree.com. Abgerufen am 14. Dezember 2017.
  2. a b c Agnes Randolph. In: scotsman.com. Abgerufen am 14. Dezember 2017 (englisch).
  3. a b Richard Dargie: Scottish Castles & Fortifications. GW Publishing, Berks 2009, ISBN 978-0-9561211-0-3, S. 59.
  4. a b c Historical Tales of the Wars of Scotland, and of the Border Raids, Forays, and Conflicts. Fullarton, 1849, S. 88 ff. (books.google.de).
  5. Brooklyn Museum: Agnes of Dunbar. In: brooklynmuseum.org. Abgerufen am 14. Dezember 2017.