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Agojie

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Eine Gruppe Dahomey-Amazonen um 1890
Seh-Dong-Hong-Beh, Anführerin der Agojie

Die Agojie (auch Dahomey-Amazonen) waren eine bewaffnete Gruppe im Königreich Dahomey, die nur aus Frauen bestand.

Houegbadja, von 1645 bis 1685 der dritte König Dahomeys, soll der Initiator des speziellen Militärregiments gewesen sein – damals als ein Korps von Elefantenjägerinnen. Alternativ wird die Gründung der Amazonengruppe auch Königin Tassin Hangbè zugeschrieben, die von 1708 bis 1711 regierte und die Kriegerinnen als Teil der Palastwache eingeführt haben könnte. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte jedenfalls im Jahr 1729 und ihren Höhepunkt erreichten die Agojie im 19. Jahrhundert unter König Gezo, der sie – aufgrund anhaltender Kriege und eines daraus resultierenden starken Rückgangs der männlichen Bevölkerung – offiziell in die Armee des Königreichs aufnahm. Im Jahr 1840 soll die Stärke der Einheit bei 6000 Frauen gelegen haben. Mit dem Ende des unabhängigen Königreichs Dahomey endete auch die Geschichte der Agojie.[1][2]

Völkerschau der „Amazonen von Dahomey“

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Plakat zur Völkerschau „Amazonen-Corps – Wilde Weiber aus Dahomey“ von 1898

Zwischen 1888 und 1903 tourte eine Völkerschau-Gruppe von wechselnd 20 bis 80 Personen durch zahlreiche europäische Städte. Die über 15 Jahre dauernde Völkerschau der „Amazonen von Dahomey“ wurde von einer Reihe verschiedener Impresarios veranstaltet. Die Gruppe bestand zu zwei Dritteln aus Frauen, die als vermeintliche Amazonen vermarktet wurden, tatsächlich aber zum großen Teil aus Togo stammten. Die bei den Schauen gezeigten Kriegstänze und Schaukämpfe waren nur Inszenierungen.

Monument Amazone in Cotonou, Benin

Eingang in die Populärkultur haben die Agojie über die Black-Panther-Comics gefunden, als im Jahr 1998 erstmals eine weibliche Eliteeinheit namens Dora Milaje zu sehen war und diese 20 Jahre später im Kinofilm Black Panther „deutliche Züge“ des Vorbilds angenommen hat. Mit The Woman King kam 2022 ein fiktiver Historienfilm in die Kinos, der explizit die Geschichte der Agojie verarbeitet.[3]

2015 veröffentlichte die UNESCO das bebilderte Jugendbuch The Women Soldiers of Dahomey (Die Soldatinnen von Dahomey) als Teil ihrer Reihe über Frauen in der Geschichte Afrikas.[4] Als visuelle Interpretation für den Einsatz im Unterricht erzählt er die Geschichte der Agojie im Zusammenhang mit der europäischen Kolonialherrschaft in Afrika und endet mit ihrer Bedeutung für die heutige Republik Benin: „Zusätzlich zu den Spuren, die sie im kollektiven Gedächtnis hinterlassen haben, hinterließen die Soldatinnen Tänze für die Republik Benin, die bis heute in Abomey aufgeführt werden, sowie Lieder und Legenden. Heute gibt es viele Soldatinnen in den Streitkräften Benins. Sie halten die Erinnerung an die Soldatinnen des Königreichs Dahomey lebendig.“[5]

Im Sommer 2022 wurde in Cotonou das Monument Amazone eingeweiht, eine 30 m hohe und 150 Tonnen schwere Statue, die an die Agojie erinnern soll.

Commons: Agojie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Cochimau S. Houngbadji: Bénin: le gouvernement clarifie l'identité de la statue érigée à "Esplanade des Amazones". In: beninwebtv.com. 15. Mai 2022, abgerufen am 6. Mai 2023 (französisch).
  2. Meilan Solly: The Real History Behind 'The Woman King' – The Agojie Warriors of Dahomey. In: smithsonianmag.com. 15. September 2022, abgerufen am 12. Dezember 2023 (englisch).
  3. Alexander Walter: Vorlage für "The Woman King": Die Agojie – Westafrikas weibliche Soldaten. In: web.de. 6. Oktober 2022, abgerufen am 12. Dezember 2023.
  4. The Women Soldiers of Dahomey. In: www.unesco.org. UNESCO, 2014, archiviert vom Original am 29. Oktober 2021; abgerufen am 18. Februar 2026 (englisch, französisch).
  5. The women soldiers of Dahomey - pedagogical unit. In: en.unesco.org. UNESCO, 2014, archiviert vom Original am 7. Juni 2015; abgerufen am 18. Februar 2026 (englisch).