Ahornholz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ahornholz
Ahorn (Riegelahorn)
Baumarten

Bergahorn, Spitzahorn, Zuckerahorn und andere

Herkunft

Eurasien, Nordamerika

Farbe

gelblich-weiß, weiß, rötlich-weiß

Materialeigenschaften
Rohdichte Mittelwert Bergahorn 623 kg/m3
Spitzahorn 653 kg/m3
Rohdichte Grenzwerte Bergahorn 530–790 kg/m3
Spitzahorn 560–810 kg/m3
Biegefestigkeit
Spitzahorn 114–137 N/mm2
Druckfestigkeit Bergahorn 58 N/mm2
Spitzahorn 59–62 N/mm2
Zugfestigkeit Bergahorn 82 N/mm2
Spitzahorn 100–155 N/mm2
Brinellhärte 30 N/mm²
Wärmeleitfähigkeit Bergahorn 0,16–0,18 W/Km
Spitzahorn 0,14 W/Km
Brennstoffeigenschaften
Brennwert 3,75

Als Ahornholz wird das Holz der Ahorne (Gattung Acer) bezeichnet, einer Gattung von sommergrünen Bäumen und Sträuchern, die in bis zu 200 Arten über weite Teile Eurasiens und Nordamerikas verbreitet sind. Es wird vor allem als Möbelholz genutzt.

Arten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Eurasien ist vor allem das Holz einiger hochwachsender Arten wie des Bergahorns (A. pseudoplatanus) und des Spitzahorns (A. platanoides) kommerziell relevant.
  • In Nordamerika sind vor allem vier Arten von Bedeutung:
  • Im ostasiatischen Raum spielt der Japanische Ahorn (A. pictum) eine zentrale Rolle.

Weitere Arten wie der Feldahorn (A. campestre) oder der Griechische Ahorn (Acer heldreichii) haben nur eine untergeordnete oder regionale Bedeutung.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Holz der Bergahorne zählt zu den wertvollen Edellaubhölzern. Sowohl das Splint- als auch das Kernholz sind gelblich weiß bis weiß gefärbt, beim Spitzahorn eher rötlich-weiß. Splint und Kern setzen sich daher farblich nicht oder kaum voneinander ab. Die Jahresringe sind deutlich erkennbar, zwischen den Jahresringen sind die unregelmäßig angeordneten Poren und häufig auch die Markstrahlen als Flecken oder Streifen deutlich erkennbar.

Das Holz besitzt eine mittlere Dichte von 623 bzw. 653 kg/m3 (Berg- bzw. Spitzahorn) und stellt damit eine mittelschwere Holzart dar. Es ist elastisch und zäh, zugleich jedoch hart und besitzt nur ein geringes Schwindmaß. Die Biegefestigkeit ist gut. Zum Vergleich werden in der nebenstehenden Tabelle die physikalischen Eigenschaften der als Holzlieferanten wichtigsten Ahornhölzer dargestellt.

Im Trockenen ist Ahornholz sehr gut haltbar, dies trifft vor allem bei der Verwendung im Innenausbau zu. Die Oberflächen lassen sich gut bearbeiten, leicht polieren, beizen und einfärben, auch die Behandlung mit Lacken ist problemlos. Das Holz ist zudem gut spaltbar. Während der Trocknung neigt das Holz allerdings zur Verfärbung, daher müssen die Stämme nach der Fällung sehr schnell eingeschnitten und vertikal gelagert werden.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Bank aus stark gezeichnetem Zucker-Ahornholz
Die Guslen der Bewohner des Balkans werden aus Ahornholz hergestellt.

Ahornholz wird vor allem im Möbelbau und im Innenausbau verwendet. Besonders in den 1950er- bis Mitte der 1960er-Jahre waren schlichte wie auch geriegelte Ahornfurniere ein sehr begehrtes Möbelholz. Wegen seiner Tendenz zum relativ raschen Vergilben ist aber der Einsatz für die Außenfronten im Möbelbau stark zurückgegangen. Heute wird es bei hochwertigen Möbeln noch für die Innenauskleidung verwendet. Kunsttischlern dient das Ahornholz für die Herstellung feinster Möbel und Intarsienarbeiten (Einlegearbeiten).

Eine spezielle Verwendungsart des Ahorns sind aus Vollholz hergestellte Tischplatten, beispielsweise für Wirtshaustische, die traditionell unlackiert bleiben. Für Parkettböden und den Treppenbau ist Ahorn ebenfalls gut geeignet.

Seit langem wird ausgesuchtes Berg-Ahornholz im Musikinstrumentenbau als Zier- und Resonanzholz zur Herstellung von Zupf-, Streich- und Blasinstrumenten und Schlagzeugkesseln verwendet.

Drechsler, Schnitzer und Bildhauer verwenden für ihre Arbeiten gerne das feinporige Ahornholz. Für Haus-, Spiel und Küchengeräte, sind die Feinporigkeit und die chemischen Eigenschaften des Holzes von Bedeutung, die selbst den Kontakt mit Lebensmitteln zulassen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ahornholz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Thun: Nutzholzarten. Verlag V. Thun, Vechte 1993, ISBN 3-9803347-0-8, S. 52–53.
  • Josef Fellner, Alfred Teischinger, Walter Zschokke: Holzspektrum. Ansichten, Beschreibungen und Vergleichswerte. proHolz – Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Holzwirtschaft zur Förderung der Anwendung von Holz, Wien 2006, ISBN 3-902320-31-1, S. 12.
  • D. Grosser, W. Teetz: Ahorn. In: Einheimische Nutzhölzer (Loseblattsammlung). Informationsdienst Holz, Holzabsatzfond – Absatzförderungfonds der deutschen Forst- und Holzwirtschaft, 1998, ISSN 0446-2114.