Aircraft Services Lemwerder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Aircraft Services Lemwerder GmbH (ASL)
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Auflösung 2010
Sitz Lemwerder, Deutschland
Leitung Christian Pols (Geschäftsführer)
Mitarbeiterzahl
  • ca. 1.200 (1994)
  • ca. 700 (?)
  • 310 (2010)
Branche Flugzeughersteller, Wartungsbetrieb

ehemaliges Eingangsschild

Die Aircraft Services Lemwerder (ASL) war ein Wartungsbetrieb für zivile Verkehrsmaschinen. Das Werk gehörte zu EADS-Deutschland[1] und ist seit Ende 2010 geschlossen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk im niedersächsischen Lemwerder wurde 1934 von der Weser-Flugzeugbau GmbH (Weserflug) gegründet und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Unter anderem wurden hier die VFW 614 und die Transall C-160 (als eine von drei Taktstrassen) endmontiert. Es liegt auf der gegenüberliegenden Weserseite des Stadtteils Vegesack von Bremen. Das Flugzeugwerk hat einen eigenen Flugplatz (Flugplatz Lemwerder) und direkten Zugang zur Weser. Das Werksgelände ist gut zu erreichen, vor Sturmfluten sicher und sehr gut zu erweitern. Nach mehreren Zusammenschlüssen gehörte das Werk Lemwerder schließlich zur DASA. Diese beschäftigte bis 1994 im Flugzeugwerk ca. 1.200 Mitarbeiter insbesondere mit der Wartung und Instandhaltung von Großflugzeugen. Der damalige Mutter-Konzern, die Daimler-Benz AG, beschloss die Werksschließung. Das Land Niedersachsen und der Unternehmer Jürgen Großmann übernahmen das Flugzeugwerk für eine Deutsche Mark. Das Werk bekam den Namen ASL Lemwerder, beschäftigte ca. 700 Mitarbeiter mit der Wartung und Instandhaltung von hauptsächlich zivilen Großflugzeugen.

Der Unternehmer Großmann hat 2003, ohne die Belegschaft zu informieren, das Werk wieder an die aus der DASA hervorgegangene European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) verkauft. Das Flugzeugwerk bekam den Namen EADS Military Aircraft. Bis Ende 2010 wurden mit 310 Mitarbeitern ein Reparatur- und Neubaubetrieb von Komponenten für das Kampfflugzeug Tornado sowie Komponentenreparatur und Ersatzteilversorgung für die C160 Transall betrieben. Hinzu kamen Rumpfteilefertigungen für den Eurofighter und dem neuen Militärtransportflugzeug A400M (Sektion 15 Side Shell - Flügel-Rumpf Übergang), dessen Rumpfvormontage im Bremer Airbus-Werk gestartet wurde.

Mitte des Jahres 2010 wurden sämtliche Fertigungsaktivitäten von ASL an die Premium Aerotec GmbH übertragen und die Produktion sowie ein Großteil der Mitarbeiter aus Lemwerder an die Premium Aerotec Standorte Nordenham und Varel verlagert. Am 31. Dezember 2010 wurden die Aktivitäten im Flugbau am Standort eingestellt. Ab Januar 2011 übernahm die SGL Rotec die Hallen und das Werksgelände. In den Hallen werden zukünftig Rotorblätter für Windkraftanlagen gefertigt.[3] Am 30. Juni 2011 schloss auch das letzte Außendienstbüro, der Cassidian Air Systems. Damit endet in Lemwerder eine lange Ära des Flugzeugbaus.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EADS will Flugzeugwerft in Lemwerder schließen
  2. http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/lokales/niedersachsen/ende-desflugzeugbaus-lemwerder-sicht-677185.html
  3. Archivlink (Memento des Originals vom 5. Dezember 2008 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sglgroup.com

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]