Akee

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Akee
Akee-Frucht

Akee-Frucht

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae)
Unterfamilie: Sapindoideae
Gattung: Blighia
Art: Akee
Wissenschaftlicher Name
Blighia sapida
K.D.Koenig

Die Akee (Blighia sapida) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) gehört. Sie kommt ursprünglich aus dem tropischen Westafrika und ist heute die Nationalfrucht von Jamaika[1] und wird in tropischen und subtropischen Gebieten auf der ganzen Welt angebaut. Andere Namen der Pflanze sind Ackee, Aki oder Akipflaume. Sie gehört zur gleichen Unterfamilie Sapindoideae wie Litchi (Litchi chinensis) und der Longan (Dimocarpus longan).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweig mit paarig gefiederten Laubblättern und Früchten
Blütenstand

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Akee wächst als immergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen von bis zu etwa 30 Meter. Der Stammdurchmesser kann bis zu 120 Zentimeter betragen. Die Borke ist hellgräulich und glatt. Es können manchmal kleinere Brettwurzel vorhanden sein. Sie hat einen kurzen Stamm und eine dichte Baumkrone.

Die wechselständigen, kurz gestielten und 15 bis 20 cm langen, symmetrischen Laubblätter sind paarig gefiedert und besitzen drei bis fünf Paare Fiederblättchen. Die Blattstiele sind leicht geflügelt. Die kurz gestielten, ledrigen Fiederblätter sind bei einer Länge von bis 15 cm sowie einer Breite bis 8 cm verkehrt-eiförmig bis elliptisch. Die Spitze ist abgerundet bis spitz, die Ränder sind ganz und manchmal wellig. Die Blattunterseite ist spärlich behaart. Nebenblätter fehlen. Am äußeren Ende der Rhachis ist manchmal ein verkümmertes Blättchen vorhanden.[2]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Akee ist falsch polygam-diözisch, also die funktionell eingeschlechtigen Blüten sind auf den unterschiedlichen Exemplaren.[2] Die kurz gestielten, fünfzähligen Blüten stehen in einem achselständigen, schlanken, traubigen, bis 20 cm langen Blütenstand zusammen. Die grünlich-weißen, -gelben und duftenden Blüten sind zwittrig, aber funktionell eingeschlechtlig. Der Kelch ist klein und haarig. Die Kronblätter sind haarig. Es sind bis 6–10, lange Staubblätter mit haarigen Staubfäden vorhanden. Der meist dreikammerige und dreiseitige Fruchtknoten ist oberständig und behaart, mit kurzem Griffel mit kopfiger, geteilter Narbe. Die männlichen Blüten besitzen einen verkümmerten Fruchtknoten, die weiblichen reduzierte Staubblätter. Es ist ein mehrlappiger Diskus vorhanden.[2]

Die ledrige, glatte, verkehrt-eiförmige bis birnenförmige, meist dreiseitige und bis 10 cm große, fachspaltige Kapselfrucht färbt sich bei Reife hellrot bis gelb-orangefarben. Sie öffnet sich in drei große Spalten, dann kommen glänzend-schwarze, glatte Samen zum Vorschein, die an einem weichen, schwammigen, weißlichen Arillus (Peg) sitzen. Die rundlichen, normal 3 bis (selten 5)[3] Samen sind etwa bis 2,5 cm groß, der Arillus an der Basis ist bis etwa 4 cm lang.

Die rosafarbene Raphe (Membrane) wo der Arillus angeheftet ist, ist sehr giftig und muss vorsichtig und immer komplett entfernt werden. Auch muss im richtigen Zeitpunkt geerntet werden, unreife, noch geschlossene Früchte und noch zu wenig, knapp offene oder überreife, stark verrunzelte, bzw. die Arilli, sind zum Verzehr ungeeignet oder giftig.[3][4]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gattungsname Blighia wurde William Bligh, Captain der HMS Bounty, zu Ehren gewählt. Er brachte im Jahr 1793 die ersten Exemplare aus Jamaika nach Kew Gardens und führte sie so in die europäische Wissenschaft ein. Ursprünglich kommt Blighia sapida aus Westafrika und war wahrscheinlich mit Sklaventransporten nach Jamaika gekommen.[6]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstbeschreibung erfolgte durch Karl Dietrich Eberhard Koenig in Ann. Bot. (König & Sims) 2:571, t. 16-17. 1806.[7] Synonyme sind Akea solitaria Stokes, Akeesia africana Tussac, Cupania akeesia Cambess. ex Spach, Cupania sapida (K.D.Koenig) Oken, Cupania edulis Schumach. & Thonn. und Bonannia nitida Raf.

Nahrungsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strukturformel von Hypoglycin
Grössenvergleich

Die Akee ist nicht im Ganzen genießbar. Nur die fleischige Samenmäntel (die Arilli) mit nussigem Geschmack sind essbar. Der Rest der Frucht und auch die Samen sind giftig. Die Giftigkeit kommt von der nicht-proteinogenen Aminosäure Hypoglycin (Hypoglycin A).[8] Die Arilli unreifer, überreifer und selbst reifer Früchte können zu Erbrechen (Vomitus) und Unterzuckerung (Hypoglykämie) führen. Nach Medienberichten kann der Verzehr unreifer oder überreifer Arilli auch zum Tode führen.[9]

Akee und „Saltfish“ (gesalzener und getrockneter Kabeljau) ist ein populäres Gericht der jamaikanischen Küche. „Saltfish“, sautiert mit Akee, Schweinefett, Zwiebeln, Tomaten, Gemüse und mehreren Pfeffersorten wird mit knusprigem Speck und frischen Tomaten garniert gereicht.[10]

Der Arillus ist sehr kalorienreich denn er besteht zu fast 15–19 % aus Fett, er enthält z. B. meist mehr Kalorien als Avocado, der Arillus wird meist gekocht oder geröstet gegessen.

Nährwerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Öl der Samenmäntel ist hellgelb, es kann lange gelagert werden, das Öl aus der Frucht ist rötlich. Akee-Öl ist ein wichtiger Bestandteil der Ernährung vieler Jamaikaner.

Rohe Akee-Arilli haben einen physiologischen Brennwert von etwa 627–1046 kJ/100 g (= 150–250 kcal/100 g) je nach Zusammensetzung.[3][11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • T. K. Lim: Edible Medicinal And Non-Medicinal Plants. Volume 6: Fruits, Springer, 2013, ISBN 978-94-007-5627-4, S. 4–12.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blighia sapida – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • Blighia sapida bei PROTA, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  • Akee auf hort.purdue.edu (englisch).
  • Blighia sapida bei Useful Tropical Plants, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  • Akee In: Spore. 92, April 2001, S. 7 (PDF, englisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ben-Erik van Wyk: Food plants of the world. An illustrated guide. Timber Press, Portland, OR 2005, ISBN 0-88192-743-0, S. 91.
  2. a b c K. Kubitzki: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. X, Springer, 2010, ISBN 978-3-642-14397-7, S. 386.
  3. a b c S. A. Mitchell, S. A. Webster, M. H. Ahmad: Ackee (Bighia sapida) – Jamaica’s top fruit. In: Jamaica journal. 31(1-2), 2008, S. 84–89, online (PDF), auf researchgate.net, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  4. James A. Duke: Handbook of Medicinal Herbs: Herbal Reference Library. CRC Press, 2018, ISBN 978-1-351-08957-9.
  5. Blighia sapida bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  6. Slavery and the natural world. Chapter 5: Diet and nutrition(PDF; 528 kB), bei Natural History Museum, S. 7–8.
  7. online auf babel.hathitrust.org, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  8. H. S. A. Sherratt: Hypoglycin, the famous toxin of the unripe Jamaican ackee fruit. In: Trends in pharmacological sciences. Jg. 2, 1986, ISSN 0165-6147, S. 186–191, doi:10.1016/0165-6147(86)90310-X.
  9. International in brief. The Guardian. Abgerufen am 27. August 2013.
  10. Akee in Jamaica (PDF; 1,4 MB), bei Department of Sociology and Anthropology - College of Charleston, abgerufen am 13. Oktober 2018.
  11. Berechnung aus Angaben in PROTA.