Akkretion (Astronomie)

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Die Entstehung eines Pulsars:
Ein Stern in einem Doppelsternsystem kollabiert zu einem Neutronenstern. Es beginnt Material von seinem Begleiter zu ihm zu strömen (Akkretion). Die einfallende Materie verursacht eine Beschleunigung und das Aussenden hochenergetischer Strahlung. Schließlich ist ein Pulsar entstanden, der sich bis zu 1000 mal pro Sekunde dreht.

Akkretion (lat. accretio „Anwachsen“, „Zunahme“) ist in der Astronomie die Bezeichnung für einen Vorgang, bei dem ein kosmisches Objekt Materie aufgrund seiner Gravitation bzw. von Gezeitenkräften (siehe Roche-Grenze) aufsammelt.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Das aufsammelnde Zentralobjekt heißt Akkretor oder gravitierendes Objekt. Dies sind entweder gewöhnliche Sterne oder kompakte Objekte. Dazu zählen die Weißen Zwerge, Neutronensterne, stellare und supermassereiche Schwarze Löcher. Den Materiestrom nennt man in der Akkretionsphysik den Akkretionsfluss.

Auswirkungen[Bearbeiten]

Die Teilchen, zum Beispiel Atome in Molekülwolken, Staub in einem Protoplanetensystem oder Gas in einem entwickelten Doppelsternsystem erzeugen Planetesimale, Vorläufer von Planeten.

Bei jungen und alten Sternen (z. B. bei T-Tauri-Sternen oder Röntgendoppelsternen) bilden sich durch den Drehimpuls des Systems oft Akkretionsscheiben aus, welche die beobachtbaren physikalischen Effekte dieser Objekte beeinflussen und zum Beispiel als Erklärung für bipolare Ströme dienen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]