Aktion Lebensrecht für Alle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Organisation Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) ist eine deutschlandweit agierende, in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins organisierte Gruppe der Lebensrechtsbewegung. Sie hat ihren Sitz in Augsburg. Die 1977 gegründete ALfA gilt als eine der ältesten Lebensrechtsgruppen in Deutschland.[1]

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein gibt gemeinsam mit den Organisationen Ärzte für das Leben und Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift LebensForum heraus, die sich ausschließlich rechtlichen, politischen und medizinischen Fragen des Lebensrechts widmet. Zusätzlich berichtet das ebenfalls vierteljährlich erscheinende Mitteilungsblatt Lebenszeichen von der Arbeit in den Ortsverbänden.

Außerdem betreibt und finanziert der Verein das Beratungstelefon VitaL – es gibt Alternativen.[2]

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein ist in einen Bundesverband mit einem Bundesvorstand sowie Landes- und Regionalverbände gegliedert, deren regionale Schwerpunkte in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen liegen. Ihr angeschlossen ist die Jugendorganisation „Jugend für das Leben“. ALfA ist Mitglied in dem deutschen Dachverband Bundesverband Lebensrecht (BVL).[3]

Bundesvorsitzende war von 1996 bis 2016 die Ärztin Claudia Kaminski.[4] Sie war unabhängig davon langjährig im Stiftungsrat der Stiftung Ja zum Leben. 2001 war Claudia Kaminski Gründungsmitglied des Bundesverbandes Lebensrecht, BVL, dessen Vorsitzende sie bis 2009 war. 2016 übernahm Alexandra Linder den Bundesvorsitz der ALfA.[5]

Kritik an Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein vertritt in seinem Informationsmaterial die Ansicht, dass Schwangerschaftsabbruch zum sogenannten Post-Abortion-Syndrom führe. Laut eigenen Angaben sind 80 % der Frauen, die abgetrieben haben, von diesem Krankheitsbild betroffen, und nach Angaben der ehemaligen Vorsitzenden des BVL, Claudia Kaminski, gibt es „Hunderttausende, wenn nicht Millionen traumatisierter Frauen“.[6] Das „Post-Abortion-Syndrom“ wird von der Mehrheit der Mediziner nicht anerkannt: Aus einer systematischen Übersichtsarbeit der American Psychological Association, die alle seit 1989 auf Englisch veröffentlichten Studien zum Post-Abortion-Syndrom untersuchte, geht hervor, dass das Risiko für das Auftreten psychischer Probleme bei Frauen nach einer Abtreibung nicht größer sei als bei Frauen, die nach einer ungewollten Schwangerschaft ihr Kind austrügen.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eike Sanders, Ulli Jentsch, Felix Hansen (apabiz e.V.): „Deutschland treibt sich ab!“. Organisierter „Lebensschutz“, Christlicher Fundamentalismus, Antifeminismus. Münster 2014, ISBN 978-3-89771-121-1, S. 63
  2. Eike Sanders, Ulli Jentsch, Felix Hansen (apabiz e.V.): „Deutschland treibt sich ab!“. Organisierter „Lebensschutz“, Christlicher Fundamentalismus, Antifeminismus. Münster 2014, ISBN 978-3-89771-121-1, S. 63 f
  3. Eike Sanders, Ulli Jentsch, Felix Hansen (apabiz e.V.): „Deutschland treibt sich ab!“. Organisierter „Lebensschutz“, Christlicher Fundamentalismus, Antifeminismus. Münster 2014, ISBN 978-3-89771-121-1, S. 63
  4. http://www.bdk-berlin.org/2013/mechthild-loehr-stellt-sammelband-zur-abtreibung-vor/
  5. Bundesvorstand – ALfA. In: www.alfa-ev.de. Abgerufen am 23. Juli 2016.
  6. a b Oda Lambrecht und Christian Baars: Mission Gottesreich: Fundamentalistische Christen in Deutschland. Ch. Links Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86153-512-6, S. 86 f.