Aktionsgemeinschaft Artenschutz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Aktionsgemeinschaft Artenschutz e. V. (AGA)
Logo aga.jpg

Zweck: Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume weltweit, Umweltbildung in Deutschland
Gründungsdatum: 1986
Sitz: Korntal-Münchingen
Website: www.aga-artenschutz.de

Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz e. V. (AGA) setzt sich seit 1986 für den Erhalt von bedrohten Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensräumen ein.

Die AGA ist international tätig, um mit ihrer Projektarbeit weltweit den Schutz und den Erhalt der Natur zu fördern, das Umweltbewusstsein zu stärken und die Zerstörung der Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen zu verhindern.

Die AGA ist als gemeinnützige Natur- und Artenschutzorganisation anerkannt und Mitglied im Deutschen Naturschutzring (DNR).

Gründung und Motivation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein ging aus der Aktion „Rettet die Schildkröten“ hervor, die initiiert wurde, nachdem Brigitte und Günther Peter während einer Urlaubsreise 1981 auf Bali Zeuge des grausamen Abschlachtens hunderter Meeresschildkröten wurden. Mit Unterstützung von Privatpersonen, Vereinen und Organisationen wie dem Verband deutscher Sporttaucher e.V. und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt wurde die Problematik öffentlich gemacht und ein Importverbot von Meeresschildkröten und Produkten aus ihnen bewirkt. Diese Handelsbeschränkungen bestehen bis heute.

1986 wurde die AGA als Verein gegründet und das Engagement auf den Schutz weiterer bedrohter Arten ausgeweitet. Ende der 1980er Jahre konnte die AGA dann den Bau eines Touristenzentrums am Niststrand der Meeresschildkröten in Dalyan (Türkei) verhindern. Mit der Sammlung zehntausender Unterschriften und einer medienwirksamen Übergabe der Protestkarten an das griechische Umweltministerium konnte die AGA darüber hinaus ein deutliches Zeichen für einen Nationalpark auf der griechischen Insel Zakynthos setzen. Dieser wurde im Dezember 1999 eingerichtet.

Bekanntheit erlangte der Verein außerdem durch die Ausstellung „Artenschutz ist Menschenschutz“, die von 2003 bis 2006 in zehn deutschen Städten auf die weltweite Naturzerstörung und ihre globalen Auswirkungen für Mensch und Natur aufmerksam machte.[1] Im Laufe der Jahre erhielten die AGA oder stellvertretend einzelne Mitarbeiter Auszeichnungen und Preise für ihr Engagement. Im Jahre 1997 wurde dem Mitbegründer Günther Peter das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Die AGA finanziert sich laut eigenen Angaben durch Spenden und Förderbeiträge und greift bei ihrer Arbeit auf die Unterstützung ehrenamtlicher Mitarbeiter zurück.

Aktuelle Projekte und Umweltbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach wie vor setzt sich die AGA für den Schutz der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten ein, wie durch den Schutz ihrer Niststrände in Anamur (Türkei). 2008 organisierte die Naturschutzorganisation mit dem örtlichen Naturschutz- und Tourismusverein Anamur (ehemals AÇED) den Einsatz von Freiwilligen aus Deutschland und der Türkei, um Nester zu schützen und Strandreinigungsaktionen durchzuführen. Auf der iranischen Insel Kisch wurde mit Hilfe der AGA das erste Monitoringprogramm für den Schutz der bedrohten Meeresreptilien etabliert. Mit Umweltbildungsmaßnahmen werden Kinder und Erwachsene in die Schutzarbeit einbezogen.

Der Verein arbeitet weltweit mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, um Artenschutzprojekte direkt und nachhaltig umzusetzen. Sie unterstützt die Elefanten-Auswilderungsstationen des David Sheldrick Wildlife Trust (DSWT) in Kenia, in denen meist aufgrund von Wilderei verwaiste Jungtiere nach bis zu 10-jähriger Aufzucht in wild lebende Elefantenherden integriert werden können. Um die Wilderei zu bekämpfen, hilft die AGA bei der Ausrüstung und Ausbildung von Wildhütern im kenianischen Tsavo-Nationalpark. In Namibia setzt sich die AGA mit dem Cheetah Conservation Fund (CCF) für den Erhalt der größten weltweit verbliebenen Gepardenpopulation ein und unterstützt den Einsatz von Herdenschutzhunden auf einheimischen Farmen zur Vermeidung des Mensch-Wildtier-Konflikts.

Bei Bedarf, wie nach schweren Waldbränden in Australien, stellt die AGA Soforthilfe zur Versorgung und Auswilderung geretteter Tiere zur Verfügung. So können Koalas, die nach heftigen Buschfeuern mit schweren Brandwunden gerettet wurden, teilweise erst nach einem Jahr Pflege wieder in die Wildnis entlassen werden. In Zusammenarbeit mit der australischen Partnerorganisation Foundation for National Parks and Wildlife (FNPW) wurden nach dem Zyklon Yasi 2011 als Nothilfe Futterstellen für die bedrohten Helmkasuare eingerichtet und Wiederaufforstungsmaßnahmen unterstützt.

Im Rahmen der urgewald-Stromwechselkampagne „Alle gewinnen. Stromwechseln hilft“ wird die Arbeit der AGA zum Schutz der Geparde und Koalas durch den Wechsel zu Ökostrom mitfinanziert. Prominente Unterstützung erhält die AGA dabei durch den Schauspieler und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke, der seit langem durch sein Engagement für den Naturschutz bekannt ist.[2]

Die AGA hat einen Souvenir-Ratgeber für den Artenschutz im Urlaub entwickelt und führt in Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit der vhs Ökostation Stuttgart Projekte zur Umweltbildung für Kinder durch. Im Mittelpunkt stehen dabei kreative Lösungen, um schädliche Auswirkungen des eigenen Konsumverhaltens auf Mensch und Natur zu Hause und im Urlaubsland zu vermeiden.

Literatur und Presse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bericht Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. stellt sich vor, in Faszination Tier und Natur, Aug/Sept. 2012, S. 74–77

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bericht über die Ausstellung im Blühenden Barock/Ludwigsburg in der Ludwigsburger Kreiszeitung vom 4. August 2006
  2. http://regeneration-deutschland.de/blog/stromwechsel-kampagne-der-aga-gewinnt-prominente-unterstuetzung und Archivlink (Memento vom 30. Oktober 2013 im Internet Archive), abgerufen am 4. September 2013