Alawerdi (Armenien)

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Alawerdi
Ալավերդի
Staat: Armenien Armenien
Provinz: Lori
Gegründet: seit 1938 Stadt
Koordinaten: 41° 8′ N, 44° 39′ OKoordinaten: 41° 8′ N, 44° 39′ O
Höhe: 1000 m
 
Einwohner: 16.500 (2009)
Zeitzone: UTC+4
Telefonvorwahl: (+374) 253
 
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Artur Nalbandjan
Webpräsenz:
Alawerdi (Armenien)
Alawerdi
Alawerdi
Blick auf die Unterstadt Alawerdis
Die ehemalige Kupferhütte Alawerdi

Alawerdi (armenisch Ալավերդի) ist eine Stadt in Armenien und ein ehemals bedeutender Industrie- und Bergbaustandort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt in der nordarmenischen Provinz Lori, 167 km von der Hauptstadt Jerewan entfernt. Sie bildet das Zentrum der Tumanian-Region. Zum Stadtgebiet gehört das Dorf Sanahin. Dort befindet sich ein berühmter Klosterkomplex, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Weiterhin ist es der Geburtsort der Brüder Artjom Mikojan und Anastas Mikojan.

Die Topografie der Stadt wird vom stark zerklüfteten Gebirge und einer 300 bis 500 m tiefen Schlucht geprägt. Auf ihrem Grund fließt der reißende Gebirgsfluss Debed.

1972 hatte die Stadt noch 21.624 Einwohner. Nach Schließung der Kupferindustrie und der Unabhängigkeit Armeniens sank die Zahl auf 16.500 Einwohner im Jahr 2009.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutigen Bewohner erklären den Ortsnamen „Alawerdi“ gerne mit Verweis auf den arabisch-persischen Segensspruch „Allah werdi!“. In einem regionalen Dialekt bedeutet der Ortsname „Roter Stein“.

Schon 1192 wurde in Alawerdi auf Veranlassung der armenischen Königin Waneni die Schlucht des Debed mit der Sanahinbrücke mit einer Bogenspannweite von 18 m überspannt. Sie ist nach dem nahe gelegenen Kloster benannt.

Nach der Eroberung des Kaukasus durch das Kaiserreich Russland kamen Geologen und andere Wissenschaftler in die Region. Die Bergbauunternehmer Argoutinski-Dolgorukov lockten bald Hunderte von griechischen Bergarbeitern von der Schwarzmeerküste in das Tal. Sie schufen die Grundlagen einer auf Kupfererz gegründeten Montanregion – Alawerdi deckte um 1900 bereits 25 % des russischen Kupferbedarfs. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts vergrößerte sich die Bergbausiedlung nach britischen und französischen Investitionen weiter. Die Eisenbahn erreichte Alawerdi 1899.[1] In der Sowjetzeit begann der Ausbau der Kupferhütte zum Kupfer- und Chemiekombinat Alawerdi. Auf den zumeist ungeschützten kargen und zugigen Bergplateaus wurden neue Stadtteile als Wohnblocksiedlungen angelegt und Seilbahnen für den Personen- und Materialtransport errichtet. Seit 1938 besitzt Alawerdi die Stadtrechte.[2] Auf Druck der Bevölkerung wurde 1989 aus Gesundheits- und Umweltschutzgründen das Kupfer- und Chemiekombinat geschlossen, damit ging jedoch auch der Hauptarbeitgeber der Region verloren.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alawerdi besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Tiflis–Jerewan. Er war früher Mittelpunkt eines umfangreichen Netzes von Werksbahnen der Kupferindustrie.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alawerdi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neil Robinson: World Rail Atlas. Bd. 8: The Middle East and Caucasus. 2006. ISBN 954-12-0128-8, S. 5f.
  2. Artikel Alawerdi in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)http://vorlage_gse.test/1%3D9450~2a%3DAlawerdi~2b%3DAlawerdi