Alexander Waibel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Alexander Waibel in einem Video zum Thema humanoider Roboter

Alexander Waibel (publiziert auch unter dem Namen Alex Waibel; * 2. Mai 1956 in Heidelberg) ist ein deutscher Informatiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Waibel studierte Elektrotechnik und Informatik am Massachusetts Institute of Technology und promovierte 1986 an der Carnegie Mellon University im Fach Informatik. Seit 1990 ist er Professor für Informatik an der (inzwischen im Karlsruher Institut für Technologie aufgegangenen) Universität Karlsruhe. Daneben ist er auch Professor an der School of Computer Science der Carnegie Mellon University.

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu seinen Forschungsinteressen zählen unter anderem die Spracherkennung sowie Maschinelles Übersetzen. Unter anderem entwickelte er das Time Delay Neural Network, eine an die zeitlichen Abhängigkeiten der Sprache angepasste Architektur für künstliche neuronale Netze. Er war einer der Leiter des vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes Verbmobil. Auch war er maßgeblich an der Entwicklung an Jibbigo beteiligt, einer Übersetzungs-App für gesprochene Sprache, die 2009 vorgestellt und 2013 von Facebook übernommen wurde.[1] Seit 2012 ist am Karlsruher Institut für Technologie der Lecture Translator in Betrieb. Es handelt sich hierbei um das erste System für Simultanübersetzungen von Vorlesungen. Es erkennt und übersetzt Vorträge cloudbasiert in Echtzeit. Der gesprochene Text kann von den Zuhörern mit ihren Mobilgeräten im Web-Browser als transkribierter Text sowohl in der Vortragssprache als auch in der Übersetzung mitgelesen werden. Versuchsweise zum Einsatz kam das System 2014 im Europäischen Parlament in Straßburg im Rahmen des Forschungsrahmenprogramms EU-Bridge, das von Waibel koordiniert wird.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alexander Waibel wurde 1994 mit dem Forschungspreis Technische Kommunikation ausgezeichnet. 2017 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.[3]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Drösser, Sie haben verstanden. Computer erobern als Simultanübersetzer den Alltag – und erfüllen ein großes Versprechen der Künstlichen Intelligenz, Die Zeit, 10/2015; Pia Grund-Ludwig, Babelfisch fürs Handy, Deutschlandfunk, 16. Januar 2010; Ed Schroeder, Military Intelligence Daily: Inside the Design of the US Army’s Arabic Translation App, Jibbigo (Memento vom 31. Januar 2016 im Internet Archive), Ed Schroeder's Military Intelligence Report, 12. Juli 2013; Sylvia Beckers, Facebook übernimmt Hersteller von Spracherkennungs- und Übersetzungssoftware, heise.de, 13. August 2013
  2. Joana Inês Marta, Der automatische Übersetzer, Was sagt der Professor da nur?, F.A.Z., 17. April 2015; Alexander Waibel, Sprachbarrieren durchbrechen: Traum oder Wirklichkeit?, Nova Acta Leopoldina NF 122, Nr. 410, 2015
  3. Mitgliedseintrag von Alexander Waibel bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 16. Mai 2017.