Alexya Salvador

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Alexya Salvador (* 18. November 1980 als Alexander Salvador in Mairiporã, im Bundesstaat São Paulo, Brasilien)[1] ist eine brasilianische Transfrau und politische Aktivistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Salvador wuchs unter dem Namen Alexander in Mairiporã auf. Laut eigenen Angaben identifizierte sie sich jahrelang als LGBT-Person. In ihren Zwanziger-Jahren erkannte sie, dass sie eine Transfrau ist, konnte sich aber ihres Vaters wegen, der zu dem Zeitpunkt transgender Lebensformen ablehnte, vorerst nur als homosexuell outen. Im Alter von 28 Jahren ließ sie an sich geschlechtsangleichende Maßnahmen durchführen und lebt seitdem unter dem Namen Alexya Salvador. Sie deklariert ihre Geschlechtsidentität als transgender und nicht als transsexuell.[2]

Im Alter von 18 Jahren gründete Salvador eine Obdachlosenunterkunft, die sie für zwei Jahre leitete. Sie studierte englische und portugiesische Literatur, Pädagogik und Theologie. Nach dem Studium nahm Salvador eine Tätigkeit als Lehrerin an einer öffentlichen Schule an, die sie bis heute fortführt. Laut eigenen Angaben entschied sie, Lehrerin zu werden, weil sie in der Schulzeit unter Mobbing und fehlenden Ansprechpersonen gelitten hatte und es selbst als Lehrerin besser machen wollte. Darüber hinaus arbeitet sie als selbstständige Schneiderin und unterhält ein kleines Atelier.[3] Salvador ist außerdem Vizepräsidentin der Brazilian Association of Homotransaffective Families (ABRAFH), einem Verein, der sich für die Rechte und das Verständnis für homoaffektive Familien einsetzt. Sie selbst ist die erste Transgender-Person Brasiliens, die Kinder adoptiert hat.[4] Zwei ihrer Adoptivkinder sind Transgender-Kinder.[3]

Ab 2015 war sie Pastorin in Ausbildung in der freikirchlichen Metropolitan Community Church. 2019 wurde sie ordiniert und ist die erste Transgender-Person Lateinamerikas im Klerus und erste Transfrau als Pastorin Brasiliens.[4] 2017 hat sie die erste LGBT-freundliche Messe in Kuba abgehalten.[5]

Im Jahr 2018 kandidierte sie bei den Parlamentswahlen für die PSOL. Ihre Kampagnen drehten sich um LGBT-Rechte, Bildung, Adoption und den Kampf gegen Rassismus.[4]

Salvador ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Sao Paulo.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eleições 2018, Candidatos, Alexya Salvador (Wahlen 2018, Kandidaten, Alexya Salvador), Gazeta Do Povo, 13. November 2018, abgerufen am 23. November 2019
  2. Entrevista exclusiva com Alexya Salvador: Pastora trans e pré-candidata a deputada estadual pelo PSOL (Exklusivinterview mit Alexya Salvador: Trans-Pastorin und Prä-Kandidatin für die PSOL Bundesstaats-Abgeordnete), Julinho Bittencourt, Forum, 18. Juli 2018, abgerufen am 23. November 2019
  3. a b c “Eu vivo o desafio de mostrar que a minha feminilidade não é inferior à das outras mulheres”. („Ich lebe die Herausforderung zu zeigen, dass meine Weiblichkeit anderen Frauen nicht unterlegen ist“), Fernanda Cury, Draft, 28. Juni 2018, abgerufen am 23. November 2019
  4. a b c Alexya Salvador: “It is against this God who kills that we are fighting and resisting”, Maryuri Grisales und Renato Barreto, Übersetzung: Barney Whiteoak, International Journal on Human Rights, August 2019, abgerufen am 23. November 2019
  5. Communist-Ruled Cuba Hosts First Transgender Religious Ceremony, NBC News, 7. Mai 2017, abgerufen am 23. November 2019