Ali-Reza Asgari

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Ali-Reza Asgari (Audio-Datei / Hörbeispiel anhören?/i; persisch علیرضا عسگری, DMG ʿAlī-Reża ʿAsgarī; auch: Alireza Asghari; * 1. November 1952 in Ardestan) war ein iranischer Politiker und Offizier. Er war stellvertretender Verteidigungsminister, General der iranischen Revolutionsgarde[1] und Kabinettsmitglied des Präsidenten Mohammad Chātami. Nach unbestätigten Meldungen starb Asgari im Dezember 2010 im Ayalon-Gefängnis in Ramla, Israel.[2][3][4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asgari war in den 1980er-Jahren Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden im Libanon. In den 1990er-Jahren galt er dort als Chef des iranischen Geheimdienstes VEVAK. Später wurde er stellvertretender Verteidigungsminister im Iran. Nach der iranischen Präsidentschaftswahl 2005 und der Ablösung von Mohammad Chatami durch Mahmud Ahmadinedschad, musste er diesen Posten aufgeben. Angeblich war er zuletzt mit iranischen Aktionen im Irak betraut.[5]

Anfang Februar 2007 verschwand Asgari während eines Besuchs in Istanbul.[6] Während der Iran von einer Entführung sprach, behaupten andere Quellen, dass er ein Überläufer sei und mit dem amerikanischen Nachrichtendienst CIA kooperiere.[7][8] Es gibt Vermutungen, dass die Änderung der Einschätzung über die Gefährlichkeit des Iran hinsichtlich dessen Atomprogramms durch die CIA u. a. auf seine Aussagen zurückzuführen sei.[9] Asgari wurde in der Vergangenheit von israelischen Quellen als „Goldgrube für westliche Geheimdienste“ beschrieben.[7]

Die israelische Nachrichten-Website Ynet berichtete am 27. Dezember 2010 vom Selbstmord eines namentlich ungenannten Sicherheitsgefangenen in einem israelischen Gefängnis.[2] Am selben Tag äußerte der amerikanische Blogger Richard Silverstein in seinem Nahost-Blog Tikun Olam den Verdacht, dass es sich bei dem Toten um Ali-Reza Asgari handele.[2] Iranische Nachrichten berichteten am 28. und 29. Dezember 2010, teilweise unter Berufung auf Silverstein, dass Asgari unter ungeklärten Umständen in israelischer Haft gestorben sei.[4][3] Die Identität des Toten wurde von israelischer Seite jedoch nicht bestätigt.

2014, in Zusammenhang mit der Veröffentlichung einer Biografie über den CIA-Agenten Robert Ames[10], schrieb Richard Silverstein, dass ihm 2010 falsche Informationen untergeschoben worden seien. Bei dem „Gefangenen X“ habe es sich um um den Australier Ben Zygier gehandelt. Es sei davon auszugehen, dass es sich bei Ali-Reza Asgari in der Tat um einen Überläufer handelt.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Iran pursuing fate of former defense ministry official missing in Turkey“, IRNA, March 6, 2007 (Memento vom 22. Februar 2008 im Internet Archive)
  2. a b c Richard Silverstein: „Iranian General Murdered in Israel’s Ayalon Prison?“ Tikun Olam, 27. Dezember 2010.
  3. a b „Former Deputy Defense Minister Dies in Israeli Jail.“, Iranian.com, 28. Dezember 2010.
  4. a b „Iran’s Former Deputy Defense Minister Martyred in Israeli Prison.“ Tehran Times, 29. Dezember 2010.
  5. „The Vanishing Iranian General: Did He Leave or Was He Taken?“, DEBKAfile, March 2, 2007 (Memento vom 20. März 2007 im Internet Archive)
  6. „In der Türkei verschwunden: Iran wirft Westen Entführung von Ex-General vor“, Spiegel online, 6. März 2007.
  7. a b „Defector spied on Iran for years“, The Sunday Times, March 11, 2007 (Memento vom 14. März 2007 im Internet Archive)
  8. Hans Rühle: Wie Iran Syriens Nuklearbewaffnung vorangetrieben hat. Hintergründe der israelischen Aktion gegen den Reaktor von al-Kibar. In: NZZ. 19. März 2009, archiviert vom Original am 22. März 2009; abgerufen am 18. September 2014.
  9. „Iran-Dossier: Spähattacke auf das härteste Ziel der Welt“, Spiegel Online, 6. Dezember 2007.
  10. Kai Bird: The Good Spy: The Life and Death of Robert Ames. New York: Crown Publishing, 2014. ISBN 978-0-307-88975-1
  11. Richard Silverstein: „Ali Reza Asgari Mystery Unfolds.“ Tikun Olam, 19. Mai 2014.