Präsidentschaftswahl im Iran 2005

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Wahlsieger Mahmoud Ahmadinedschad im September 2007

Die iranischen Präsidentschaftswahlen 2005 fanden am 17. Juni 2005 statt. Keiner der Kandidaten konnte die absolute Mehrheit erreichen. In der Stichwahl der beiden erfolgreichsten Kandidaten am 24. Juni setzte sich überraschend Mahmoud Ahmadinedschad durch.

Mit Ahmadinedschad war ein Wechsel im politischen Stil verbunden. Rafsandschānīs Familie wurde in der Bevölkerung mit der grassierenden Korruption in Verbindung gebracht, die Verbindung in den Klerus hinein als Verfilzung notiert. Ahmadinedschad agierte hier mit dem Ruf, in den 1990er Jahren als Provinzgouverneur und seit 2003 Bürgermeister von Teheran erfolgreich unabhängig von politisch religiösen Establishment agiert zu haben. Sein bürgerlicher Lebensstil wurde Teil des Wahlkampfs. Stimmen erhielt er insbesondere in den unteren Schichten der Bevölkerung, die sich vom Wirtschaftswachstum abgekoppelt sahen und auf dem Land. Die fehlende Verortung im Klerus kompensierte Ahmadinedschad durch Aussagen, mit denen er sich als religiöser Hardliner profilierte.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Zur Wahl standen zunächst acht Kandidaten, die der Wächterrat aus 1.014 registrierten Bewerbern zugelassen hatte. Mohsen Rezai trat wenige Tage vor der Wahl von seiner Kandidatur zurück.

Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten führte Mahmoud Ahmadinedschad einen recht einfachen Wahlkampf ohne große Wahlveranstaltungen und riesige Plakate. Sein Wahlkampf wurde durch seine Anhänger finanziert.

Der Kandidat der Reformer war Mustafa Moin, der auch von der wichtigsten Partei des reformerischen Lagers, der Partizipationsfront des islamischen Iran unterstützt wurde.

Wahlkampf und Ablauf[Bearbeiten]

Der Wahlkampf für die iranischen Präsidentschaftswahlen des Jahres 2005 wurde im Fernsehen, im Radio, auf Plakaten und auf Redeveranstaltungen geführt und in den Medien von Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī dominiert. Der ehemalige Präsident des Iran (1989–1997) verfügte über erheblichen Rückhalt in Kreisen der Wirtschaft und des Klerus. Er genoss den Ruf des Pragmatikers, der für den wirtschaftlichen Aufschwung der 1990er mitverantwortlich war, konnte sich jedoch im ersten Wahlgang nicht eindeutig durchsetzen. Sein Stimmanteil (amtlich: 21,0 %) lag gegenüber dem Mahmud Ahmadinedschads (amtlich: 19,4 %) überraschend geringfügig im Vorteil. Da er die absolute Mehrheit verfehlte, wurde eine Stichwahl angesetzt, die Ahmadinedschad mit einem Erdrutschsieg (61,7 % gegenüber 38,3 %) gewann.

Ergebnis[Bearbeiten]

Ergebnis des ersten Wahlganges:

Kandidaten Stimmen %
Rafsandschānī 6.179.653 21,0
Mahmud Ahmadinedschad 5.710.354 19,4
Mehdi Karroubi 5.056.686 17,2
Mohammad Baqer Ghalibaf 4.075.189 13,8
Mustafa Moin 4.069.699 13,8
Ali Laridschani 1.716.081 5,8
Mohsen Mehralizadeh 1.287.440 4,4
ungültige Stimmen 1.200.000 4,2
Gesamt 29.400.857 100 %

[1]

Die Wahlbeteiligung lag bei 62,6 %. Es wurde bereits unmittelbar nach der Wahl schwerwiegende Vorwürfe von Wahlmanipulationen erhoben u.a. von Mustafa Moin und Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī, die nach Umfragen vor der Wahl mit rund 30 % führen sollten.[2] Der frühere Parlamentspräsident Mehdi Karrubi gab an, dass über eine Million Stimmzettel zugunsten von Ahmadinedschad in die Urnen geworfen worden seien. Zudem hätten manche Wähler bis zu zehn Mal ihre Stimme abgegeben.[3] Weiterhin verkündete Ahmadinedschad seinen Wahlerfolg schon Stunden vor dem offiziellen Ergebnis durch das Innenministerium.[4]

Da bei der ersten Wahl am 17. Juni 2005 keiner der sieben Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen konnte, musste am 24. Juni eine Stichwahl zwischen Rafsandschani und Ahmadinedschad über den nächsten iranischen Präsidenten entscheiden. Aus der Stichwahl am 24. Juni ging Ahmadinedschad, nicht nur für westliche Medien[5] überraschend, als Sieger hervor.

Ergebnis der Stichwahl:

Kandidaten Stimmen %
Mahmoud Ahmadinedschad 17.284.782 61,7
Alī Akbar Hāschemī Rafsandschānī 9.210.853 38,3
ungültige Stimmen 663.770 2,37
Gesamt 27.958.931 100 %

[1]

Bei der Stichwahl lag die Wahlbeteiligung bei 59,7 %. Bahman Nirumand bezeichnete die Wahl als "Wunder" legt man die Wahlen der letzten Jahre zugrunde, verfügten die Konservativen durchschnittlich über fünf bis acht Millionen Stimmen. Ahmadinedschad erhielt jedoch bei der Stichwahl mehr als siebzehn Millionen Stimmen.[3] Angeblich soll auch Ayatollah Mesbah Yazdi seine Anhänger angewiesen haben, die Stimme für Ahmadinedschad abzugeben.[6]

Am 3. August 2005 wurde Mahmud Ahmadinedschad offiziell in sein Amt eingeführt. Die Amtszeit beträgt vier Jahre.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b princeton.edu 2005 Presidential Election, abgerufen am 2. Februar 2013
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format Ulrich Ladurner: Iran: Schmierige Geständnisse alter Männer. In: zeit.de. 16. Juni 2005, abgerufen am 2. Dezember 2014.
  3. a b http://www.boell.de/alt/downloads/presse2005/iran-report0705.pdf
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMatthias Gebauer: Reformer sprechen offen von Betrug. In: Spiegel Online. 19. Juni 2005, abgerufen am 2. Dezember 2014.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format Krakau: Iran: "Irans Präsident als Robin Hood". In: zeit.de. 27. Juni 2005, abgerufen am 2. Dezember 2014.
  6. http://www.globalsecurity.org/military/world/iran/ahmadinejad.htm