Alstom H3

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ALSTOM H3
Alstom H3.png
Hersteller: ALSTOM Stendal
Baujahr(e): ab 2013
Achsformel: A’ A’ A’
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge: 12.800 mm
Breite: 3.130 mm
Reibungsmasse: 67,5 t
Radsatzfahrmasse: 22,5 t
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Anfahrzugkraft: 240 kN
Tankinhalt: 2200 l

Die Alstom H3 ist eine von ALSTOM Stendal entwickelte Hybridlokomotive.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hybrid-Versuchslokomotive auf Basis der V 100 der Magdeburger Hafengesellschaft (MHG)

2004 begann Alstom mit der Entwicklung einer Hybridlokomotive. Als Versuchsträger diente eine Lokomotivenserie der DR-Baureihe V 100 als Baureihe 203.7, von denen elf Stück gebaut wurden. Der Umbau erfolgte durch ALS - ALSTOM Lokomotiven Service GmbH, Stendal, nach Umbaukonzept "BR 203.7" (Hybridlok). Auf der Innotrans 2012 wurde das Konzept H3 vorgestellt.

Im August 2013 bestellte die Deutsche Bahn AG fünf Prototypen dieser Lokomotive.[1] Das Projekt war eine Initiative der Eco Rail Innovation[2] und wurde mit 600.000 € Fördermitteln vom Land Bayern unterstützt. Es sollte den Nachweis für die technische und wirtschaftliche Serienreife einer Diesellokomotive mit Hybridantrieb im täglichen Einsatz im Rangierdienst nachweisen. Die erste Lokomotive wurde während der Innotrans 2014 an die Deutsche Bahn übergeben.

Konstruktive Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die H3 ist für den Rangierdienst sowie den leichten Streckendienst ausgelegt. Das Fahrzeug besitzt einen Mittelführerstand und drei einzeln gelagerte Achsen, von denen jede durch einen asynchronen Fahrmotor einzeln angetrieben wird. Die Achsen sind passiv selbstlenkend, so dass das Fahrzeug reibungsarm in Gleisbögen fährt. Somit werden Geräuschemissionen reduziert und die Infrastruktur des Streckennetzes geschont. Die Fahrzeugplattform wurde durch ALSTOM Stendal vollständig neu entwickelt.

Motorisierungsvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Motorisierung wird in vier Varianten angeboten:

  • Ein Dieselmotor mit einem 1000-kW-Generator
  • Hybrid-Variante mit Dieselmotor und Batterie, 350-kW-Generator. Erfüllt die Abgasnorm 3b.
  • Zwei Dieselmotoren mit zwei 350-kW-Generatoren
  • Akkulok mit 600 kW Leistung

Als Batterien werden Nickel-Cadmium-Akkumulatoren verwendet, die sich bereits beim Versuchsträger bewährt haben. Die Hybridvariante soll gegenüber herkömmlicher Motorisierungen 50 % Kraftstoff und 70 % Emissionen einsparen.

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 waren die ersten Prototypen im Einsatz. Der Einsatz der Serienlokomotiven begann 2015.

Das Volkswagenwerk in Wolfsburg hat 2015 die dritte Lokomotive für den Werksverkehr erhalten.[3]

Audi in Ingolstadt bekam 2015/2016 zwei Lokomotiven.[4]

Die Deutsche Anlagen-Leasing hat neun Fahrzeuge bestellt. Die ersten fünf werden als ALS-Baureihe 1002 durch die DB Regio an den Standorten Würzburg und Nürnberg eingesetzt.[5] Im Juli 2017 wurden in Nürnberg Hbf. die 1002 007 und 008 verwendet. Im Gegensatz zum Typenblatt haben diese Lokomotiven eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h.

Weitere vier gingen 2017 an den Logistikdienstleister Chemion und kommen in den CHEMPARK-Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen zum Einsatz.[6]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Projektstart für Rangierlokflotte mit Hybridtechnologie
  2. ecorailinnovation.com
  3. eisenbahn-magazin. Nr. 9, 2015, ISSN 0342-1902, S. 28.
  4. Außerdem … In: eisenbahn-magazin. Nr. 4, 2015, ISSN 0342-1902, S. 23.
  5. Hybridloks von DB Regio Franken rangieren leise und umweltfreundlich. In: RegioAktuell. DB Regio AG, November 2016, abgerufen am 5. Dezember 2016.
  6. Vier Prima H3 Hybridlokomotiven im Einsatz. In: eisenbahn-magazin. Nr. 6, 2017, ISSN 0342-1902, S. 31.