Alte Leipziger – Hallesche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Alte Leipziger – Hallesche
Rechtsform Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit
Sitz Oberursel (Taunus) und Stuttgart, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Walter Botermann (Vorstandsvorsitzender)
Mitarbeiter 2900[1]
Umsatz 4,5 Mrd. Euro[1]
Branche Versicherungswesen
Website www.al-h.de

  Alte Leipziger Bauspar AG
Alte Leipziger – Hallesche logo.svg
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Sitz Oberursel
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 500 128 00[2]
BIC ALTE DEFA XXX[2]
Gründung 1985
Website www.alte-leipziger.de
Geschäftsdaten 2014[3]
Bilanzsumme 1478,3 Mio. Euro
Einlagen 1194,9 Mio. Euro
Kundenkredite 1243,5 Mio. Euro
Mitarbeiter 112
Leitung
Vorstand Reinhard Schlenke, Stephan Buschek
Aufsichtsrat Walter Botermann (Vors.)

Der Alte Leipziger – Hallesche Konzern (Eigenschreibweise: ALTE LEIPZIGER – HALLESCHE Konzern) ist eine deutsche Versicherungsgruppe. Die Alte Leipziger Lebensversicherung und die Hallesche Krankenversicherung sind Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit und die Mutterunternehmen des Konzerns.

Geschäftsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerngeschäftsfelder der Alte Leipziger – Hallesche stellen die Lebens-, Kranken- und Sachversicherung dar. Schwerpunkte sind dabei das Privatkundengeschäft sowie das Firmenkundengeschäft mit einem besonderen Schwerpunkt auf der betrieblichen Altersversorgung, Berufsunfähigkeitsversicherungen und das Krankenversicherungsgeschäft. Darüber hinaus werden Finanzprodukte wie Investmentfonds oder Bausparprodukte angeboten.

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direktion Alte Leipziger in Oberursel
Direktion Hallesche in Stuttgart
Reklame der Alten Leipziger von 1888 mit damaligem Geschäftshaus

Die Alte Leipziger Lebensversicherung und die Hallesche Krankenversicherung bilden einen Gleichordnungskonzern. Sie koordinieren die Strategie von Alte Leipziger – Hallesche. In den Vorständen der Alte Leipziger Lebensversicherung, der Hallesche Krankenversicherung und der Alte Leipziger Holding AG besteht Personalunion.[4]

Die erwirtschafteten Überschüsse kommen vollständig den Versicherten zugute. Im Geschäftsjahr 2015 betrugen die Beitragseinnahmen der Alte Leipziger Lebensversicherung 2,3 Milliarden Euro und die der Hallesche Krankenversicherung 1,1 Milliarden Euro.

Die Angebote der Alte Leipziger Lebensversicherung für die betriebliche Altersversorgung ergänzen die Tochtergesellschaften:

  • Alte Leipziger Pensionskasse GmbH
  • Alte Leipziger Pensionsfonds AG
  • Alte Leipziger Pensionsmanagement GmbH
  • Alte Leipziger Treuhand GmbH

Die Anteile an der Alte Leipziger Holding AG werden von der Alte Leipziger Lebensversicherung vollständig gehalten. Die Holding ihrerseits ist Muttergesellschaft der nachfolgend genannten Unternehmen:

  • Alte Leipziger Versicherung AG: Versicherungsschutz bei materiellen Schäden und Unfällen sowie Schadenmanagement für Kunden und Geschädigte
  • Rechtsschutz Union Schaden GmbH: zuständig für die Schadenabwicklung des Rechtsschutzgeschäftes
  • Alte Leipziger Trust Investment-GmbH: Investmentfonds-Lösungen
  • Alte Leipziger Bauspar AG: Bausparen und Baufinanzierung

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Leipziger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit und die Alte Leipziger Versicherung AG, gegründet 1830 bzw. 1819, als Leipziger Feuer-Versicherungs-Anstalt in Leipzig, gehören zu den traditionsreichsten Versicherungen in Deutschland. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten herausragende Persönlichkeiten der Leipziger Gesellschaft, die zumeist auch Inhaber einer Firma waren, darunter der Appelationsgerichts-Präsident Johann Ludwig Wilhelm Beck, Kammerrat Christian Gottlob Frege (Frege & Comp.), der Unternehmer und Eisenbahnpionier Gustav Harkort sowie Johannes Christian Dürbig, Mitinhaber des großen Hamburg-Leipziger Handelshauses H. J. Merck. Zum ersten amtierenden Direktor der "Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig", die am 1. Januar 1831 ihre Geschäfte aufnahm, wurde August Olearius.[5]

Nach Auffassung des Versicherungshistorikers Peter Koch hat die Alte Leipziger Lebensversicherung „wesentliche Beiträge zur Entwicklung der modernen Lebensversicherung geleistet“.[6] Pionierleistungen der Alte Leipziger Lebensversicherung waren

  • die Einführung der vierteljährlichen und dann der monatlichen Prämienzahlung, damit wurde das Produkt breiteren Bevölkerungsschichten erschlossen,
  • die Möglichkeit zur Abkürzung der Versicherungsdauer und zur Beitragsfreistellung,
  • die Einführung eines „natürlichen Dividendensystems“, mit dem die Überschussbeteiligung grundlegend umgestaltet und verbessert werden konnte.

19. Jahrhundert bis Ende Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1912/13 errichtete Gebäude der Versicherungsanstalt am Leipziger Dittrichring. Ab 1945 anderweitig genutzt.

Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Lebensversicherungsgesellschaft erfolgreich. Die Beitragseinnahmen erhöhten sich kontinuierlich. Aufgrund des Reichsgesetzes über die privaten Versicherungsunternehmen vom 12. Mai 1901 nahm die Gesellschaft die Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit an. Den Ersten Weltkrieg überstand das Unternehmen ohne nennenswerte Probleme. Bereits in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts widmete sich die Alte Leipziger dem damals neuen Thema der betrieblichen Altersversorgung, heute ein Schwerpunkt ihrer Geschäftstätigkeit. Während des Zweiten Weltkriegs kam das Neugeschäft allmählich zum Erliegen.

Nach 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 1945 untersagte die sowjetische Militäradministration dem Lebensversicherer ebenso wie dem Sachversicherer, der Leipziger Feuer-Versicherungsanstalt, die weitere Betätigung. Sie wurden geschlossen und „abgewickelt“. Damit war den Gesellschaften nach weit mehr als hundertjährigem Wirken in Leipzig die Geschäftstätigkeit an ihrem Gründungsort verboten. 1946 verlegte die Alte Leipziger Lebensversicherung daher ihren Sitz nach Bad Gandersheim, 1952 nach Frankfurt am Main. Seit 1974 befindet sich die Direktion des Lebens- und des Sachversicherers in Oberursel (Taunus).[7] In Bonn wagte die Leipziger Feuer im Jahr 1947 einen neuen Start. Am 22. März 1948 wurde die Sitzverlegung in das Handelsregister des Amtsgerichtes Bonn eingetragen.[7]

Hallesche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. September 1934 gründete die Kaufmännische Krankenkasse die Hallesche Krankenkasse mit Sitz in Berlin als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit für den nicht versicherungspflichtigen Personenkreis. Die Ausgliederung der „privat“ Versicherten aus den gesetzlichen Kassen wurde per Gesetz beschlossen. Die betroffenen Versicherten, insgesamt 20.570 Personen, wurden als Bestand auf das neue Unternehmen übertragen. Am 1. Januar 1936 wurde der Geschäftsbetrieb mit 195 Mitarbeitern und Sitz in Berlin aufgenommen. 1948 zog die Hauptverwaltung infolge der politischen Spannungen von Berlin nach Stuttgart. Die Zusammenarbeit mit der Alten Leipziger begann 1972. 1975 fusionierten die Hallesche Krankenkasse und dem Nationaler Krankenversicherungsverein a.G. unter dem Aufsichtsratsvorsitzenden Ludwig Grosse zu dem Hallesche-Nationale Krankenversicherungsverein a.G. Mit der Gründung der Alte Leipziger Holding 1990 begann die Kapitalverflechtung von Alte Leipziger und Hallesche, die mit der Bildung des Gleichordnungskonzerns 1994 abgeschlossen wurde.[7]

Die Hallesche gilt als Pionier im Bereich der Pflegeversicherung. Als eines der ersten Unternehmen hat sie Anfang der 1990er Jahre eine Pflegeversicherung versicherungsmathematisch kalkuliert und für jedermann angeboten.[8]

Spendenengagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Kampagne Gemeinsam aktiv – Bürgerengagement in Hessen wurde der Alte Leipziger – Hallesche Konzern im März 2012 zum Unternehmen des Monats gewählt.[9] Mit dieser Auszeichnung will sie Spendenaktivitäten des Konzerns, wie zum Beispiel Cents lindern Not, fördern. Dabei verzichten die Mitarbeiter der Konzern-Gesellschaften bei ihrer Gehaltsabrechnung auf die hinter dem Komma stehenden Cent-Beträge. Am Jahresende wird dann der Gesamtbetrag von der Unternehmensleitung verdoppelt. Seit der Initiierung dieser Aktion im Jahr 1991 haben viele Einrichtungen von der Spendenbereitschaft der Belegschaft profitiert. Dabei werden in erster Linie solche, die behinderten oder schwer erkrankten Kindern helfen, sie betreuen oder fördern unterstützt.[10]

Im wissenschaftlichen Bereich werden Institutionen unterstützt, deren Arbeit einen besonderen Bezug zu Themen der Versicherungswirtschaft hat. Der Konzern unterstützte im Jahr 2003 mit einem Betrag von 140.000 Euro die Errichtung einer Stiftungsprofessur der Universität Göttingen zur Erforschung von Parkinsontherapien.[11]

Parteispenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darüber hinaus wird auch an einzelne im Deutschen Bundestag vertretene Parteien gespendet. Die Alte Leipziger Leben AG spendete im Jahr 1994 einen Betrag von umgerechnet 17.383,86 Euro an die CDU.[12][13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Alte Leipziger – Hallesche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ALTE LEIPZIGER - HALLESCHE Konzern - Presseinformationen. Al-h.de. Abgerufen am 23. Mai 2013.
  2. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  3. Geschäftsbericht 2014
  4. Konzernstruktur. Alte-leipziger.de. Abgerufen am 5. März 2013.
  5. Lebensversicherungs-Gesellschaft zu Leipzig eröffnet 1. Jan. 1831. (Gründungsstatut und "Programm" bzw. Zweck der Versicherung)
  6. 175 Jahre Alte Leipziger. Zur Entwicklung der modernen Lebensversicherung. In: Versicherungswirtschaft Heft 13/2005, Seite 980–983
  7. a b c Historie Alte Leipziger. Alte-leipziger.de. Abgerufen am 14. April 2017.
  8. Historie Hallesche. Hallesche.de. Abgerufen am 14. April 2017.
  9. Unternehmen des Monats. gemeinsam-aktiv.de. Abgerufen am 5. März 2013.@1@2Vorlage:Toter Link/www.gemeinsam-aktiv.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  10. Presseinformationen. alte-leipziger.de. Abgerufen am 5. März 2013.
  11. Presseinformation der Universität Göttingen. pressrelations.de. Abgerufen am 5. März 2013.
  12. TAZ Parteispenden Watch: TAZ Parteispenden Watch 2010
  13. Rechenschaftsbericht Parteien 1994 (Seite 46). bundestag.de. Abgerufen am 5. März 2013.

Koordinaten: 50° 12′ 43″ N, 8° 34′ 30″ O