Alte Oberpostdirektion (Hamburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Alte Oberpostdirektion
Eckturm mit Statue

Die Alte Oberpostdirektion in Hamburg wurde 1883–1887 als Dienstgebäude der Oberpostdirektion Hamburg erbaut und steht unter Denkmalschutz. Ab 2011 wurde das Bauwerk saniert und zur Nutzung als Einkaufszentrum und Medizinisches Versorgungszentrum umgebaut.

Lage und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gebäudekomplex im Stadtteil Hamburg-Neustadt erstreckt sich über eine Länge von 300 Metern zwischen dem Gorch-Fock-Wall, dem Dammtorwall, der Dammtorstraße und der Jungiusstraße im Bezirk Hamburg-Mitte.

Es handelt sich um einen dreiteiliges Bauwerk. Das palastartige Hauptgebäude ist im Stil der Neorenaissance erbaut. Es verfügt über drei Ecktürme; der erhöhte Turm an der Kreuzung Gorch-Fock-Wall/Dammtorstraße trägt eine goldene Merkurstatue. Da das erste Obergeschoss als Beletage niedrig ist, wirken die Proportionen des Gebäudes gedrückt. Das Bauwerk ist mit mehreren allegorischen Gruppen verziert; die von Engelbert Pfeiffer gestalteten Skulpturen nehmen Bezug auf das Postwesen, das Telefon und die Telegraphie. Das Gebäude hat vier Etagen und ein später hinzugefügtes Glasdach.

Die zu einem späteren Zeitpunkt errichteten Erweiterungsbauten aus rotem Backstein und Natursteinen setzen den Baustil des Hauptgebäudes in moderner Form fort.[1]

Geschichte und Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hauptgebäude wurde von 1883 bis 1887 nach Plänen der Postbauverwaltung unter August Kind und Julius Raschdorff, unter Leitung von Oberbaurat Ernst Hake und Baurat Friedrich Ruppel errichtet.[2] Die Einweihung des Hamburger Postgebäudes am 5. Februar 1887 erfolgte durch StS Dr. Heinrich von Stephan. Die Erweiterung erfolgte 1898 bis 1901 nach Plänen von Paul Schuppan.[1] Das historisch auch als „Postpalast“ bezeichnete Gebäude wurde 90 Jahre von der Hamburger Oberpostdirektion genutzt. Die Bauten blieben während der Weltkriege nahezu unbeschädigt. Nachdem das Gebäude für die Zwecke der Post zu klein geworden war, wurde die Oberpostdirektion 1978 in einen Neubau in der City Nord verlegt. Im Gebäude verblieben das Telegrafenamt, das 2009 geschlossene Museum für Kommunikation Hamburg und bis 2000 das Postamt 36.

1995 erwarb Johann Max Böttcher den Komplex, den er später an die Hamburger DWI-Gruppe verkaufte, hinter der der holländische Investor Hendrik de Waal steht. Diese begann 2011 mit der Sanierung und Erweiterung des Gebäudes. Insgesamt wurden €150 Millionen investiert. Das Bauwerk erhielt im Zuge der Baumaßnahmen das Glasdach als neue, vierte Etage.[3][4]

Die Alte Oberpostdirektion wird heute als Einkaufszentrum und Medizinisches Versorgungszentrum genutzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oberpostdirektion Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ralf Lange: Architektur in Hamburg - Der große Architekturführer. 1. Auflage. Junius Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-88506-586-9, S. 55–56.
  2. www.glass-portal Architektenbiografien
  3. Shoppen in der alten Oberpostdirektion Hamburger Abendblatt online vom 13. Mai 2011. Abgerufen am 22. Dezember 2014.
  4. Ein Hauch von Versailles am Stephansplatz Hamburger Morgenpost online vom 13. Mai 2011. Abgerufen am 22. Dezember 2014.

Koordinaten: 53° 33′ 27,1″ N, 9° 59′ 14,3″ O