Amanda Tröndle-Engel

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Amanda Tröndle-Engel (* 12. November 1861 in Ligerz; † 29. September 1956 in Solothurn, heimatberechtigt in Aarau und Solothurn) war eine Schweizer Malerin und Pädagogin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amanda Engel wuchs in Ligerz am Bielersee auf. Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Familie nach Aarau. Dank einer Ausbildung zur Zeichenlehrerin bei Johann Weissbrod[1] in Basel konnte sie sich als junge Frau selbständig machen und in Solothurn von ihrer künstlerischen und pädagogischen Arbeit leben. 1885 heiratete sie den Juristen Arnold Amiet, der später solothurnischer Oberrichter wurde. Er regte sie dazu an, ihre Studien bei seinen Freunden Franz Scherrer, Amadé de Besenval[2] und an der Académie Julian bei Marcel Baschet voran zu treiben.

Nach dem Tod Amiets im Jahr 1900 erteilte die Witwe Malunterricht und war als Zeichnungslehrerin an der Kantonsschule Solothurn tätig. Hier unterrichtete sie u. a. Cuno Amiet.

Zudem eröffnete sie in ihrem Haus «Rosenhag» eine Pension. 1905 reiste Amanda Engel zum Kunststudium nach Dachau zu Adolf Hölzel. Anschliessend studierte sie an der Damenakademie des Münchner Künstlerinnenverein, deren Mitglied sie war. Dort wurde sie von Angelo Janks, Max Feldbaur und in der privaten Malschule von Simon Hollósy unterrichtet.

1906 heiratet sie den 22 Jahre jüngeren Oskar Tröndle aus Möhlin, den sie in München kennengelernt hatte.[3] Das Ehepaar spielte fortan im Solothurner Kulturleben eine wichtige Rolle, wobei sich Amanda Tröndle-Engel speziell dem Zeichenunterricht zuwandte. Besonders erfolgreich war das Lehrmittel Aug’, erwach! (1934). Dieses Buch basierte auf Schülerzeichnungen: Amanda Tröndle-Engel hatte eine städtische Primarklasse vom zweiten bis sechsten Schuljahr unterrichtet, um ihre Bildungstheorie in der Praxis zu erproben. Daneben präsentierte sie immer wieder auch eigene Werke, u. a. auch in New York (Linolschnitt Das Kätzchen, 1947). Sie und ihr Ehemann beschäftigten sich intensiv mit allen Bereichen des Kunsthandwerks. So arbeiteten beide mit Josef Reinhart zusammen (Weihnachtsspiel Der Stern von Betlehem).

Amanda Tröndle-Engel war Mitglied der Solothurner Sektion GSMBA. Ihre Werke befinden sich u. a. im Kunstmuseum Solothurn und im Kunstmuseum Olten.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amanda Tröndle führte in Solothurn eine eigene Malschule, in der sie ihre theoretischen Erkenntnisse praktisch umsetzte. Durch ihre pädagogische und publizistische Tätigkeit wurde sie zu einer bedeutenden Kunstvermittlerin und insbesondere zur Pionierin eines modernen Zeichenunterrichts. Dass sie weit über die Schweizer Grenzen hinaus wirkte, belegt unter anderem die Übersetzung ihres Hauptwerks ins Niederländische.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeichnungs-Unterricht in der Volksschule. Vortrag, gehalten am 8. Januar 1913 in der Töpfergesellschaft Solothurn. Separatdruck aus dem Solothurner Tagblatt 1916.
  • Der Stern von Bethlehem: Die Weihnachtsgeschichte in Worten und Bildern, Gedichte in Mundart von Josef Reinhart, Schattenbilder entworfen von Amanda Tröndle-Engel, geschnitten von Oskar Tröndle. Hrsg. in Verbindung mit der schweizerischen Stiftung zur Förderung von Gemeindestuben und Gemeindehäusern. 1. Aufl. Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich 1923. (Nachdruck 2002).
  • Aug', erwach!: Ein Beitrag zum Zeichenunterricht in der Volksschule, Zürich/Leipzig 1935.
  • Oog, word wakker!: eene bijdrage tot het teekenonderwijs op de lagere school, (Übersetzung durch Marta Halbertsma-Reimann), o. O. 1939.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Schmutz: Künstlerleben und Kunstvermittlung: Oskar und Amanda Tröndle, in: Christoph Lichtin u.a. (Hg.). Gegenwartskunst in Solothurn, Zürich 2000, S. 89–99.
  • Adele Tatarinoff-Eggenschwiler: Ein Dienst am Schönen und Guten: Das Leben der Frau Amanda Tröndle-Engel in Solothurn, Solothurn 1952.
  • Jaël Natalie Zürcher: Amanda Tröndle-Engel. Unbekannt, aber nicht unbedeutend. Das Leben einer Solothurner Künstlerin, Solothurn 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Weissbrod, Johann Baptist. Sikart, abgerufen am 18. Juli 2020.
  2. Jaël Natalie Zürcher: Amanda Tröndle-Engel. Unbekannt, aber nicht unbedeutend. Das Leben einer Solothurner Künstlerin, Solothurn 2020.
  3. Fabienne Sutter: Tröndle, Oskar. Sikart, abgerufen am 18. Juli 2020.