Amanda Tröndle-Engel

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Amanda Tröndle-Engel (* 12. November 1861 in Ligerz; † 29. September 1956 in Solothurn) war eine Schweizer Malerin und Pädagogin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amanda Engel wuchs in Ligerz am Bielersee auf. Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Familie nach Aarau. Dank einer Ausbildung zur Zeichenlehrerin in Basel konnte sie sich als junge Frau selbständig machen und in Solothurn von ihrer künstlerischen und pädagogischen Arbeit leben. 1885 heiratete sie den Juristen Arnold Amiet, der später Karriere als solothurnischer Oberrichter machte. Nach dem Tod Amiets im Jahr 1900 erteilte die Witwe Malunterricht in Solothurn. 1905 reiste sie nach München, zum Kunststudium (u. a. bei Adolf Hölzel). 1906 verheiratete sie sich ein zweites Mal, und zwar mit dem Maler Oskar Tröndle (1883–1945) aus Möhlin, den sie in München kennengelernt hatte. Das Ehepaar spielte fortan im Solothurner Kulturleben eine wichtige Rolle, wobei sich Amanda Tröndle-Engel speziell dem Zeichenunterricht zuwandte. Besonders erfolgreich war das Lehrmittel Aug’, erwach! (1934). Dieses Buch basierte auf Schülerzeichnungen: Amanda Tröndle-Engel hatte eine städtische Primarklasse vom zweiten bis sechsten Schuljahr unterrichtet, um ihre Bildungstheorie in der Praxis zu erproben. Daneben präsentierte sie immer wieder auch eigene Werke, u. a. auch in New York (Linolschnitt Das Kätzchen, 1947). Sie und ihr Ehemann beschäftigten sich intensiv mit allen Bereichen des Kunsthandwerks. So arbeiteten sie beide mit Josef Reinhart zusammen (Weihnachtsspiel Der Stern von Betlehem).

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amanda Tröndle führte in Solothurn eine eigene Malschule, in der sie ihre theoretischen Erkenntnisse praktisch umsetzte. Durch ihre pädagogische und publizistische Tätigkeit wurde sie zu einer bedeutenden Kunstvermittlerin und insbesondere zur Pionierin eines modernen Zeichenunterrichts. Dass sie weit über die Schweizer Grenzen hinaus wirkte, belegt unter anderem die Übersetzung ihres Hauptwerks ins Niederländische.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zeichnungs-Unterricht in der Volksschule. Vortrag, gehalten am 8. Januar 1913 in der Töpfergesellschaft Solothurn. Separatdruck aus dem Solothurner Tagblatt 1916.
  • Aug', erwach!: Ein Beitrag zum Zeichenunterricht in der Volksschule, Zürich/Leipzig 1935.
  • Oog, word wakker!: eene bijdrage tot het teekenonderwijs op de lagere school (Übersetzung durch Marta Halbertsma-Reimann), o.O. 1939.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Schmutz: Künstlerleben und Kunstvermittlung: Oskar und Amanda Tröndle, in: Christoph Lichtin u.a. (Hg.). Gegenwartskunst in Solothurn, Zürich 2000, S. 89-99.
  • Adele Tatarinoff-Eggenschwiler: Ein Dienst am Schönen und Guten: Das Leben der Frau Amanda Tröndle-Engel in Solothurn, Solothurn 1952.