American Sign Language

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
American Sign Language

Gesprochen in

Vereinigte Staaten, Kanada, Guatemala, Philippinen, Ghana, Nigeria, Tschad, Burkina Faso, Gabun, Kongo, Zentralafrikanische Republik, Elfenbeinküste, Mauretanien, Kenia, Madagaskar, Benin, Togo, Simbabwe, Singapur, Hongkong
Sprecher ca. 250 000–500 000 Muttersprachler in den USA[1]
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von -
Sprachcodes
ISO 639-1:

ISO 639-2:

sgn

ISO 639-3:

ase

Die American Sign Language (häufig mit ASL abgekürzt) ist die dominierende Gebärdensprache in den USA und Kanada. Dialekte und verwandte Gebärdensprachen werden auf den karibischen Inseln und in Guatemala, in Südostasien auf den Philippinen und in Singapur und Hongkong sowie in Nigeria, Ghana und anderen Ländern in Afrika gesprochen.

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„ASL“ im US-amerika­nischen ASL-Finger­alphabet und in der ASL-Gebärden­schrift si5s

Den Namen American Sign Language (ASl) kürte 1960 der US-amerikanische Linguist William Stokoe von der Gallaudet University, als er die manuelle Sprache der gehörlosen Studenten analysierte. Als erster Linguist stellte er fest, dass diese Sprache entgegen der herrschenden Meinung der Pädagogen alle Eigenschaften einer Sprache besitzt. Er legte dar, dass die Sprache auch aus einer finiten Zahl von Elementen, vergleichbar mit den Phonemen der Lautsprachen aufgebaut und auf Wort- und Satzebenen strukturiert ist.

Wie bei jeder Gebärdensprache unterscheidet sich ASL in Grammatik der Wort- und Satzbildung und in Semantik vom umgebenden Englisch. ASL hat den Ursprung bei der alten Französischen Gebärdensprache (LSF) und der Gebärdensprache der Einwohner der Insel Martha’s Vineyard und teilweise bei den Zeichensprachen der nordamerikanischen Indianer. Die Sprache entstand erst in der ersten Amerikanischen Schule für gehörlose Kinder in Hartford, Connecticut (American School for the Deaf), die 1817 durch Thomas Hopkins Gallaudet und den gehörlosen Franzosen Laurent Clerc gegründet wurde.

ASL gewinnt immer mehr an Bedeutung in internationalen akademischen Begegnungen, da vermehrt gehörlose Akademiker aus Ländern mit verschiedenen Gebärdensprachen in den USA studieren und sie in diesen Begegnungen verwenden. Die ASL gilt jedoch vor allem in Europa nicht als Lingua Franca.

Das Vokabularium von ASL wird auch Schimpansen, Bonobos und Gorillas beigebracht. Einige erwarben so einen Wortschatz von über 1000 Wörtern.

Sprachgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Aufkommen der American Sign Language wurden von hörgeschädigten Menschen in den USA verschiedene andere Gebärdensprachen benutzt. Sehr oft erstellten Eltern und gehörlose Kinder zuhause eine eigene Gebärdensprache, um miteinander zu kommunizieren, die dann auch in deren Umfeld verwendet wurde.[2] Zwei historische Gebärdensprachen haben vor ASL in Nordamerika existiert: Plains Indian Sign Language (gesprochen bei den Ureinwohnern Nordamerikas) und Martha's Vineyard Sign Language, aber beide sind heute erloschen.[3][2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: American Sign Language – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitchell Ross E. et al.: How Many People Use ASL in the United States? In: Sign Language Studies Volume 6. Gallaudet Research Institute, Washington D.C. 2006, S. 26 (online).
  2. a b Bahan, Benjamin (1996). Non-Manual Realization of Agreement in American Sign Language (PDF). Boston University. Abgerufen am 5. Juli 2015.
  3. Ceil Lucas, 1995, The Sociolinguistics of the Deaf Community p. 80.