Amerika-Haus (Berlin)

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Frontansicht des Amerika-Hauses

Das Amerika-Haus an der Hardenbergstraße 22–24 im Berliner Ortsteil Charlottenburg war ein Kultur- und Informationszentrum der USA über Land und Leute, insbesondere über Stipendien. Es wurde 1957 nach Plänen des Architekten Bruno Grimmek erbaut und 2006 der Stadt Berlin übergeben.

Das Gebäude ist nicht mit dem gleichnamigen, lediglich in seiner Schreibweise zu unterscheidenden früheren Amerikahaus im Ortsteil Westend zu verwechseln, das 1930 fertiggestellt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um das Bild der USA im Ausland zu gestalten, wurde 1953 die United States Information Agency gegründet, deren Berliner Niederlassung 1957 in das neue Amerika-Haus in der Hardenbergstraße einzog. Über die Jahre konnte man dort eine Bibliothek und kulturelle Veranstaltungen besuchen, sowie sich über Wege in die USA informieren.

Ab 1968 änderte sich dann die zunächst freundschaftliche Stimmung, die das Haus umgab, und schlug mit zahlreichen militanten Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg ins Gegenteil um. In der Nacht zum 5. Mai 1970 erfolgte als Reaktion auf das Kent-State-Massaker ein Angriff mit Benzinbomben.[1] Seitdem gehörten Polizei, Kontrolle und Zaunsysteme zum Umfeld der bunten Mosaikfassade. Das verschärfte sich noch mit dem Beginn des Irakkriegs 2003 bis zum völligen Zusammenbruch der Vitalität dieser Kulturinstitution, die hinter Barrikaden völlig tot dazuliegen schien. 2006 übergaben die Amerikaner das Gebäude der Stadt Berlin.

Vom 31. Januar bis 31. Mai 2008 zeigte die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) im Amerika-Haus eine Ausstellung über die Studentenbewegung mit dem Titel ’68 – Brennpunkt Berlin.

Seit April 2006 besteht das Committee Initiative Amerika-Haus Berlin, das vom Institute for Cultural Diplomacy koordiniert und rechtlich vertreten wird, beteiligt sind unter anderem das American Institute for Contemporary German Studies der Johns Hopkins University und die Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen. Das Ziel ist der Erhalt des Amerika-Hauses und die Wiederbelebung zu einer kulturellen Begegnungsstätte in Form eines bürgeroffenen und zivilgesellschaftlich organisierten Veranstaltungs- und Informationszentrums. Im Rahmen dieser Initiative organisieren das Institute for Cultural Diplomacy und die Bundeszentrale für politische Bildung vom 29. September bis 24. November 2008 die Veranstaltungsreihe Wie wählt Amerika? Einblicke und Perspektiven im Amerika-Haus.

Das Amerika-Haus wurde am 1. Januar 2013 dem Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin (SILB) zugeordnet und an die gemeinnützige Stiftung C/O Berlin Foundation für einen Zeitraum von elf Jahren mit entsprechenden Optionen zur Verlängerung vermietet. Weiterhin wird das Gebäude von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung genutzt. Im Jahr 2017 wurde das Gebäude dem SILB entnommen und als strategisch wichtiges Gebäude dem Sondervermögen für Daseinsvorsorge (SODA) zugewiesen, sodass es langfristig im Eigentum des Landes Berlin verbleiben wird.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Amerika Haus (Berlin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brandstiftungen. In: Der Spiegel. Nr. 20, 1970, S. 120 (online11. Mai 1970). Zitat: „Sieben Stunden später übten West-Berliner Genossen Solidarität mit ihren amerikanischen Kommilitonen.“
  2. Strategisch wichtige Grundstücke kommen in das Sondervermögen für Daseinsvorsorge. Senatsverwaltung für Finanzen, Pressemitteilung Nr. 17-019, 3. August 2017, abgerufen am 20. April 2019.

Koordinaten: 52° 30′ 24″ N, 13° 19′ 50″ O