An Anna Blume

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An Anna Blume (Plakatversion)
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Bodenrelief von Siegfried Neuenhausen mit dem Gedicht in Hannover, Knochenhauerstraße (Altstadt)
Der Text des Gedichtes als Teil des 1986 von Max Sauk geschaffenen Anna-Blume-Brunnens

An Anna Blume ist ein Merz-Gedicht, das 1919 von Kurt Schwitters (1887–1948) verfasst und sehr aktiv verbreitet wurde. Schwitters schrieb mehrere Versionen. Eine davon verbreitete er 1920 als Werbung für seinen neuen Gedichtband an den Litfaßsäulen in Hannover, wo er lebte. Das Gedicht stammt aus der künstlerischen und literarischen Bewegung des Dadaismus.

Das Gedicht inspirierte im 20. Jahrhundert zahllose Dichter und Lyriker in der ganzen Welt, ihrerseits Anna-Gedichte zu schreiben oder in ihren Werken auf sie anzuspielen.

Von Kurt Schwitters erschienen ab 1919 drei Gedichtbände mit „Anna“ im Titel:

  • Anna Blume. Dichtungen. Band 39/40 der Reihe Die Silbergäule, Paul Steegemann Verlag, Hannover (1919)
  • Elementar. Die Blume Anna. Die neue Blume Anna. Von Kurt Merz Schwitters, Gedichtsammlung aus den Jahren 1918–1922, Verlag Der Sturm, Berlin (1922)
  • Memoiren Anna Blumes in Bleie. Eine leicht fassliche Methode zur Erlernung des Wahnsinns für jedermann. Von Kurt Merz Schwitters, W. Heinrich Verlag, Freiburg (1922)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der US-amerikanische Autor Paul Auster nimmt in seinen Romanen Bezug auf Kurt Schwitters, indem er Figuren Anna Blume nennt. Er gibt dem Charakter damit einen Hauch von nicht-existenziellem, wie zum Beispiel in dem Roman Im Land der letzten Dinge (In the Country of Last Things). Auch in seinem Roman Reisen im Skriptorium (Travels in the Scriptorium Jul 2007) kommt die älter gewordene Figur Anna Blume wieder vor. Außerdem gibt es auch in dem Roman Mond über Manhattan (Moon Palace) die Erwähnung eines Charakters namens Anna Blume.
  • Der Maler und Grafiker Willi Rieser aus Zürich setzte dieses und andere Gedichte von Schwitters grafisch um, in dem er jedem Buchstaben bzw. Satzzeichen ein mehr oder weniger stilisiertes Gesicht zuordnete.
  • Der Komponist Stefan Wolpe erlebte selbst Schwitters’ Aufführungen seiner Texte und bezeichnete „Anna Blume“ als kleine Oper. 1929 schrieb er eine Vertonung des Gedichts für Klavier und musikalischem Clown.
  • Der Komponist Bernd Alois Zimmermann verwendete das Gedicht in seinem Requiem für einen jungen Dichter.
  • Die Stuttgarter Hip-Hop-Fraktion Freundeskreis nimmt in Ihrem Song A-N-N-A Bezug auf Schwitters’ Gedicht

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Schwitters: Anna Blume und ich. – Die gesammelten Anna Blume-Texte. Hrsg. Ernst Schwitters. 204 Seiten, Arche Verlag, Zürich 1996, ISBN 3-7160-2223-3
  • Kurt Schwitters: Anna Blume und zurück. Poetische Antworten auf An Anna Blume. Anlässlich der Expo 2000 in Hannover sind Autorinnen und Autoren aus fast allen Teilnehmerländern gebeten worden, Texte einzusenden, die auf Schwitters’ Gedicht reagieren. Hrsg. Gerd Weiberg, Klaus Stadtmüller u. Dietrich zur Nedden; 239 Seiten, Wallstein, Göttingen 2000, ISBN 3-89244-434-X

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: An Anna Blume (Kurt Schwitters) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien