Andreas Glorez

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Andreas Glorez (fl. um 1700) gilt als einer der wichtigen Vertreter der Hausväterliteratur. In einem Nachdruck aus dem 19. Jh. wird er als der "mährische Albertus Magnus", als Klostergeistlicher und Naturkundiger bezeichnet. Details zu seiner Biographie sind nicht überliefert.[1]

Glorez veröffentlichte ein enzyklopädisches Werk, die achtbändige Vollständige Haus- und Landbibliothek, zu Themen aus Medizin, Pharmazie, Naturkunde, Naturmagie, Mathematik, Land- und Hauswirtschaft und Technologie, gedruckt durch Quirinus Heyl in Stadtamhof, Regensburg, 1701 (Neuauflage durch Georg Philipp Platz, Nürnberg, 1719).

Haus- und Landbibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Haus- und Landbibliothek erschien mit folgender Inhaltsangabe zu den ersten vier Bänden:

„Vollständige Hauß- und Land Bibliothec, Worinnen der Grund unverfälschter Wissenschaft zu finden ist, deren sich bey jetziger Zeit ein Hof- Handels- Hauß- Burgers- und Land-Mann zu seinem reichlichen Nutzen bedienen kan: Abgetheilt in Vier Theil. Der Erste Theil handelt: I. Was ein Hauß und Land-Herr bey Kauffung eines Guths auf dem Land in Obacht zu nehmen haben, und wie er das gantze Jahr hindurch seine Haußhaltung ordentlich anstellen solle [...] In dem Andern Theil ist begriffen eine Anatomische Beschreibung deß gantzen Menschlichen Cörpers, vom Haupt biß auf die Füsse: [...] Der Dritte Theil offenbahret gantz seltsame Künste und die rareste Erfindungen dieser Zeit, mittels deren sich viel Leut ehrlich in der Welt fortbringen und nähren können. Der Vierte Theil lehret mancherley Art lieblich fliessender Sendschreiben, Quittungen, Evictionen, Reversalen, Geburths- Abschieds- Heyraths-Zeugnüß, Lehr- und Tausch-Briefe, Contracten, Cession-Schein, Verding- oder Bestallungs-Formulen [...]“[2]

Weitere vier Bände erschienen ebenfalls 1701 als Continuation der Vollständigen Hauß- und Land Bibliothec, mit folgenden Inhaltsangaben:

„Der Erste Theil lehret: 1. Wie man die Aecker erkennen, derselben Fehler verbessern, und owhl zubereiten soll. 2. Vom Säen, was dabey in Obacht zu nehmen [...] Der Ander Theil handelt von der Gestalt, Natur, Krafft und Würckung der Bäume, Kräuter, vierfüssigen Thiere, Vögeln, Fischen, Metall und Mineralien, wie dieselbige zur Artzney und anderwegen sollen gebraucht werden [...] Der Dritte Theil bereifft in sich allerhand Künste, als erstlich vom Feuerwerck, fliegenden Raggeten, Feuer-Kugeln und schiessenden Windliechtern. 2. Von der Mechanischen Kunst, wie man durch allerhand Instrumenten schwere Dinge, als Glocken, Stück, Erden, Stein, Wasser &c. leichtlich in die Höhe heben kann: ingleichen von Wasserkünsten und Mühlen. 3. Von unterschiedlichen Alchimischen geheimen Kunststücken, samt einem Anhang worinnen die vortreffliche Arcana Herrn Bartholomei Korndoerffers, nebst andern Raritäten mehr enthalten seynd, Der Vierdte Theil ist in 45. Titul getheilet, deren jeder sehr nothwendige und in Praxi täglich sich hervor thuende, nit nur peinlich-burgerlich- und geistliche Materien sondern auch die schönste und vornehmste heutigs Tags auf dem Land meistentheils sich ereigende Casus in sich hält [...]“[3]

Auszüge wurden unter dem Titel Eröffnetes Wunderbuch in einem Nachdruck zusammen mit einem Werk von Valentin Weigel herausgegeben.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "lebte um den Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts, und schrieb: Vollständige Haus- und Land-Bibliothek." Johann Christoph Adelung: Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinem Gelehrten-Lexico, Bd. 2. Leipzig 1787. (Sp. 1489).
  2. Digitalisat, Bayerische Staatsbibliothek
  3. Digitalisat, Bayerische Staatsbibliothek
  4. Digitalisat eines Nachdrucks von ca. 1850 (datiert "1700"), Bayerische Staatsbibliothek. Vollständige Überschrift: Des Mährischen Albertus Magnus, Andreas Glorez, Klostergeistlicher und Naturkundiger, Eröffnetes Wunderbuch von Waffensalben, s. g. zauberischen Krankheiten, Wunderkuren, wie sie die heil. Schrift lehrt und mit gar gering geachteten Sachen, magischer Kraft und Signatur der Erdgewächse und Kräuter, Egyptischen Geheimnissen, Verplfanzung der Krankheiten in Thiere und Bäume, Glücksruthen auf die in der Erde verborgenen Metalle, sympathetischen Pulvern, Erforschung der Krankheiten durch den Urin, und anderen merkwürdigen Geheimnissen aus handschriftl. Klosterschätzen. , oder die unaussprechlichen Kräfte des köstlichen Wundersteins der Natur.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]