Andreas Mihavecz

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Andreas Mihavecz (* 1960/61) ist ein Bregenzer, der den Weltrekord für das längstandauernde Überleben ohne die Versorgung mit Nahrung oder Flüssigkeiten innehat.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1979 wurde der zu diesem Zeitpunkt 18-jährige Maurerlehrling[2] in Gewahrsam der Gendarmerie in Höchst genommen, nachdem er als Passagier in einen Autounfall verwickelt gewesen war. Für seine Anhaltung waren drei Gendarmeriebeamte verantwortlich, von denen ein jeder dachte, dass die beiden anderen Mihavecz bereits freigelassen hätten. Eine Vermisstenanzeige der Mutter von Mihavecz wurde ignoriert.[3]

Mihavecz überlebte, da er Kondenswasser von den Wänden zu sich nahm. Da seine Zelle im Keller lag, hörte niemand seine Rufe. Er verlor 24 Kilogramm an Gewicht.[3][4] 18 Tage später, am 19. April entdeckte ein Beamter zufällig Mihavecz, nachdem er den Geruch aus der Zelle wahrgenommen hatte.[5] Bis zur Wiederherstellung der Gesundheit Mihaveczs vergingen Wochen.[3]

Im folgenden Strafverfahren beschuldigten sich die drei beteiligten Gendarmen gegenseitig. Wegen „Grober Fahrlässigkeit im Amt“ wurden die Beamten zu Geldstrafen von umgerechnet je 2000 € verurteilt. Zwei Jahre später wurden Mihavecz in einem Zivilverfahren 250.000 Schilling (rund 18.168 €) zugesprochen.[6]

Der Fall wurde später irrtümlich in einem Buch über Urban Legends angeführt und dort als eine modernisierte Form einer mittelalterlichen Sage über einen vergessenen Häftling bezeichnet.[2][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Guinness Book of World Records (1997), (2007)
  2. a b Sagen: Baby mit Ketchup. In: Der Spiegel. Nr. 12, 1990, S. 322–325 (online 19. März 1990).
  3. a b c Beamte vergaßen Häftling in der Zelle: Verurteilt. In: Hamburger Abendblatt. 6. November 1979, abgerufen am 25. März 2016.
  4. a b Rolf Wilhelm Brednich: Die Spinne in der Yucca-Palme. Sagenhafte Geschichten von heute. C. H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-57037-7.
  5. So litt der vergessene Häftling, Arbeiter-Zeitung, 20. April 1979.
  6. Entschädigung für den "vergessenen" Häftling. In: Hamburger Abendblatt. 5. September 1981, abgerufen am 25. März 2016.