Andreaswerk

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Andreaswerk ist der Name eines eingetragenen Vereins für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Vechta in Niedersachsen. Der Verein hat seinen Hauptsitz in der Kreisstadt Vechta.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1969 wurde der „Caritasverein für Kinder- und Jugendhilfe“ in Vechta als Tochterinstitution des Deutschen Caritasverbandes gegründet. Ziel der Vereinsgründung war damals die Verwirklichung des Rechts von Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung auf Schulbildung durch die Gründung einer Tagesbildungsstätte in Vechta. 1976 wurde der Verein in „Caritasverein für Behindertenhilfe“ umbenannt,[1] da er inzwischen auch für Erwachsene Dienstleistungen anbot. Um eine Verwechselung mit dem ebenfalls in Vechta residierenden Caritasverband auszuschließen, wurde 1993 der Name „Andreaswerk“ für die Einrichtung gewählt.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Manufaktur“ in der Vechtaer Innenstadt

Das Andreaswerk betreibt an sechs Orten

  • zwei Frühförderungen,
  • eine integrative Kinderkrippe,
  • zwei Sprachheilkindergärten,
  • drei Heilpädagogische Kindergärten inklusive integrativer Kindergartengruppen,
  • die Erich Kästner-Schule (Tagesbildungsstätte) mit zwei Standorten,
  • verschiedene Einrichtungen für Arbeit (vor allem die Werkstatt für behinderte Menschen) und Wohnen (darunter zwei Wohnheime für Senioren),
  • die „Manufaktur“ in der Innenstadt von Vechta, eine Produktionsstätte mit angeschlossenem Laden, einem Café als Treffpunkt und betreutem Wohnen für Menschen mit Behinderungen, sowie
  • das „Café am Campus“, eine gastronomische Einrichtung in der „Kirche am Campus“, einer Einrichtung der der katholischen und evangelischen Hochschulseelsorge.

Hauptzweck des Andreaswerks ist es, das Recht auf Teilhabe von Menschen mit Behinderungen Wirklichkeit werden zu lassen, indem der Verein Möglichkeiten zur Bildung, zur Arbeit und zum selbstständigen Wohnen bereitstellt.

Die Einrichtungen und Dienste des Andreaswerk sind durchweg staatlich anerkannt. In ihnen werden mehr als 1.300 Menschen aus dem Landkreis Vechta gefördert und betreut. Das Andreaswerk beschäftigt 400 hauptamtliche Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Vechta.[2]

Um in Zeiten knapper werdender öffentlicher Mittel Menschen mit Behinderungen dennoch effektiv helfen zu können, wurde im November 2006 auf Betreiben des Andreaswerks die Andreas-Stiftung gegründet.[3]

Aktuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2016 richtete das Andreaswerk eine neue Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Behinderung ein. Das Projekt heißt "SAM" und wird für 3 Jahre von der Aktion Mensch unterstützt, es soll ein Ort der Begegnung sein und Inklusion erlebbar machen.[4][5]

Die im August 2017 geplanten Kindergartengruppen des Andreaswerkes mit der Stadt Vechta wurden im Herbst 2017 eröffnet und bieten so Platz für bis zu 50 Kinder. Eine der Gruppen wird im Frühförderhaus des Andreaswerkes am Tannenhof eingerichtet und die andere Gruppe im Heilpädagogischen Kindergarten St. Nepomuk. Für den Umbau wurden ca. 400 000 Euro investiert.[6]

Im Dezember 2017 veranstaltet die Erich-Kästner-Schule einen Weihnachtsbasar, bei welchem 300 Euro zusammen kamen. Dieses Geld spendete die Schule an die "Rumänienhilfe" des Andreaswerk.[7]

Im Februar 2018 realisierte das Andreaswerk mit der St.-Georg-Stiftung ein Projekt in der Nähe einer Uni, bei welchem 24 Studierende in acht Wohngemeinschaften und fünf Behinderte in ihren eigenen Wohnungen zusammen leben sollen. Das neue Wohnmodell soll behinderten Menschen den Weg in ein selbständiges Leben ermöglichen und ergibt durch den Charakter eines Studentenwohnheim auch eine besondere Nachbarschaft.[8][9]

Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Warnking, Geschäftsführer                             
  • Dominik Fahlbusch, Stellvertretender Geschäftsführer

[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Caritasverein für Behindertenhilfe e.V.: Leben. Lernen. Arbeiten. 20 Jahre Caritasverein für Behindertenhilfe e.V. Vechta. Vechta. Vechtaer Druck und Verlag. 1990. 42 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Floren: „Dabei sein!“: 35 Jahre Andreaswerk. Nordwestzeitung. 14. September 2005.
  2. Werner Klohn: Die Wirtschaftsstruktur der Landkreise Vechta und Cloppenburg (PDF-Datei; 239 kB). Jahrbuch für das Oldenburger Münsterland 2004. S. 268.
  3. Andreaswerk gründet Stiftung. Neue Osnabrücker Zeitung. 2006.
  4. Nordwest-Zeitung: Andreaswerk: Neue Begegnungsstätte öffnet. In: NWZonline. (nwzonline.de [abgerufen am 16. August 2018]).
  5. Nordwest-Zeitung: Andreaswerk: Neue Begegnungsstätte soll Inklusion fördern. In: NWZonline. (nwzonline.de [abgerufen am 16. August 2018]).
  6. Nordwest-Zeitung: Kindergarten: Neue Plätze dringend benötigt. In: NWZonline. (nwzonline.de [abgerufen am 16. August 2018]).
  7. Nordwest-Zeitung: Andreaswerk: Schüler-Spende für Rumänien. In: NWZonline. (nwzonline.de [abgerufen am 16. August 2018]).
  8. Nordwest-Zeitung: Inklusion: Projekt mit Modell-Charakter. In: NWZonline. (nwzonline.de [abgerufen am 16. August 2018]).
  9. Kirche und Leben, Münster, Germany: In Vechta wohnen Behinderte und Studenten unter einem Dach. (kirche-und-leben.de [abgerufen am 16. August 2018]).
  10. Nordwest-Zeitung: Andreaswerk: Abschied nach 39 Dienstjahren. In: NWZonline. (nwzonline.de [abgerufen am 16. August 2018]).