Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung

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Basisdaten
Titel: Verordnung über die Voraussetzungen und das Verfahren zur Akkreditierung von fachkundigen Stellen und zur Zulassung von Trägern und Maßnahmen der Arbeitsförderung nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch
Kurztitel: Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung
Früherer Titel: Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung
Abkürzung: AZAV
Art: Bundesrechtsverordnung
Geltungsbereich: Bundesrepublik Deutschland
Erlassen aufgrund von: § 184 SGB III
Rechtsmaterie: Sozialrecht
Ursprüngliche Fassung vom: 16. Juni 2004
(BGBl. I S. 1100)
Inkrafttreten am: 1. Juli 2004
Letzte Neufassung vom: 2. April 2012
(BGBl. I S. 504)
Inkrafttreten der
Neufassung am:
6. April 2012
Letzte Änderung durch: Art. 1 VO vom 27. Januar 2017
(BGBl. I S. 133)
Inkrafttreten der
letzten Änderung:
3. Februar 2017
(Art. 2 VO vom 27. Januar 2017)
Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten.

Die Verordnung über die Voraussetzungen und das Verfahren zur Akkreditierung von fachkundigen Stellen und zur Zulassung von Trägern und Maßnahmen der Arbeitsförderung nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung – AZAV) löste am 6. April 2012 die bisherige Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV) ab. Sie wurde am 5. April 2012 im deutschen Bundesgesetzblatt Teil 1 Seite 504 ff bekanntgemacht.

Situation vor dem 6. April 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AZWV war eine Verordnung des ehemaligen deutschen Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit vom 16. Juni 2004 gem. § 87 SGB III und regelte die Anerkennung (Akkreditierung) und die Zulassung (Zertifizierung) von Bildungsträgern und Bildungsmaßnahmen durch unabhängige Organisationen. Die von den Agenturen für Arbeit bzw. den Arbeitsgemeinschaften für Grundsicherung an Arbeitsuchende herausgegebenen Bildungsgutscheine konnten nur für nach AZWV zertifizierte Bildungsmaßnahmen bei entsprechend zertifizierten Bildungsträgern eingelöst werden.

Nach der AZWV konnten sich Bildungsträger mit ihren Bildungsmaßnahmen über sogenannte fachkundige Stellen (FKS) zertifizieren lassen. Das bedeutete, dass mit einer Träger- und Maßnahmezertifizierung durch eine fachkundige Stelle ein Bildungsträger (Verein, GmbH, gGmbH usw.) als zugelassener Bildungsträger in Verbindung mit §§ 7,8 AZWV und mit der jeweiligen (zertifizierten) Fortbildungsmaßnahme als zugelassene Weiterbildungsmaßnahme nach § 85 SGB III ausgestattet war. Die Zulassung erfolgte durch unabhängige Zertifizierungsstellen.

Auszug aus der AZWV (§ 8 Abs. 4):

Ein System zur Sicherung der Qualität nach § 84 Nr. 4 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch liegt vor, wenn ein den anerkannten Regeln der Technik entsprechendes systematisches Instrument zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung dokumentiert, wirksam angewendet und dessen Wirksamkeit ständig verbessert wird. Der Antrag muss insbesondere eine Dokumentation enthalten zu
  1. einem kundenorientierten Leitbild,
  2. der Berücksichtigung arbeitsmarktlicher Entwicklungen bei Konzeption und Durchführung von Bildungsmaßnahmen,
  3. der Art und Weise der Festlegung von Unternehmenszielen sowie Lehr- und Lernzielen, Methoden einschließlich der Methoden der Bewertung des Eingliederungserfolgs,
  4. den Methoden zur Förderung der individuellen Lernprozesse,
  5. einer regelmäßigen Evaluierung der angebotenen Maßnahmen mittels anerkannter Methoden,
  6. der Unternehmensorganisation und -führung,
  7. der Durchführung von eigenen Prüfungen zur Funktionsweise des Unternehmens,
  8. der Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit externen Fachkräften zur Qualitätsentwicklung und
  9. den Zielvereinbarungen, der Messung des Grads der Zielerreichung und der Steuerung fortlaufender Optimierungsprozesse auf der Grundlage erhobener Kennzahlen oder Indikatoren.

Die Anerkennung der FKS erfolgte nach der AZWV und der DIN EN ISO 17021 und wurde durch die Anerkennungsstelle der Bundesagentur für Arbeit wahrgenommen. Das Verfahren nach der AZWV wurde durch Empfehlungen des bei der Anerkennungsstelle gebildeten Anerkennungsbeirats konkretisiert. Der Anerkennungsbeirat beriet und unterstützte die Anerkennungsstelle und liefert bindende Interpretationen.

Situation seit dem 6. April 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die AZAV ist eine Verordnung nach dem SGB III – §443 Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt und regelte die Anerkennung (Akkreditierung) und die Zulassung (Zertifizierung) von Bildungsträgern und Bildungsmaßnahmen durch unabhängige Organisationen und die Anerkennung (Akkreditierung) von privaten Arbeitsvermittlern. Die von den Agenturen für Arbeit bzw. den Arbeitsgemeinschaften für Grundsicherung an Arbeitsuchende herausgegebenen Bildungsgutscheine bzw. Vermittlungsgutscheine (VGS) können nur für nach AZAV zertifizierte Bildungsmaßnahmen bei entsprechend zertifizierten Bildungsträgern eingelöst werden bzw. bei entsprechend zertifizierten Personalvermittlungsunternehmen.

Die AZAV gliedert die Bildungsträger bzw. Personalvermittlungsunternehmen nach verschiedenen Fachbereichen:

  1. Aktivierung und berufliche Eingliederung
  2. Private Arbeitsvermittler
  3. Berufswahl und Berufsausbildung
  4. Berufliche Weiterbildung
  5. Transferleistungen
  6. REHA-spezifische Maßnahmen

Die Zulassung von Trägern erfolgt über ein Vor-Ort-Audit, während es sich bei der Maßnahmenzulassung von Bildungsträgern um eine reine Dokumentenprüfung handelt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


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