Anna Blos

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Anna Blos

Anna Berta Antonia Blos, geb. Tomaszewska (* 4. August 1866 in Liegnitz; † 27. April 1933 in Stuttgart) war eine deutsche Politikerin der SPD, Lehrerin, Autorin und Frauenrechtlerin.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Besuch der Pensions- und höheren Mädchenschule und des Lehrerinnenseminars Prinzeß-Wilhelm-Stifts in Karlsruhe studierte Blos, die evangelischen Glaubens war, an der Humboldt-Universität in Berlin die Fächer Geschichte, Literatur und Sprachen. Anschließend war sie als Oberlehrerin tätig. Anna Blos war Mitglied des Ortsschulrates von Stuttgart und erreichte später als erste Frau im Deutschen Reich die Position einer Ortsschulrätin.[1]

Als Frauenrechtlerin und überzeugte Verfechterin des Frauenwahlrechts engagierte sich Anna Blos als Führungskraft im Württembergischen Verein für Frauenstimmrecht.[1] Sie gründete in Stuttgart den Verband der Stuttgarter Hausfrauen und war dessen Vorsitzende. Außerdem war sie in verschiedenen gemeinnützigen Organisationen tätig.

Anna Blos war seit 1905 mit dem späteren württembergischen Staatspräsidenten Wilhelm Blos (1849–1927) verheiratet. Vom 21. bis zum 27. Dezember 1931 brannte das Alte Schloss in Stuttgart, in welchem sich seit 1922 auch die Pensionärswohnung des Ehepaars befand. Die Witwe Anna Blos verlor damit nicht nur ihre Wohnung, sondern auch die zu Lebzeiten ihres Mannes gemeinsam aufgebaute sehr umfangreiche Bibliothek.[2]

Anna Blos starb im Alter von 66 Jahren in Stuttgart und fand dort ihre letzte Ruhestätte auf dem Pragfriedhof.[3]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz ihrer bürgerlichen Herkunft, ihr Vater war Oberstabsarzt I. Klasse, trat Blos der SPD bei und wurde Mitglied des württembergischen Landesvorstandes der Partei.

Abgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna Blos wurde im Jahr 1919 als einzige weibliche Abgeordnete der württembergischen SPD bei der Wahl zur Deutschen Nationalversammlung zum Mitglied der Weimarer Nationalversammlung gewählt. Sie war eine von insgesamt 37 Frauen unter den 423 Abgeordneten.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Philipp Buonarroti: Babeuf und die Verschwörung für die Gleichheit, mit dem durch sie veranlassten Prozeß und den Belegstucken. Übersetzt und eingeleitet von Anna und Wilhelm Blos. J. H. W. Dietz Nachf., Stuttgart 1909 (=Internationale Bibliothek 49) Digitalisat (dazu Rezension von Hermann Wendel.[5])
  • Ein vergessener Frauenanwalt. In: Die neue Zeit Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 29.1910-1911, 2. Band (1911), Heft 43, S. 751–756. Digitalisat
  • Krieg und Schule. Verlag „Internat. Korrespondenz“, Berlin-Karlshorst 1915. MDZ Reader
  • Kommunale Frauenarbeit im Kriege. Verlag für Sozialwissenschaften, Berlin 1917.
  • Frauen des Jahres 1848, in: Illustrierte Reichsbanner Zeitung, 12 (1927).
  • Wilhelm Blos. In: Jahrbuch des Historischen Vereins Alt- Wertheim. Wertheim 1927, S. S. 41–45.
  • Frauen der 1848er Revolution in Deutschland. Zehn Lebensbilder und ein Vorwort. Kaden & Comp., Dresden 1928.
  • Frauen in Schwaben. Fünfzehn Lebensbilder. Silberburg, Stuttgart 1929.
  • gemeinsam mit Anna Geyer, Adele Schreiber und Louise Schroeder: Die Frauenfrage im Lichte des Sozialismus, Kaden, Dresden 1930.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Blos und Anna Blos. In: Franz Osterroth: Biographisches Lexikon des Sozialismus, Band I. Verstorbene Persönlichkeiten, J. H. W. Dietz Nachf., Hannover 1960, S. 26–27.
  • Unser Land und seine Sozialdemokraten. Wilhelm und Anna Blos, herausgegeben vom SPD-Landesverband Baden-Württemberg, Stuttgart 1977.
  • Ina Hochreuther: Frauen im Parlament. Südwestdeutsche Abgeordnete seit 1919, Theiss-Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 3-8062-1012-8
  • Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung, 1933–1945. Eine biographische Dokumentation. 3., erheblich erweiterte und überarbeitete Auflage. Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5183-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Anna Blos' Biografie auf landtagswahl-bw.de, abgerufen am 7. Dezember 2015
  2. Mascha Riepl-Schmidt: Anna (1866–1933) und Wilhelm Blos (1849-1927). In: Politische Köpfe aus Südwestdeutschland. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2005, S. 75
  3. Anna und Wilhelm Blos auf proaltcannstatt.de, abgerufen am 7. Dezember 2015
  4. Gedenktafel Blos auf spd-stuttgart.de, abgerufen am 7. Dezember 2015
  5. Philipp Buonarroti, Babeuf und die Verschwörung für die Gleichheit mit dem durch sie veranlaßten Prozeß und den Belegstücken. Übersetzt und eingeleitet von Anna und Wilhelm Blos. Verlag von J. H. W. Dietz Nachf., Stuttgart. (Internationale Bibliothek) 336 Seiten. Brosch. 2 Mark, geb. 2,50 Mark. In: Die neue Zeit. Wochenschrift der deutschen Sozialdemokratie. 28.1909-1910, 1. Band. (1910), Heft 10, S. 347–348. Digitalisat