Anpfiff (Fernsehsendung)

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Anpfiff war der Titel einer Sportsendung des Senders RTL, der hierin seit 1988 über die erste Fußballbundesliga berichtete. Es war die erste regelmäßige Fußballsendung im Privatfernsehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Übertragungsrechte für die Erstverwertung an der Fußball-Bundesliga hatte bisher der Rechteinhaber DFB an die ARD verkauft, und zwar letztmals in der Saison 1987/88 für 18 Millionen DM.[1] Andere Interessenten gab es ab 1984 mit dem Start des Privatfernsehens in Deutschland. Diese aufkommende Konkurrenz sollte den Preis für die Erstverwertungsrechte in die Höhe treiben.

Ulrich Potofski (Moderator von Anpfiff 1988 bis 1992)

Unter dem Namen Anpfiff hatte RTL bereits 1986 von einem Bundesliga-Spiel berichtet – und zwar von einem, das nicht in der ARD-Sportschau gezeigt wurde. Erst zwei Jahre später sicherte sich der Kölner Privatsender die Erstverwertungsrechte an der Bundesliga für 135 Millionen DM und begann mit der Ausstrahlung am 13. Februar 1988. Da der Privatsender noch nicht überall terrestrisch zu empfangen war, durfte auch die ARD in ihrer Sportschau weiterhin von der Bundesliga berichten. Die Sendung umfasste einen zeitlichen Rahmen von bis zu drei Stunden samstags bei Spielbetrieb. Von 1988 bis 1992 wurde der Anpfiff vom damaligen RTL-Sportchef Ulrich Potofski moderiert. Die Sendung war mit Entertainment-Elementen ausgestattet; in der Anfangszeit waren Günter Netzer und Erika Berger regelmäßige Studiogäste.[2][3][4]

Obwohl RTLplus später sogar von einem Spiel exklusiv berichten durfte, konnte Anpfiff aus technischen Gründen nur bis zu 1,9 Millionen Zuschauer erreichen. Gleichzeitig sank dadurch bei der Sportschau die Sehbeteiligung zeitweise von 3,5 Millionen auf 500.000 Zuschauer.[5] Die hohen Kosten für die Übertragungsrechte konnten zuschauerbedingt durch Werbung nicht eingespielt werden, sodass die Sendung von Anfang an defizitär war. Von der Bundesliga-Saison 1991/92 überließ RTLplus die Rechte an den Samstagsspielen der ARD und berichtete nur von den „Flutlichtspielen“ vom Freitagabend. Schon ein Jahr zuvor gab es dementsprechende Überlegungen.

RTL verwendete den Namen Anpfiff noch bis zum 17. März 1998 (letzte Übertragung eines UEFA-Pokal-Spiels: Schalke 04 – Inter Mailand) für ihre Liveübertragungen und später noch für ihre Computer-Managerspiele.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Schmeh, Titel, Tore, Transaktionen - Ein Blick hinter die Kulissen des Fußball-Business, 2005, S. 82 f.
  2. »Mein Gott, die sind tot« 11freunde.de 26. Dezember 2011
  3. Stark sein, wo der Ball ist zeit.de 29. Juli 1988
  4. Zehn Günter-Netzer-Geschichten, die Sie noch nicht kennen! tz.de 23. April 2012
  5. Jörg Hagenah, Sozialer Wandel und Mediennutzung in der Bundesrepublik Deutschland, 2006, S. 107