Anthony Rowley

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Anthony Rowley (2010)

Anthony Rowley (* 22. Juli 1953 in Skipton, Yorkshire) ist ein aus Großbritannien stammender Sprachwissenschaftler, der als Dialektologe und Lexikograph die bairischen Dialekte erforscht. Seit 1988 ist er Leiter der Redaktion des Bayerischen Wörterbuchs.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur in Skipton 1971 studierte Rowley an der Universität Reading in Großbritannien. Zwischen 1975 und 1977 war er Stipendiat des DAAD für ein Studium der Germanistik an der Universität Regensburg.[1] Im Jahr 1975 erhielt er den Grad B.A. von der Universität Reading verliehen. 1981 folgte die Promotion zum Dr. phil. an der Universität Bayreuth mit einer Arbeit über die bayerische Mundart im trentinischen Fersental. Im Jahr 1987 habilitierte er mit einer Arbeit zur Morphologie der Mundarten Nordostbayerns. Rowley ist seit 1988 Leiter der Redaktion des auf zehn Bände veranschlagten Bayerischen Wörterbuchs (BWB), das von der Kommission für Mundartforschung an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben wird.[2] Dass ausgerechnet ein Engländer BWB-Chef wurde, kommentiert Rowley gerne mit dem Bonmot: „Vielleicht hat sich die Jury gedacht: Hauptsach', es is koa Preiß!“[3] Als Dienststellenleiter der Kommission für Mundartforschung arbeitet er eng mit dem Fränkischen Wörterbuch zusammen.

Seit 1989 lehrt Rowley überdies als außerplanmäßiger Professor für Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Medienauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rowley ist wochentags in der vom Bayerischen Rundfunk produzierten Sendung Wir in Bayern zu sehen, für die er die Bedeutung eines von einem Zuschauer zum Rätsel gestellten bayerischen Wortes erklärt.[4]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Morphologische Systeme der nordostbayerischen Mundarten in ihrer sprachgeographischen Verflechtung. Steiner, Stuttgart 1997 (= Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik, Beiheft 93), ISBN 3515067000.
  • Fersentaler Wörterbuch Wörterverzeichnis der deutschen Sprachinselmundart des Fersentals in der Provinz Trient/Oberitalien – Vocabolario del dialetto tedesco della Valle del Fersina nel Triento. Hamburg, Buske, 1982 (= Bayreuther Beiträge zur Sprachwissenschaft, Dialektologie, 2), ISBN 3-87118-593-0.
  • Liacht as de sproch. Grammatica della lingua mòchena / Grammatik des Deutsch-Fersentalerischen. Hrsg. vom Istituto Culturale Mòcheno-Cimbro / Kulturinstitut für das Fersental und Lusern / Kulturinstitut Bersntol-Lusérn. Palù del Fèrsina (Trento) 2003, ISBN 88-900656-1-3 (Digitalisat: PDF).
  • Zahlreiche Wortartikel im Bayerischen Wörterbuch, Bd. 1 ff., München, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2002 (1. Lieferung 1993).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DAAD – Alumni aus der Rubrik Gestern Stipendiat – und heute?
  2. Kommission für Mundartforschung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
  3. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/seltene-einblicke-zwischen-himmel-und-erde-1.3512188#5
  4. Das bairische Wörter-Raten. Website des BR. Abgerufen am 26. Januar 2016