Anton Höger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Anton Franz Höger (* 30. Oktober 1956 in München) ist ein deutscher Maler und Komponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich begründeten fünf Schüler des Literaten und Malers Albert Paris Gütersloh die sogenannte Wiener Schule des Phantastischen Realismus, unter ihnen Ernst Fuchs. Einer seiner Meisterschüler, A. Richard Penn, bildete Anton Höger aus, der sich nach diesem Studium Ende der 1970er Jahre jedoch erst seit Beginn der 2000er Jahre wieder umfänglich der Malerei zugewendet hat.[1]

Die Wiener Schule der 1950er Jahre hatte sich vornehmlich der Opulenz des Manierismus bedient, um ihre albtraumhaften Visionen darzustellen. Diese figürliche Fantastik entwickelte vielschichtige Ausprägungen, deren lokale Unterschiede vor allem im Rückgriff auf kunstgeschichtliche Bezüge deutlich werden. Den Vertretern dieser neuen fantastischen Bewegung war das unbedingte Festhalten an der gegenständlichen Darstellung wichtig. Surreale Strömungen der 1920er Jahre, die zu einer Auflösung der Figur führten, etwa bei Salvador Dali oder Joan Miro, die den Weg zu einem abstrakten Expressionismus ebneten. Anton Högers Malstil kann man unter Phantastischer Realismus einordnen.[1] Seine Sujets sind der moderne Mensch in der Wissenschaft, in der Kunst und in der Religion.[2]

Malerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maltechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wiener Schule, Högers künstlerische Heimat, kennzeichnete neben unwirklichen, traumhaften Bildmotiven im opulenten Stil des Manierismus eine aufwändige Maltechnik, die sich die alte italienische und niederländische Malerei zum Vorbild nahm. Die Bewunderung der malerischen Finesse der Altmeister und der Versuch, deren Effekte zu erzielen, hatte schon Otto Dix Mitte der 1920er Jahre zu einem radikalen Wandel seiner Maltechnik geführt. Das Werk Anton Högers ist vielfach geprägt von Anspielungen auf alte Bildsymbole, die er jedoch mit der Direktheit einer aktuellen Formensprache umsetzt. Sein Realismus entspricht heutigen Sehgewohnheiten.[1]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005: Einzelausstellung Montreal (Gora-Gallery)[3]
  • 2005: Einzelausstellung Soho, New York, (Agora-Gallery)
  • 2006: Gruppenausstellung Chelsea, New York (Agora-Gallery)
    • Einzelausstellung München (Realismusgalerie)
  • 2007: Biennale Florenz 2008; Einzelausstellung Bamberg (Kunstgalerie Senger)
  • 2009: Einzelausstellung Bamberg (Kunstgalerie Senger)
  • 2010: Gruppenausstellung Tübingen (Schedhalle)
  • 2011: Einzelausstellung München (Kunstgalerie Stumpf)
    • Kunstpreis Blau-Orange der Stadt Coburg
  • 2012: Gruppenausstellung München (Kunstgalerie Stumpf)
    • Einzelausstellung München (Kunstgalerie Stumpf)
  • 2013: Einzelausstellung München (Kunstgalerie Stumpf)
    • Art Stroke München
    • Gruppenausstellung Essen (Kunstgalerie am Turm)
    • Gruppenausstellung Coburg (Kunstverein)
  • 2014: Gruppenausstellung München (Kunstgalerie Stumpf)
    • Art Stroke München
    • Einzelausstellung München (Kunstgalerie Stumpf)
    • Art Fair Köln 2015 – Art Stroke München[4]
  • 2015: Einzelausstellung München (Kunstgalerie Stumpf)
  • 2016: Einzelausstellung Nürnberg (raum für zeitgenössische kunst) [5]

Bilder (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kaum zu sehen. 2010, Öl auf Leinw., 180x150
  • Feierabend eines Illusionisten. 2011, Öl auf Leinw., 180x140
  • Judith. 2011, Öl auf Leinw., 200x90
  • Triptychon IV – “Prometheus”. 2012, Öl auf Leinw., 320x160
  • Triptychon V – “Fadenspiele”. 2012, Öl auf Leinw., 160x360
  • Die kleine Welt. 2013, Öl auf Leinw., 180x180
  • Hört auf zu schmieren. 2013, Öl auf Leinw., 180x130
  • Überreste. 2014, Mischtechnik, 170x120
  • Wächter. 2014, Öl auf Leinw., 90x215
  • Bonjour. 2014, Öl auf Leinw., 200x90
  • Kain. 2015, Öl auf Leinw., 90x200
  • Territorium. 2015, Öl auf Leinw., 90x220
  • Wortlos. 2015, Öl auf Leinw., 160x220
  • Die Finte. 2015, Öl auf Leinw., 160x220
  • In lieblicher Bläue. 2016, Öl auf Holz, 150x150
  • Medea. 2016, Öl auf Holz, 140x110
    • Quelle: antonhoeger.com – Exhibitions[3]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Högers zweites starkes Interesse galt der Musik, mit Gitarre und Laute widmete er sich zunächst der Interpretation von Renaissance- und Barockmusik, um sich später mit zeitgenössischen Kompositionen zu beschäftigen. 1989 gewann er beim Internationalen Komponistenwettbewerb für Kammermusik in Berlin den 1. Preis.[6]

Kompositionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Gezeiten des Waldes für 4 Gitarren [7]
  • Berge der Dämmerung (1991) für 3 Gitarren
  • No. 10 Elegie-für 3 Gitarren (1993)
  • Elegie für Gitarre solo (1993)
  • Tarantos(1994/2014) für 3 Gitarren
  • Aus dem Dunkel (1994/2014) für Violine und Gitarre
  • Nachtstück – Fragment I (1992/2014) für 2 Gitarren
  • Nachtstück – Fragment II (1992/2014) für Gitarre solo
  • giocando Aelous (2014) für Gitarre solo
  • Hemios-III – Musik für Laute (1993)
    • Quelle: Website mit Kompositionen von Anton Höger.[7]

Ausgaben liegen bei Boosey&Hawkes, Ricordi, Red House Edition, Zimmermann, Henry Lemoine, Tree Edition u. a. vor.

Intavolierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

für 2 bis 4 Lauten in verschiedenen Stimmungen[8]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Anton Höger – Unerschöpflich. Kunstbuch. Hirmer Verlag, 2012, ISBN 978-3-7774-6091-8.
  2. Website des Instituts für zeitgenössische Kunst, München, mit einem biografischen Abriss und Interpretationen zu den genannten Werken, abgerufen am 24. Juli 2010.
  3. a b antonhoeger.com – Exhibitions
  4. stoerpunkt.com
  5. raum für zeitgenössische kunst . laurentiu feller | Galerie in Nürnberg-Gostenhof. In: das-artelier.com. Abgerufen am 3. Oktober 2016.
  6. infranken.de: Hinter-Anton-Hoegers-nackten-Realitaeten
  7. a b Website mit Kompositionen von Anton Höger
  8. Category:Höger, Anton/Arranger. auf: imslp.org