Anton Ludwig Ulrich

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Anton Ludwig Ulrich (* 9. Mai 1751 in Brilon; † 8. Oktober 1834 in Bredelar) war ein deutscher Unternehmer der Montanindustrie in vor- und frühindustrieller Zeit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich entstammte einer Gewerken- und Unternehmerfamilie, die ihren wirtschaftlichen Schwerpunkt im 18. und 19. Jahrhundert im oberen Sauerland hatte, aber darüber hinaus auch in anderen Teilen Westfalens wirtschaftlich aktiv war. Sein Vater war Ludwig Joseph Ulrich († 1786), ein Gutspächter in Hoppecke, Eisenhüttenbetreiber und Bürgermeister. Im Jahr 1774 gründete Ulrich in der Nähe eines früher von seinem Vater betriebenen Eisenwerkes in Altenbeken ein Hammer- und Hüttenwerk. Im Jahr 1777 kam ein Hochofen dazu. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er auch dessen Besitzungen und Gewerbebetriebe in Brilon. Dazu zählten auch Anteile an den Gruben des Briloner Eisenbergs. Im Jahr 1802 erwarb er das zweite Eisenwerk in Altenbeken. Spezialisiert waren die Werke auf die Herstellung von Öfen.

Außerdem erwarb er die Hütten und Erzgruben im Tal der Hoppecke und um Giershagen sowie Anteile an Gruben jenseits der Grenze im Waldeckischen. Aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten blieben nur die Hütten in Bredelar und Hoppecke bestehen. Ab 1825 plante Ulrich eine neue Hütte zu errichten, die Konzession dazu erhielt er aber nur unter der Auflage die beiden bisherigen Hütten stillzulegen.[1] Gemeinsam mit seinem Sohn Theodor ließ er in der ehemaligen Klosterkirche des Klosters Bredelar einen Hochofen errichten, die Theodorshütte nahm 1828 den Betrieb auf.[2]

In der Zeit des Königreichs Westphalen war Ulrich 1808 bis 1813 Bürgermeister (Maire) von Altenbeken. Außerdem war er zwischen 1808 und 1813 Ratsmitglied für den Distrikt Höxter und Mitglied der Reichsstände des Königreichs Westphalen.

Im Jahr 1823 verkaufte er die Eisenwerke in Altenbeken und zog 1827 zur Familie des Sohnes nach Bredelar.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen Lengemann: Parlamente in Hessen 1808–1813. Biographisches Handbuch der Reichsstände des Königreichs Westphalen und der Städteversammlung des Grossherzogtums Frankfurt. Hrsg.: Hessischer Landtag. (= Vorgeschichte und Geschichte des Parlamentarismus in Hessen. Band 7). 1. Auflage. Insel-Verlag, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-458-16185-6, S. 201.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Hubert Walter: Der Strukturwandel des Nordostsauerländer Bergbaus und Metallgewerbes im 19. Jahrhundert. In: Geographische Kommission für Westfalen (Hrsg.): Erträge geographisch-landeskundlicher Forschung in Westfalen (= Westfälische Geographische Studien). Band 42 1986, ISSN 0943-1721, DNB 870356356, S. 269–289 (Festschrift 50 Jahre Geographische Kommission für Westfalen).
  2. Dirk Strohmann: Vom Kloster zum Industriebetrieb. Bauliche Veränderungen von 1804 bis heute. In: Förderverein Kloster Bredelar e. V. (Hrsg.): Kloster Bredelar/Theodorshütte. Vom barocken Kloster zur Eisenhütte. Vergangenheit und Zukunft. Marsberg Februar 2005, S. 14–25 (cistopedia.org [PDF; abgerufen am 29. März 2013] PDF, 3,1 MB).