Antonio Ortuño

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Antonio Ortuño Sahagún (geboren 1976 in Zapopan) ist ein mexikanischer Journalist und Schriftsteller. Das Magazin Granta Books setzte Ortuño 2010 auf die Liste der bedeutendsten jungen spanischsprachigen Schriftsteller.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antonio Ortuño ist Nachkomme eingewanderter republikanischer Spanier. Er arbeitete einige Jahre für die Zeitung Milenio. Außerdem schreibt er Beiträge für Kulturmagazine wie Letras Libres und La Tempestad.

Sein erster Roman, El buscador de cabezas erschien 2006 und wurde von der Zeitung Reforma zum besten Debüt des Jahres gewählt. Sein Stil wird durch Sarkasmus, schwarzen Humor und explizite, teils ins Groteske übersteigerte Gewaltdarstellungen charakterisiert. In dem Roman La fila india (2013, dt. Die Verbrannten) muss eine Ermittlerin gegen heftige Widerstände den Mord an zahlreichen Migranten (Mexiko als Transitland) aufklären, die durch Brandstiftung in ihrer Notunterkunft ums Leben gekommen sind.[1]

Als DAAD-Stipendiat konnte Ortuño samt Frau und Töchtern 2018/19 ein Jahr lang in Berlin leben und arbeiten. Die spanische und die deutsche Ausgabe des Romans Die Verschwundenen erschienen im Juni 2019 nahezu zeitgleich. Es ist die Geschichte eines aus Loyalität zu seinem kriminellen Schwiegervater, Frau und Kind, langjährig unschuldig im Gefängnis gesessenen Protagonisten, der sich nach seiner Entlassung im Milieu der organisierten Kriminalität der westmexikanischen Millionenstadt Guadalajara zurechtfinden muss.[2][3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • El buscador de cabezas, 2006
  • Recursos humanos, 2007
  • Ánima, 2011
  • La fila India, 2013
  • Méjico, 2015
    • Madrid, Mexiko, Roman, Übersetzung Hans-Joachim Hartstein. München : Antje Kunstmann, 2017. ISBN 978-3-95614-165-2.
  • El rastro, 2016
  • Olinka, 2019
    • Die Verschwundenen, Roman, Übersetzung Hans-Joachim Hartstein. München : Antje Kunstmann, 2019. ISBN 978-3-95614-285-7.

Erzählbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • El jardín japonés, 2006
  • La Señora Rojo, 2010
  • Agua corriente, 2015
  • La vaga ambición, 2017

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Autorenprofil Antonio Ortuño beim Internationalen Literaturfestival Berlin, abgerufen 3. Juli 2019
  2. Antonio Ortuños Roman „Die Verschwundenen“: „Im Kreis der Gewalt“, Der Tagesspiegel vom 13. Juni 2019, abgerufen 3. Juli 2019
  3. Sigrid Löffler: „Zornige Abrechnung mit Gewalt und Korruption in Mexiko“, Deutschlandfunk Kultur vom 20. Juni 2019, abgerufen 3. Juli 2019