Applike

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Spitzenapplikation auf einem Nachthemd

Eine Applike (dt. für franz. applique, vom lateinischen applicare, "anfügen") oder auch Applikation (z. B. bei Textilien) bezeichnet allgemein speziell gearbeitete und oft hauptsächlich der Dekoration dienende Elemente und Details, die auf Objekte des gleichen oder eines anderen Materials appliziert, also aufgesetzt werden.

Flache Appliken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Applikation in der historischen und heutigen Metallverarbeitung wird als Tauschierung bezeichnet. Ein bedeutendes Beispiel dazu ist die Himmelsscheibe von Nebra aus der Bronzezeit.

Flache applike Zierstücke, vor allem an Möbeln, waren auch schon im alten Ägypten und in der Antike gebräuchlich (vergl. Intarsie). Die silhouettierten Dekorstücke wurden meist in Form von Reliefs aus Elfenbein, Schildpatt oder Keramik gefertigt. Gegossene, auch geschmiedete und feuervergoldete Dekorstücke, die man vor allem im Spätbarock in der Möbelherstellung verwendete, werden meist "Beschläge" genannt, in seltenen Fällen aber auch als Applike bezeichnet.[1]
Appliken an Kleidung kommen schon frühzeitig, namentlich bei Kirchengewändern und Vorhängen vor.

Im Bereich der Bildung werden an die Tafel angebrachte Bilder und Texte zur Ergänzung des Tafelbilds als Applikationen bezeichnet.

Textile Appliken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den besonderen Appliken im textilen Bereich zählt die Aufsetzung von Spitzen auf Stoffe. Auch die Stoffapplikationen bei der Anfertigung von Quilts ist weit verbreitet. Oft werden dabei Stoffteile ausgeschnitten und aufgenäht, aber auch später auf Textilien nachträglich angehäkelt oder aufgestickt. Letzteres nennt man Applikationsstickerei. Auch bei Leder sind Applikationen üblich. Sie bestehen meist aus silhouettiert ausgeschnittenen Ornamenten, die aufgesteppt oder aufgeklebt sind.

Weitere Bedeutungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Applique oder eingedeutscht auch Applike bezeichnet auch eine Wandleuchte oder einen Wandarm.[2] Solche ein- oder mehrarmigen, und oft schwenkbaren, Wandarme sind als Kerzenhalter seit der Gotik bekannt. Höhepunkt dieser Appliken-Form war die Zeit des Louis-quinze, des Rokoko unter dem französischen König Ludwig XV.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_560.html
  2. http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_561.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Applikationen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien