Arado Ar 64

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Arado SD I)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Arado Ar 64
Arado Ar 64
Typ: Jagdflugzeug
Entwurfsland:

Deutsches ReichDeutsches Reich Deutsches Reich

Hersteller: Arado
Erstflug: Frühjahr 1929
Produktionszeit:

1931–1934

Stückzahl: 30

Die Arado Ar 64 war ein Jagdflugzeug aus dem Jahre 1930, das als Doppeldecker konzipiert wurde. Das Flugzeug war eine Weiterentwicklung der Arado-Typen SD II und SD III.

Arado SD I[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arado SD I war das erste Jagdflugzeugmodell, das bei der Arado Handelsgesellschaft in Warnemünde gebaut wurde. Konstrukteur war Walter Rethel. Es flossen viele Erfahrungen seiner vorherigen Arbeit bei Fokker ein. Das sehr kompakte Modell war in Gemischtbauweise ausgeführt. Ungewöhnlich war der Verzicht auf Spanndrähte. Die SD I hatte einen 425 PS leistenden luftgekühlten 9-Zylinder-Sternmotor Bristol Jupiter, der von Gnôme et Rhône in Lizenz hergestellt wurde. Die Bewaffnung bestand aus zwei synchronisierten 7,92-mm-Maschinengewehren MG 08/15. Der Erstflug des ersten von zwei gebauten Prototypen fand am 11. Oktober 1927 statt. Es zeigten sich sehr schlechte Langsamflugeigenschaften. Wegen der unzureichend erscheinenden Struktur forderte das Reichswehrministerium einen Neuentwurf, der zur SD II führte.

Arado SD II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neukonstruktion wurde ebenfalls von Walter Rethel durchgeführt. Die SD II war größer und schwerer als die SD I. Die deutlich konservativere Auslegung hatte verspannte Tragflächen. Der einzige Prototyp wurde 1929 als Wettbewerber zur Heinkel HD 37 fertiggestellt. Als Antrieb diente ein von Siemens & Halske hergestellter 530 PS starker 9-Zylinder-Sternmotor Jupiter VI mit Untersetzungsgetriebe und einem großen 3-Blatt-Propeller. Die Bewaffnung bestand wieder aus zwei synchronisierten 7,92-mm-08/15-Maschinengewehren. Trotz schwieriger Handhabung bildete die SD II die Basis für die spätere Ar 64.

Arado SD III[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SD III entstand aus dem Flugwerk des zweiten Prototyps der SD II; ausgerüstet war sie mit einem von Siemens & Halske hergestellten Jupiter VI mit 510 PS und kleinerem direkt angetriebenen 2-Blatt-Propeller. Die vorderen Konturen waren überarbeitet und aufgrund des kleineren Propellers konnte ein niedrigeres Fahrwerk installiert werden. Die Bewaffnung entsprach der bereits in der SD II eingebauten.

Serienausführung Ar 64[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ar 64a wurde direkt von der SD II und SD III abgeleitet, jedoch mit einer hinsichtlich der Aerodynamik deutlich verbesserten Rumpfkonstruktion, insbesondere durch den weiter nach hinten versetzten und verkleideten Jupiter-VI-Motor. Die Ar 64a hatte einen Vierblatt-Holzpropeller. Ausgelöst wurde die Entwicklung durch eine Anforderung des Reichswehrministerium nach einem Nachfolger für die in Lipezk verwendeten Fokker D.XIII. Der Erstflug der Ar 64a fand im Frühjahr 1929 statt.

Die nächsten beiden Prototypen, genannt Ar 64b, waren mit einem wassergekühlten V12-Zylinder-Motor BMW VI 6,3 mit einer Leistung von 640 PS ausgerüstet. Sie wurden 1931 in Lipezk getestet.

Die Ar 64c entsprach mit kleineren strukturellen Änderungen der Ar 64a. Die Serienproduktion dieser Version begann parallel zur Ar 64d und Ar 64e. Diese unterschieden sich von der Ar 64c durch ein überarbeitetes Leitwerk und untereinander im Wesentlichen durch das Getriebe (d mit, e ohne) und den Propeller (d mit 4-Blatt-, e mit 2-Blatt-Propeller).

Zwischen 1931 und 1934 wurden 30 Ar 64 gebaut, davon zwölf bei Focke-Wulf. Am 1. April 1933 waren sechs Ar 64d und fünf Ar 64e vorhanden. Bis Ende 1934 wurden 19 Ar 64 ausgeliefert. Diese gingen zuerst an die Jagdfliegerschule Schleißheim und anschließend an die Jagdstaffeln der Gruppe Döberitz. Am 1. Juli 1936 waren noch 21 Ar 64 bei der Luftwaffe vorhanden. Der Nachfolger wurde die Arado Ar 65.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kenngröße Daten
Besatzung 1
Länge 7,82 m
Höhe 2,85 m
Spannweite 9,90 m
Tragflügelfläche 24,60 m²
Leermasse 1245 kg
max. Startmasse 1670 kg
Höchstgeschwindigkeit 259 km/h
Dienstgipfelhöhe 5400 m
Triebwerke ein Siemens Jupiter VI mit 390 kW (530 PS)
Bewaffnung zwei starre 7,92-mm-IMG 08/15

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • William Green, Gordon Swanborough: The Complete Book of Fighters. Colour Library Direct, Godalming, UK: 1994, ISBN 1-85833-777-1 (engl.).