Archiv für Alternativkultur

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Archiv für Alternativkultur

Archivtyp alternatives Archiv
Koordinaten 52° 30′ 45,7″ N, 13° 23′ 44,9″ OKoordinaten: 52° 30′ 45,7″ N, 13° 23′ 44,9″ O
Ort Berlin
Gründung 1995
Träger Humboldt-Universität
Organisationsform Teil des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität Berlin
Website sammlungen.hu-berlin.de

Das Archiv für Alternativkultur in Berlin wurde 1995 gegründet und dem Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin für Forschungszwecke gestiftet.[1]

Alternativkultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus den nachgelassenen Beständen des Literarischen Informationszentrum von Josef Wintjes (1947–1995) in Bottrop enthält das Archiv eine große Sammlung von Druckerzeugnissen aus der deutschsprachigen Alternativbewegung der 1960er- bis 1980er-Jahre, die unter dem Sammelbegriff Alternativpresse publiziert wurden. Josef Wintjes gründete 1969 das nonkonformistische literarische Informationszentrum und war mit der Herausgabe des Ulcus Molle Infos eine Institution der damaligen Untergrund- und Alternativzeitschriften. Das Info diente der Diskussion und für Rezensionen der von Klein- und Selbstverlegern herausgegebenen nonkonformistischen Publikationen.

Archiv[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nachlass umfasst literarisches und politisches Archivmaterial, das unter dem Namen Archiv für Alternativkultur – Sammlung Josef Wintjes zur Verfügung steht.[2] Es handelt sich um eine Sammlung der dokumentierten Geschichte der Neuen sozialen Bewegungen, bestehend unter anderem aus Zeitschriften, Broschüren, Raubdrucken und Plakaten aus dem Zeitraum von Mitte der 1960er- bis 1990er-Jahre. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren auch Privatbestände von Kleinverlegern und Einzelpersonen dem Archiv übertragen. 1997 fand in der Kleinen Humboldt-Galerie der Humboldt-Universität zu Berlin eine Ausstellung statt unter dem Namen „Zentralorgane der Underground- und Szeneblätter von 1968–1980“. Aus diesem Anlass erschien eine Sonderausgabe der Berliner Blätter zur Information und wissenschaftlichen Darstellung und Untersuchung.[3] Die heutige Materialsammlung in der Datenbank des Archives für Alternativkultur besteht aus etwa 1.600 Titeln der Themengruppen Literatur, Kunst, Kultur, Politik, Stadtzeitungen, Anarchismus, Dritte Welt, Buchkataloge, Homosexuellen-, Studenten-, Frauen- und Gefängniszeitschriften, Indianer, Magisterarbeiten, Zeitungsausschnitte, Video- und Audiokassetten.

Ein Archiv der Jugendkulturen, ebenfalls in Berlin, sammelt in Gegenstellung zum Archiv für Alternativkultur unter anderem Materialien zu den Jugendbewegungen der Punks, Rapper, Goths, Skinheads, Rockabillies.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Hüttner: Archive von unten. Bibliotheken und Archive der neuen sozialen Bewegungen und ihre Bestände. Verlag AG SPAK Bücher, Neu-Ulm 2003, ISBN 3-930830-40-X.
  • Rolf Lindner & Sonja Jastram: Archiv für Alternativkultur. In: Boris Kerenski & Sergiu Stefanescu (Hrsg.): Kaltland Beat. Neue deutsche Szene. Ithaka Verlag, Stuttgart 1999, S. 393f
  • Peter Engel, Winfried Christian Schmitt: Klitzekleine Bertelsmänner. Literarisch-publizistische Alternativen 1965–1973. Gauke-Verlag, Hannoversch Münden und Scheden 1974, ISBN 3-87998-006-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archiv für Alternativkultur, im Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin, online unter sammlungen.hu-berlin.de.
  2. Archiv für Alternativkultur – Sammlung Josef Wintjes (Memento vom 4. September 2017 im Internet Archive), online unter fis-kultur.de.
  3. Siehe: Berliner Blätter, Nr. 15, 1997. „Subkultur, Popkultur, Underground“.