Ari Leschnikoff

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Ari Leschnikoff, 1922

Asparuch Leschnikoff (bulgarisch Аспарух Лешников), genannt „Ari“ (* 16. Juni 1897 in Chaskowo; † 31. Juli 1978 in Sofia), war 1. Tenor des Berliner Ensembles Comedian Harmonists.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ari Leschnikoff (stehend, dritter von links) mit den Comedian Harmonists 1930 in Breslau.

Ari Leschnikoff wuchs in Chaskowo auf und besuchte 1916 eine Kadettenanstalt in Sofia. Ende des Ersten Weltkrieges wurde er Leutnant.

1922 wanderte er nach Deutschland aus, um dort Musik zu studieren. Zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes arbeitete er in Berlin nebenbei im bulgarischen Studenten-Restaurant „Bei Kirow“ als Kellner.

1926 bekam Leschnikoff einen Vertrag im Großen Schauspielhaus als Chorsänger. Im Chor lernte er Robert Biberti und Roman Cycowski kennen. Zum Jahreswechsel 1927/28 gründeten sich auf Initiative von Harry Frommermann in Berlin die Melody Makers, die nach wenigen Monaten in Comedian Harmonists umbenannt wurden. Durch Robert Biberti kam Leschnikoff im März 1928 zu diesem Ensemble, wo er den 1. Tenor Louis Kaliger ersetzte.[1] Als sich die Comedian Harmonists 1935 trennten, weil die drei jüdischen Mitglieder durch die Nationalsozialisten zur Emigration gezwungen wurden, beteiligte sich Leschnikoff zunächst an der Nachfolgegruppe Meistersextett mit Biberti und Erwin Bootz sowie den neuen Mitgliedern Fred Kassen, Walther Blanke und Richard Sengeleitner. Als Bootz 1938 die Gruppe verließ und Leschnikoff nach einem Streit Biberti bei der Gestapo wegen regimekritischer Äußerungen denunzierte, fiel auch diese Gruppe auseinander. Da er Schulden bei Biberti hatte, übertrug er ihm seinen Anteil an den Tantiemen der Gruppe.

1939 versuchte er ein letztes Mal sein Glück in Deutschland als Solosänger, kehrte aber 1940 wieder nach Sofia zurück. Dort ließ er bei der Plattenfirma Mikrophon einige Aufnahmen machen. Schließlich wurde er 1941 als Hauptmann eingezogen. Von seinen Ersparnissen kaufte er ein vierstöckiges Wohnhaus in Sofia, das 1944 bei einem Bombenangriff völlig zerstört wurde.

Seine Frau ließ sich 1947 von ihm scheiden und nahm den gemeinsamen Sohn Simon mit. 1952 heiratete Leschnikoff ein zweites Mal. Er arbeitete als Gärtner und in einer Fabrik, um die Familie über Wasser zu halten. Im Alter von 81 Jahren starb er 1978 völlig verarmt in Sofia. In seinen letzten Lebensjahren hatte er Biberti in zahlreichen Briefen vergeblich gebeten, ihn wieder an den Tantiemen der Comedian Harmonists zu beteiligen.

In Joseph Vilsmaiers Film Comedian Harmonists wurde Leschnikoff von Max Tidof verkörpert.

Gedenken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2015 wurde in der Heimatstadt Leschnikoffs ein Denkmal für den „Ritter des hohen f“ enthüllt. Jedes Jahr findet Anfang Juni am gleichen Ort ein nationales Wettbewerbsfestival „Mit den Liedern von Ari“ statt, das dem Sänger gewidmet ist.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Fechner: Die Comedian Harmonists. Sechs Lebensläufe. Quadriga, Weinheim 1988, ISBN 3-88679-174-2. Taschenbuchausgabe: Heyne, München 1998, ISBN 3-453-87315-7.
  • Bernd Meyer-Rähnitz: Ari & Asparuch – zwei ungleiche Brüder. Albis International, Dresden/Ústí 2008.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ari Leschnikoff auf comedian-harmonists.net, abgerufen am 27. Dezember 2018.
  2. Einweihung der Büste von Ari Leschnikoff mit Liedern und Gedichten, auf Haskovo.info.
  3. Verlagshomepage von Albis International.