Atlanto-axiale Subluxation

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Klassifikation nach ICD-10
M43.3 Habituelle atlanto-axiale Subluxation mit Myelopathie
M43.4 Sonstige habituelle atlanto-axiale Subluxation
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Als Atlanto-axiale Subluxation (AASL) bezeichnet man eine unvollständige Ausrenkung (Subluxation) des Gelenks zwischen erstem und zweitem Halswirbel (zweites Kopfgelenk, Atlantoaxialgelenk). Ursächlich ist eine Instabilität der Gelenkkonstruktion und kann zu einer Schädigung des Rückenmarks führen.

Ätiologie und Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erkrankung kann verschiedene Ursachen haben:

Klinisches Bild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Symptome variieren nach dem Ausmaß der Rückenmarksschädigung. Neben Schmerzen im Halsbereich, vor allem bei der Beugung des Halses, treten Lähmungen der Gliedmaßen (Tetraparese), schwere Gangstörungen (Ataxie, Wobbler-Syndrom) und Störungen der Propriozeption auf.

Bei der angeborenen AASL treten die Symptome zumeist allmählich, innerhalb des ersten Lebensjahres in Erscheinung. Bei der traumatisch bedingten AASL ist dagegen ein plötzliches (perakutes) Auftreten zu beobachten und es kann zu einer vollständigen Lähmung aller Gliedmaßen (Tetraplegie) kommen.

Bei Patienten mit Risiko einer solchen Instabilität muss vor einer Intubationsnarkose das Ausmaß abgeklärt werden, um eventuelle Rückenmarksschäden durch Überstreckung des Kopfes vermeiden zu können.

Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ausmaß der knöchernen Fehlstellung wird anhand einer Röntgenaufnahme bestimmt. Fehlbildungen, Traumafolgen oder rheumatische Veränderungen können gut erfasst werden. Bei Risikopatienten erlauben Funktionsaufnahmen in (vorsichtiger) Beugung und Streckung, das Ausmaß der Instabilität abzuschätzen.

Eine eventuelle Schädigung des Rückenmarkes sowie deren Ausmaß wird anhand der klinisch-neurologischen Untersuchung festgestellt und kann mittels Magnetresonanztomographie (MRT) bildgebend dargestellt werden.

Therapie und Prognose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine reine Instabilität ohne fixierte Subluxation bedarf in der Regel keiner Behandlung. Indikation und Erfolg einer Behandlung ist vom Ausmaß der Rückenmarksschädigung abhängig.

Eine Möglichkeit der Therapie ist die chirurgische Stabilisierung des Gelenks durch verschiedene Osteosynthese-Verfahren.

Während bei der angeborenen Form mit noch nicht allzu starken Symptomen die Prognose gut ist, ist sie bei traumatisch bedingten Schädigungen mit Tetraplegie schlecht.

Eine neuere Studie zeigt, dass bei jungen Hunden oft auch eine konservative Therapie mit einer Halsschiene ausreichend ist. [1]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andre Jaggy: Atlas und Lehrbuch der Kleintierneurologie. Schlütersche, Hannover 2005, ISBN 3-87706-739-5, S. 305.
  • F. Hefti: Kinderorthopädie in der Praxis. Springer, Berlin 1998, ISBN 3-540-61480-X.
  • D. von Torklus, W. Gehle: Die obere Halswirbelsäule. Regionale Morphologie. Pathologie und Traumatologie. Praktischer Röntgenatlas und Systematik. 3. Auflage. Thieme, Stuttgart 1977, ISBN 3-13-453303-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Havig ME, Cornell KK, Hawthorne JC, McDonnell JJ, Selcer BA. (2005): Evaluation of nonsurgical treatment of atlantoaxial subluxation in dogs: 19 cases (1992-2001). In: J Am Vet Med Assoc. 2005 Jul 15;227(2):257-62.
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