Audacious

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Software. Für die gleichnamige Kriegsschiffklasse siehe Audacious-Klasse
Audacious
Audacious-2.4-logo.svg
Audacious-3.2-devel.png
Die aktuelle Standard-Oberfläche (GTK+).
Basisdaten
Entwickler Audacious Development Team
Erscheinungsjahr 2005
Aktuelle Version 3.6
(28. Februar 2015)
Betriebssystem Unixoide, Microsoft Windows
Programmier­sprache C
Kategorie Audiospieler
Lizenz GPL (Freie Software)
Deutschsprachig Ja u. a.
audacious-media-player.org

Audacious (englisch für „kühn“) beziehungsweise Audacious Media Player („kühner Medienspieler“) ist ein freier Audioplayer. Die Software wird primär für unixoide Betriebssysteme entwickelt, seit Version 2.5 existiert jedoch auch eine Portierung für Windows.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Software wurde 2005 von William „nenolod“ Pitcock von Version 0.9.7.1 des Beep Media Player (BMP) abgespalten, dessen Entwicklung zum Erliegen kam.[1] BMP war wiederum eine Abspaltung des X Multimedia Systems (XMMS), welches von seinen Entwicklern ebenfalls nicht mehr gepflegt wurde, jedoch zwischenzeitlich mit XMMS2 in neuer Version weitergeführt wird. Das Audacious-Entwicklerteam konnte sich mit den für XMMS2 gesetzten Prioritäten nicht arrangieren und beschloss deshalb einen eigenen Audioplayer zu entwickeln. Ursprüngliches Motto war, „die höchstqualitative Audioreproduktion zu ermöglichen, vergleichbar mit der Windows-Software foobar2000, aber mit dem Aussehen von Winamp“.[2]

Stammbaum der XMMS-Abkömmlinge mit Zeitstrahl

Ziele[Bearbeiten]

Die frühere Standard-Oberfläche im Stil von Winamp.

Wie seine Vorgänger, orientierte sich auch Audacious primär am Medienspieler Winamp, der in der Windows-Welt große Verbreitung fand. Die in späteren Winamp-Versionen hinzugekommene Unterstützung für Videos wird von den Entwicklern jedoch abgelehnt, da man sich auf einen Betriebsmittel-schonenden Audiospieler konzentrieren wolle.

Audacious verfügt über mehrere Grafische Benutzeroberflächen und kann als Daemon ausgeführt werden. Die klassische Variante wurde von BMP übernommen und ist letztlich ein Klon von Winamp, sodass auch dessen „Classic-Skins“ unterstützt werden. Eine neuere Oberfläche wurde zunächst mit GTK+ 3 realisiert und legt weniger Wert auf Design, als auf den Funktionsumfang. War die BMP-Oberfläche lange Zeit der Standard von Audacious, fokussieren sich die Entwickler seit Version 2.4.0 auf die GTK+-Variante. Anfang 2015 wurde diese auf Version 2 zurückportiert, da man mit der Entwicklung der Version 3 von GTK+ unzufrieden war. Zeitgleich wurde eine in Qt geschriebene Oberfläche mit der Version 3.6-beta1 von Audacious vorgestellt, die für die Mac-OS-X-Portierung als Standard eingesetzt werden soll.[3]

Technisches[Bearbeiten]

Audacious verfügt über eine Plug-in-Schnittstelle, die das Programm modular macht. Diese umfasst sechs Plug-in-Kategorien:

Transport
beschreibt sämtliche Methoden um Dateien abzurufen, sowohl lokal wie über Netzwerkverbindungen.
Wiedergabeliste
umfasst Parser für verschiedene Dateiformate an Wiedergabelisten.
Eingabe
umfasst Codecs für die Dekodierung und stellenweise auch Transkodierung von Audioformaten. Hierzu wird auf die Programmbibliotheken von FFmpeg zurückgegriffen.
Visualisierungsmodus
umfasst Plug-ins für die Audiovisualisierung.
Effekte
modifizieren den Klang des Audiomaterials in Echtzeit während der Wiedergabe.
Allgemein
beschreibt generelle Funktionserweiterungen, beispielsweise OSD-Titelanzeige.

Viele der verfügbaren Plug-ins werden auf der offiziellen Website zusammengefasst in einem separaten Paket angeboten, dessen Verwendung empfohlen wird.[4] Da so ein Großteil des Funktionsumfangs von Audacious auf zu- bzw. abschaltbaren Plug-ins beruht, ist es dem Benutzer möglich, das Programm auf seine persönlichen Bedürfnisse anzupassen. Nativ ist die Software in der Lage, verschiedene Soundarchitekturen (ALSA, PulseAudio, OSS, JACK) zu bedienen. Weitere typische Funktionen wie Streaming-Fähigkeit (zum Beispiel Internetradio), das Erstellen von Wiedergabelisten oder die nachträgliche Feinabstimmung des Klangs per Equalizer sind ebenfalls vorhanden. Audacious findet sich in den Repositories der meisten Linux-Distributionen.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Audacious – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Patrick McFarland: From XMMS to Audacious: the history of a Winamp clone. In: Free Software Magazine Columns. 5. Dezember 2006, abgerufen am 16. März 2011 (englisch).
  2. nenolods Webseite (englisch)
  3. Changelog zur Veröffentlichung der Version 3.6-beta1 (englisch)
  4. a b Downloadbereich der Webseite (englisch)