Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basisdaten
Titel: Gesetz zur Förderung der beruflichen Aufstiegsfortbildung
Kurztitel: Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz
Abkürzung: AFBG
Art: Bundesgesetz
Geltungsbereich: Bundesrepublik Deutschland
Rechtsmaterie: Besonderes Verwaltungsrecht
Fundstellennachweis: 2212-4
Ursprüngliche Fassung vom: 23. April 1996
(BGBl. I S. 623)
Inkrafttreten am: 1. Januar 1996
Neubekanntmachung vom: 15. Juni 2016
(BGBl. I S. 1450)
Letzte Änderung durch: Art. 73 G vom 29. März 2017
(BGBl. I S. 626, 639)
Inkrafttreten der
letzten Änderung:
5. April 2017
(Art. 183 G vom 29. März 2017)
GESTA: B082
Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten.

Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) unterstützt mit finanziellen Mitteln die berufliche Aufstiegsfortbildung von Handwerkern und anderen Fachkräften und soll Existenzgründungen erleichtern. Die Förderung ist ein Äquivalent zum Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG)[1] und wird deshalb schlagwortartig auch Meister-BAföG oder Aufstiegs-BAföG genannt.[2] Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz wurde zum 1. Januar 1996 eingeführt. Zum 1. Januar 2002[3] und 1. Juli 2009[4] traten jeweils Reformen des AFBG in Kraft.

Das Gesetz ist ein umfassendes Förderinstrument für die berufliche Fortbildung in allen Berufsbereichen. Als Voraussetzung wird der Abschluss einer Erstausbildung oder ein vergleichbarer Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung verlangt.

Mit der Gesetzesänderung[5] des AFBG im Jahr 2009 wurde die Zahl der Anspruchsberechtigten um Altenpflegekräfte und Erzieher erweitert. So erhielten 2009 rund 158.000 Personen, davon 69 % Männer und 31 % Frauen eine Förderung nach dem AFBG.

Im Jahr 2014 bezogen rund 172.000 Personen Meister-BAföG. Im Vergleich zu 2013 stieg die Zahl der Empfänger somit um 0,2 Prozent an. Insgesamt haben davon rund 117.000 Männer und 55.000 Frauen die Förderung erhalten.[6]

Zudem stiegen die Leistungen für eine Aufstiegsfortbildung. Zugrundeliegende Freibeträge und Bedarfssätze des BAföG wurden bereits 2008 um zehn Prozent erhöht. Dabei variiert die Höhe der Förderung und ist abhängig von der jeweiligen Lebenssituation (Familienstand, Kinderzahl, eigenes Einkommen und Einkommen des Ehegatten). Ebenso ist die Förderung von verschiedenen Faktoren abhängig u. a. dem Verhältnis zwischen Darlehen und Zuschuss sowie die Förderung der Lehrgangsgebühren. Die Leistungen für alle Teilnehmer bestehen dabei aus einem Maßnahmebeitrag (für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) bis zu 10.226 Euro, der zurzeit mit einem Anteil von 30,5 % als Zuschuss und 69,5 % als Darlehen gewährt wird.

Personen, die bereits eine Aufstiegsförderung selbst finanziert haben oder anderweitig unterstützt wurden, sind nunmehr auch anspruchsberechtigt. Eine erneute Unterstützung für die Fortbildung war bisher nicht möglich.

Geförderte Personen in Vollzeitform können darüber hinaus nach dem Gesetz monatliche Zuschüsse und Darlehen für den Lebensunterhalt und die Kinderbetreuung erhalten. Pro Kind stieg 2009 dabei der Erhöhungsbeitrag von derzeit 179 auf 210 Euro pro Monat. Anders als zuvor wird die Hälfte dieses Betrages als Zuschuss bezahlt und nicht als Darlehen gewährt. Für Alleinerziehende ist ein Kinderbetreuungszuschlag von 113 Euro pro Monat und Kind vorgesehen. Zusätzlich dazu sollen der Unterhaltsbeitrag und der Kinderbetreuungszuschlag auch während der neu eingeführten Phase der Prüfungsvorbereitung für bis zu drei weitere Monate als Darlehen gewährt werden.

Der finanzielle Aufwand betrug 2009 insgesamt 456 Millionen Euro, davon 315 Millionen Euro als Darlehen und 141 Millionen Euro als Zuschuss.

Eine Maßnahme in Vollzeitform muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen und darf in der Regel eine Dauer von 24 Monaten nicht überschreiten. In Teilzeitform beträgt die maximale Dauer 48 Monate.

Jahr Geförderte Personen Finanzieller Aufwand davon als Zuschuss davon als Darlehen
2002 87.756 298.772.000 202.700.000 96.071.000
2004 133.018 378.563.000 257.135.000 121.427.000
2006 135.915 369.045.000 260.257.000 108.788.000
2008 139.520 381.658.000 114.257.000 267.401.000
2009 157.543 455.691.000 140.621.000 315.070.000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Siehe den Gesetzentwurf zum Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz vom 20. November 2008, S. 17, Bundestagsdrucksache 16/10996
  2. Siehe hierzu exemplarisch die Information des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
  3. AFBG-Änderungsgesetz vom 20. Dezember 2001, BGBl. I, S. 4029
  4. Zweites Gesetz zur Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes vom 18. Juni 2009, BGBl. I, S. 1314
  5. Änderungen des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes.
  6. https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2015/06/PD15_236_214.html
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!