August Gustav Lasinsky

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kircheninneres von St. Gangolf in Trier, Chorwandmalerei in gotischem Spitzbogen von August Gustav Lasinsky, 1844
1410. Der Deutsche König Ruprecht von der Pfalz, begleitet von seinem Schwager, Friedrich von Zollern, werden von Kurfürst Werner von Trier am Rheinufer begrüßt, Fresko Schloss Stolzenfels, von Lasinsky 1844 vollendet, mehrfach restauriert

August Gustav Lasinsky (* 27. Oktober 1811 in Koblenz; † 24. Juli 1870 in Mainz) war ein deutscher Maler und Zeichner der deutschen Romantik. Bekannt wurde er durch seine Altarbilder und Wandmalereien in katholischen Kirchen des Rheinlands. Lasinskys religiöse Malerei wird der nazarenischen Kunst der Düsseldorfer Schule zugeordnet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lasinsky und sein älterer Bruder Johann Adolf, ein bekannter Landschafts- und Architekturmaler der Rheinromantik, stammten aus altem polnischen und deutschen Adel. Der Vater Friedrich Karl war Kassenrendant am Hof von Stanislaus II. August Poniatowski in Warschau und kam als Revolutionsflüchtling nach Deutschland. 1809 war er „berittener Einnehmer der indirekten Steuern“ des Kantons Simmern im französischen Rhein-Mosel-Departement.[1] Die Mutter war die rheinische Dichterin Anna Maria Lasinsky, Großnichte des Vizekanzlers des Herzogtums Jülich-Berg, Georg Joseph Freiherr von Knapp. Er erhielt eine erste Malerausbildung von seinem älteren Bruder Johann Adolf, außerdem bei dem Maler Simon Meister. 1830 studierte er bei Friedrich Wilhelm von Schadow an der Düsseldorfer Akademie, 1836 wechselte er zum Städelschen Kunstinstitut nach Frankfurt am Main und wurde Schüler von Philipp Veit. 1844 konvertierte er zum katholischen Glauben und gehörte zum Kreis des politischen Katholizismus um August Reichensperger, den er vermutlich aus Koblenz und als engagierten Befürworter der Bauvollendung des Kölner Doms kannte.[2] 1848/1849 gehörte er zu den führenden Mitgliedern des demokratischen Piusvereins.

Im Sommer 1852 soll Lasinsky eine Affäre mit Emilie Marx gehabt haben, während er in Trier Fresken für St. Gangolf malte.[3][4]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lasinsky begann mit Porträt- und Landschaftsmalerei. Nach seiner Konversion widmete er sich vor allem religiösen Themen und erhielt Aufträge für Altarbilder und Wandbilder u. a. in der Kapelle „Kreuzchen“ in Trier (1845/46, 2008 restauriert), in der katholischen Stadtkirche St. Gangolf (1849/51, 1980 restauriert), St. Martin in Mainz-Finthen (1854/56, 1989 restauriert und inhaltlich verändert), St. Joseph in Alzey (1860).

1841 arbeitete er im noch unvollendeten Kölner Dom an der Restauration und Ergänzung von Wandgemälden im Langhaus. Er errang damit die Aufmerksamkeit von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, der ihn 1844 mit der Ausführung historisierender Außenwandfresken zur Geschichte der Hohenzollern und Wittelsbacher auf der rheinwärts gerichteten Fassade des wiederaufgebauten Schloss Stolzenfels beauftragte (um 1900 stark verwaschen, später mangelhaft aufgefrischt).
Viele Arbeiten von A. G. Lasinsky sind bei späteren Kirchenrenovierungen entstellt oder entfernt worden, so z. B. in St. Menas in Koblenz-Stolzenfels oder St. Kilian in Mainz-Kostheim. Nur noch als Entwürfszeichnungen oder Kopien sind sie in der Graphischen Sammlung des Landesmuseums Mainz erhalten. Bekanntestes Beispiel hierfür ist die 1925/28 größtenteils entfernte Ausmalung des Mainzer Doms, mit der der greise Philipp Veit 1861 beauftragt worden war und die seine Schüler Th. Herrmann, Lasinky und Joseph Anton Settegast nach den Entwürfen Veits ausführten.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Moritz BlanckartsLasinsky, Gustav. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 732 f.
  • Lasinsky, August Gustav. In: Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band I, Dresden 1895, S. 812 f.
  • Adolf Jungjohann (für den Herausgeber: Koblenzer Museums-Verein): Koblenzer Maler vor hundert Jahren, (Beiträge zur Geschichte der Koblenzer Malerei in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts) Koblenz 1929, Verlag des Städtischen Museumsvereins, Druckerei H. L. Scheid.
  • Annette Wohlgemuth: Lasinsky, Gustav. In: Lexikon der Düsseldorfer Malerschule. Band 2, München 1998, 312 f.
  • Bärbel Schulte: Lasinsky, August(in) Gustav. In: Heinz Monz (Hrsg.): Trierer biographisches Lexikon. Landesarchivverwaltung, Koblenz 2000, ISBN 3-931014-49-5, S. 250.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: August Gustav Lasinsky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen König, Der Hunsrück in französischer Zeit 1789/94-1814, Dissertation Mainz 1995, ISBN 3-9804416-0-1.
  2. Mario Kramp (Hrsg.), August Reichensperger. Koblenz-Köln-Europa, Ausstellungskatalog Mittelrhein-Museum Koblenz 2004, ISBN 3-928377-28-0
  3. „Übrigens soll Emilie nach Mütterchens Privatmittheilungen sich heimlich in eine Liebschaft mit dem ganz armen, katholischen Landschaftsmaler Lasinky eingelassen haben.“ (Jenny Marx an Karl Marx, 30. Mai bis 2. Juni 1852; Marx-Engels-Gesamtausgabe. Abteilung III. Band 5, S. 381).
  4. „Die Innenwand des Chores schmückt ein großfiguriges Wandgemälde aus der Mitte des 19. Jahrhunderts von August Gustav Lasinsky“.
  5. Landesmuseum Mainz, Reisewege zu den Nazarenern in Rheinland-Pfalz, Katalog Ausstellung 2012, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2649-1
    und Klaus Weschenfelder, Bd. VI des Bestandskatalogs des Mittelrhein-Museums, Koblenz 1999