Autoskopie

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Autoskopie bezeichnet verschiedene Phänomene des Sich-selbst-Sehens. Dies impliziert zunächst die (oftmals durchaus überraschende) Selbstwahrnehmung, wenn man sich selbst im Rahmen einer Audioaufnahme hört oder im Rahmen einer Videoaufnahme sieht und das eigene Verhalten, Körpersprache, Umgang mit anderen usw. im Außenblick beobachten kann. Der Begriff verweist aber auch auf weitere Phänomene. Insbesondere wird damit der Eindruck bezeichnet, aus dem Körper herauszusteigen und auf sich herabzusehen (Außerkörperliche Erfahrung) oder den eigenen Körper vor sich zu sehen. Autoskope Erlebnisse wurden des Öfteren von klinisch Toten und später Reanimierten berichtet. Es gibt bis heute nur sehr wenig wissenschaftliche Untersuchungen dieses Phänomens. Autoskopie konnte u. a. im Zusammenhang mit epileptischen Anfällen und vaskulären Hirnschädigungen nachgewiesen werden. Blanke et al. beschrieben 2004 phänomenologische, neurologische und neuroanatomische Korrelate autoskoper Symptome bei sechs Patienten, um erstmals eine testbare Hypothese über die zugrundeliegenden neuralen Mechanismen zu entwickeln.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • F. Anzellotti, V. Onofrj, V. Maruotti, L. Ricciardi, R. Franciotti, L. Bonanni, A. Thomas, M. Onofrj: Autoscopic phenomena: case report and review of literature. In: Behavioral and brain functions : BBF. Band 7, Nummer 1, Januar 2011, S. 2, doi:10.1186/1744-9081-7-2, PMID 21219608, PMC 3032659 (freier Volltext) (Review).
  • C. Mohr, O. Blanke: The demystification of autoscopic phenomena: experimental propositions. In: Current psychiatry reports. Band 7, Nummer 3, Juni 2005, S. 189–195, PMID 15935132 (Review), PDF.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. O. Blanke, T. Landis, L. Spinelli & M. Seeck: Out‐of‐body experience and autoscopy of neurological origin. In: Brain. 127 (2), 2004, S. 243–258, PDF.