Ayni

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Ayni oder Ayniy (aus dem Quechua) ist eine im Kulturraum der Anden und im angrenzenden östlichen Tiefland verbreitete, aus präkolumbischer Zeit tradierte Form der Arbeit in gegenseitiger Hilfe.

Mitglieder der Dorfgemeinschaft (Ayllu) helfen einer Familie bei privaten Vorhaben, z. B. dem Hausbau oder Feldarbeiten. Dabei kann jede Familie in den Genuss dieser Hilfe kommen, und Mitglieder jeder Familie helfen anderen Familien. Während der Arbeit werden die Helfenden mit Essen und Trinken versorgt.

Noch heute ist das Ayniy bei den Quechua und Aymara in Bolivien, Peru und Ecuador verbreitet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Golte (1973): Dissertation Freie Universität Berlin: Bauern in Peru. S. 29 (Dorfgemeinschaft) und S. 238 (Begriffsdefinition Ayni).
  • Charles C. Roberts (1974): Der Zusammenhang zwischen Bodenreform und wirtschaftlicher Entwicklung. S. 33, Ayni und Minga.
  • Katja Grunow (2009): Credit-scoring in Mikrofinanzinstiutionen. S. 35 ff., Generalisierte und balanzierte Reziprozität (Beispiel zu Ayni und Mink'a auf Amantaní).
  • Carlos Milla Villena (2003): "Ayni. Semiotica de los espacios sagrados. Ley de Reciprocidad" Asociacion Cultural Amaru Wayra, Lima.
  • Leonora Arriagada Peters (2011): "Andenwissenssystem. Grundlagenkenntnisse und Zusammenhänge der Andenhohkultur. El Sistema de Conocimientos Andinos. The Andean knowledge system." Dissertation Freie Universität Berlin. Vgl. S. 87–96 "Die Aynina-Methode der Reziprozitätsphilosophie" und S. 129–141 "Die Aynina-Methode der symmetrischen Reziprozität", als Buch veröffentlicht: Wie uraltes Wissen Wissenschaft beflügelt, invigorates: Einblicke in die Anden-Philosophie, Anden-Mathematik und Anden-Architektur sowie grundlegende Systematik der Andenhochkultur. Wissen Schafft Neues, Berlin 2014.